Mit Rad Truppenübungsplatz in Bergen erkunden

Foto: Kirsten Glatzer

Autokolonnen mit Fahrradträgern, die sich am Sonntagmorgen in Richtung der Startpunkte Höllenberg und Pröbsten bei Bad Fallingbostel bewegen. Das sind eindeutige Vorzeichen. Es geht zum Volksradfahren auf den Truppenübungsplatz Bergen.

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BERGEN. Premiere hatte diese Veranstaltung im Jahr 1997, als die Stadt Bergen die Feiern zu ihrem 800-jährigen Bestehen plante und die Frage aufkam, in welcher Form sich der Bundeswehrstandort Bergen daran beteiligen könne. Oberst a. D. Hermann Rößler hatte die Idee, der Bevölkerung zu ermöglichen, das Gelände radelnd zu erkunden, setzte sie in die Tat um – und bereits diese erste Veranstaltung war ein so großer Erfolg, dass das Volksradfahren auf dem Truppenübungsplatz mittlerweile eine 20-jährige Tradition hat. Veranstaltet wird es vom Bundesdienstleistungszentrum und der Kommandantur.

Während es im vergangenen Jahr rund 3000 Teilnehmer waren, die den größten Übungsplatz Europas erkundeten, waren gestern bei sonnigem Wetter und angenehmen Temperaturen sogar gut 3200 Radler unterwegs, um die einmalige Naturlandschaft zu genießen.

Der spezielle Reiz dieser Tour liegt für viele darin, einfach mal drauflos fahren zu können, ohne auf den Autoverkehr achten zu müssen. „Man kann auf der Strecke so schön entspannt fahren und quatschen – auch nebeneinander“, freut sich Andreas Schwarzbach aus Bomlitz, der mit Freunden unterwegs ist, die bereits häufig am Volksradfahren teilgenommen haben und gerade Pause am Verpflegungspunkt Küttnerhöfen machen.

Überhaupt sind viele „Wiederholungstäter“ auf der Strecke. Oberstleutnant Michael Helftenbein weiß sogar von einer Gruppe aus Bayern zu berichten, die jedes Jahr aufs Neue eigens zu diesem Event anreist.

Was die Streckenlänge angeht, hat man vier Möglichkeiten, die kürzeste ist 27, die längste 77 Kilometer lang. Und so sieht man Teilnehmer jeden Alters, die mit Kinderfahrrad, Trekking- und Rennrad oder E-Bike unterwegs sind. Hier kann jeder mitmachen.

Familie Koch/Schulz ist gleich mit drei Generationen dabei: die Oma mit ihrer Tochter und den Enkelsöhnen. Haben die Jungs genügend Kondition für die teils recht hügelige Strecke? Kein Problem, alle drei sind aktive Sportler, spielen Fußball und Handball.

Gestartet wird zwischen 9 und 13 Uhr. Wer den spätesten Startzeitpunkt wählt, fährt nur die kurze Strecke. Am Ende der Veranstaltung soll schließlich gewährleistet sein, dass alle wieder wohlbehalten zurückgekommen sind. Vor einigen Jahren herrschte mal helle Aufregung, weil am Ende des Tages noch zwei Autos auf dem Parkplatz standen – von den Besitzern weit und breit keine Spur. Letztlich stellte sich heraus, dass die Fahrzeugbesitzer gemütlich außerhalb des Truppenübungsplatzes essen gegangen waren. Verschwunden ist also bisher noch niemand – was auch an der perfekten Organisation liegt.

Simon Ziegler Autor: Simon Ziegler, am 06.08.2017 um 17:12 Uhr
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