Tough Mudder: Mit Elan durch Matsch und eiskaltes Wasser

19,5 Kilometer Laufstrecke, 1.200 Kubikmeter Wasser und 150 Kubikmeter Schlamm – das erwartete die rund 13.500 Extremsportler, die am Wochenende beim „Tough Mudder“ in Hermannsburg an den Start gingen. „Es macht einfach Riesenspaß“, sagt Jan Dittrich, der sich bereits am Samstag durch Matsch, Eiswasser und Herausforderungen wie den „Everest 2.0“ gekämpft hatte. „Vor allem, wenn man sich mit wildfremden Leuten zusammentun muss, um die Hindernisse zu überwinden.“ Den meisten Teilnehmern sei es auch völlig egal, wie viel Zeit sie bräuchten, um schließlich im Ziel anzukommen, fügt der Itzehoer hinzu. „Wichtig ist es, den Lauf überhaupt zu schaffen.“

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HERMANNSBURG. Denn das ist das Besondere am „Tough Mudder“: Bei diesem Hindernislauf geht es nicht ums Gewinnen, sondern darum, seine körperlichen und mentalen Grenzen zu testen. Es gibt keine Zeitnahme – stattdessen wollen die Teilnehmer vor allem eines: jede Menge Action und Spaß. Das wird bereits beim Aufwärmen vor dem Start mehr als deutlich. „Wer nicht hüpft, der ist kein Mudder“, skandieren die Läufer voller Vorfreude, während sie Liegestütze und Jumping Jacks absolvieren, bis allen der erste Schweiß ausbricht.

Gleich darauf ziehen sie weiter zur Startlinie, wo alle „Mudder“ noch einmal auf Fairness und Teamgeist eingeschworen werden, bevor es auf die Strecke geht. Insgesamt 29 Hindernisse warten auf die Teilnehmer – darunter auch so spektakuläre wie der „Funky Monkey“, bei dem sich die Läufer über rotierende Räder an einem Klettergerüst über eine schlammgefüllte Grube hangeln müssen. „Ich weiß nicht, ob ich mir das zutrauen würde“, meint Zuschauerin Karoline Töpfer kopfschüttelnd. Am besten gefällt der Lauenbrückerin, dass hier jeder jedem hilft. „Der Teamgeist ist toll – wer zum Beispiel nicht über eine Wand kommt, der wird sofort von seinen Mitläufern hochgezogen.“

Für Celler Benjamin Welge war der „Tough Mudder“ in Hermannsburg bereits der zweite Hindernislauf dieser Art. Er ist am Sonntag mit einem achtköpfigen Team aus Familie und Freunden auf Hof Severloh angetreten. „Wir haben gut zusammengehalten, und sind auch alle bis ins Ziel gekommen“, freut sich der 29-Jährige nachher. „Es war toll – aber auch extrem anstrengend.“ Besonders das eiskalte Wasserbecken am Hindernis „Arctic Enema“ habe ihn schaudern lassen, verrät er. Trotzdem werde er auch nächstes Jahr wieder mitlaufen.

Auch Kim Daberkow ist erledigt – und vor allem begeistert: Die Cellerin hat zum ersten Mal am „Tough Mudder“ teilgenommen. Sie ist den „Half Mudder“ gelaufen – auf der kürzeren Strecke von zehn Kilometern galt es, insgesamt 13 Hindernisse zu überwinden. „Extreme Stationen mit Eis oder Strom wurden hier ausgelassen“, erzählt sie, „das war fürs erste Mal auch ganz gut so.“ Sie habe es großartig gefunden, sagt die 39-Jährige. „Ich war mir ja anfangs nicht sicher, ob das wirklich was für mich ist – aber es hat mir super gefallen.“ Sich das erste Mal so richtig in den Matsch zu werfen, das habe wirklich Überwindung gekostet. „Aber als ich erstmal voller Schlamm war, da war es dann auch egal.“ Sie sei stolz darauf, dass sie ihren inneren Schweinehund überwunden habe, erklärt Daberkow. „Für mich war es eine positive Erfahrung – nächstes Mal laufe ich dann den ‚Full Mudder‘.“

Christina Matthies Autor: Christina Matthies, am 16.07.2017 um 18:58 Uhr
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