Die Uhr tickt beim SVG Celle: Ultimatum aus Spielerkreis

Foto: Alex Sorokin

Kein Bundesliga-Handball mehr in Celle? Dieses Katastrophen-Szenario könnte noch in dieser Woche traurige Realität werden. Denn die Finanzierung der kommenden Zweitliga-Saison der Handballerinnen vom SVG Celle ist noch nicht gesichert. „Wir müssen bis Donnerstag mindestens 15.000 Euro bekommen, sonst können wir nicht weitermachen“, sagt Andreas Meyer, der als Chefkoordinator seit Wochen und Monaten versucht, den „Laden“ beisammen zu halten.

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CELLE. Warum Donnerstag? Laut Neu-Trainer Ingmar Steins hat „eine etablierte Spielerin“ des Bundesliga-Absteigers den Verantwortlichen ein Ultimatum gestellt. „Wenn die Mannschaft bis dahin nicht steht, will sie gehen. Und dann werden sich weitere anschließen.“, sagt Steins und fügt an: „Und ohne Mannschaft mache ich auch nicht weiter.“ Die Uhr tickt.

Meyer bestätigt: „Drei Spielerinnen bekommen noch jeweils ein Monatsgehalt aus der vergangenen Spielzeit.“ Dem Vernehmen nach sind das Kim Wahle und Sarah Lamp, die den Verein Richtung SGH Rosengarten verlassen haben, sowie Anna-Katharina Loest (Auszeit vom Handball). Auch in den vergangenen Wochen der Vorbereitung auf die 2. Liga sind noch keine Gelder geflossen. „Die Mädels sind aufgebracht, weil wir Absprachen nicht einhalten können. Und ich habe inzwischen ein Problem, das ihnen gegenüber zu rechtfertigen“, sagt Meyer.

Es ist bei Weitem nicht das erste Mal, dass es beim SVG Spitz auf Knopf steht. Erst im April drohte mal wieder die Insolvenz. Seinerzeit gaben offenbar finanzielle Zusagen von Sponsoren und solchen, die es werden wollten, den Ausschlag, weiterzumachen. „Aus dieser Rettungsaktion wurden aber zugesagte Gelder in Höhe von 33.000 Euro noch nicht überwiesen“, so Meyer. „Wenn ich diese Summe hätte, wäre der Betrieb bis Oktober gesichert.“ Schriftlich fixiert wurde damals nichts. „Ich habe mich aufs Ehrenwort verlassen“, sagt der 34-Jährige, der aber auch die Verunsicherung der Gönner versteht: „Natürlich will niemand Geld in ein Projekt stecken, das vielleicht gar nicht zustande kommt. Andererseits bekomme ich keine zweitligataugliche Mannschaft zusammen, wenn ich meinen finanziellen Verpflichtungen gegenüber Trainer und Spielerinnen nicht nachkomme. Da beißt sich die Katze in den Schwanz.“

Weil Briefe und Mails keine Resonanz brachten, fuhr Meyer am Montag kreuz und quer durch den Landkreis, um vor Ort bei möglichen Geldgebern „die Klinke zu putzen“. Das Problem: Die Zeit läuft dem SVG davon. Eigentlich müsste die Mannschaft voll in der Vorbereitung stecken. In gut vier Wochen steht das erste Punktspiel bei Union Halle-Neustadt an. Doch sowohl das Trainingslager am vergangenen Wochenende wurde abgesagt, wie auch das für Dienstag geplante Testspiel in Bremen und die Turnierteilnahme am kommenden Wochenende in Kirchhof.

Dabei würde Trainer Steins mit den Spielerinnen, die er zurzeit an der Hand hat, das Abenteuer 2. Liga wagen. „Der Kader ist dünn und viele Spielerinnen sind unerfahren, aber wenn der Etat steht, könnte es gelingen“, sagt der 62-Jährige. Stand Montag halten noch die beiden Torfrauen Chantal Pagel und Celina Friebe sowie die Feldspielerinnen Renee Verschuren, Tina Wagenlader, Natasha Ahrens, Svenja Kewitz, Lareen Gräser (beide langzeitverletzt) und Louise Ringert zur Stange. Steins hat zudem zwei Talente vom Oberligisten Oyten sowie eine Rückraumspielerin aus Heidmark (3. Liga) in der Hinterhand. Auch Meyer hat nach eigener Aussage zwei „finanzierbare“ Däninnen im Visier, von denen eine Bundesligaerfahrung habe. Doch für einen warmen Händedruck wird keine der Genannten auflaufen. Besonders die langjährigen Stammkräfte haben schon oft Zugeständnisse gemacht. Irgendwann reißt jeder Geduldsfaden. Trainer Steins bringt es auf den Punkt: „Ohne Etat keine Mannschaft.“ Die Uhr tickt.

Heiko Hartung Autor: Heiko Hartung, am 07.08.2017 um 18:18 Uhr
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