Christian Lange will Lego-Museum in Eschede realisieren

Foto: David Borghoff

Ohne farbenfrohe Lego-Bausteine geht bei vielen Kindern nichts. Bei den meisten versiegt die Bauleidenschaft spätestens in der Pubertät. Christian Langes Liebe für die kleinen Noppen-Bausteine nahm damals hingegen richtig Fahrt auf – und hält bis zum heutigen Tag. Inzwischen lagern mehrere tausend Lego-Modelle im Keller des Escheders; die Sammlung reicht bis zu Legos Anfängen im Jahr 1932 zurück, als das dänische Unternehmen zunächst Holzspielzeug herstellte. Für den Keller sind die Schätze viel zu schade, deshalb zeigt Lange immer wieder deutschlandweit einen Teil seiner Sammlung in temporären Ausstellungen – mit Erfolg. Das Celler Bomann-Museum verzeichnete zur Lego-Ausstellung 2012/2013 einen Besucheransturm. "Lego hat eine riesige Fangemeinde", weiß Lange. Deshalb haben er und sein Sammler-Team, zu dem seine Frau Andrea, sein Neffe sowie dessen Freundin zählen, etwas Großes vor: ein Lego-Museum, das alle Modelle an einem Ort zeigt.

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ESCHEDE. "Wir suchen seit Jahren nach einer ständigen Bleibe", erzählt der 53-Jährige. Pläne, das Lego-Museum in der Celler Rathsmühle unterzubringen, scheiterten. Vor zwei Jahren fasste Lange das denkmalgeschützte Gebäude der alten Grundschule in Eschede ins Auge. Als die Räume im vergangenen Jahr dann durch die Brandschutzprüfung fielen und seitdem nicht mehr für den regulären Schulbetrieb genutzt werden dürfen, erstellte der Architekt Lange kurzerhand ein neues Brandschutzkonzept. Gleichzeitig gestaltete er die Räume auf dem Papier so, dass sie sein Lego-Museum beheimaten könnten. Auch ein angebautes Veranstaltungshaus, zum Beispiel in Form eines Würfels, sei denkbar. "Das wäre für alle Veranstaltungen offen", erläutert der Lego-Freund. Mit der Landkreis-Verwaltung seien die Pläne abgestimmt.

Mit seiner Idee eines "Bausteinweltenhauses" wandte sich Lange an Eschedes Bürgermeister Günter Berg und an die Mitglieder des Gemeinderates. "Man ist erstmal ein bisschen skeptisch", gibt Berg angesichts der Museumspläne zu. Langes detailliertes Konzept habe ihn jedoch überzeugt, das Projekt ernsthaft in Erwägung zu ziehen. Auch unter den Ratsmitgliedern werde die Idee kontrovers diskutiert.

Ein Treffen mit Museumsexperten, an dem unter anderem Hans Lochmann vom Museumsverband Niedersachsen-Bremen teilnahm, habe ergeben, dass ein interaktives Lego-Museum in Eschede "ein ambitioniertes, aber großartiges Vorhaben" sei. Ein Kostenrahmen ließ sich noch nicht ermitteln, Zahlen von mindestens 500.000 Euro stehen im Raum.

Stephanie Bölke, Vorsitzende des Vereins Tourismus und Gewerbe Eschede (GuTE), zählt zu den größten Befürwortern eines Lego-Museums in ihrem Heimatort. "Das Museum hätte Strahlkraft und wäre ein großer Wirtschaftsfaktor", sagt Bölke.

Die zentrale Frage ist: Wer betreibt das Museum? Die finanzschwache Gemeinde scheidet aus. Das berufstätige Ehepaar Lange will die Lego-Modelle kostenlos zur Verfügung stellen und die Ausstellung aufbauen, betreuen sowie erweitern – betreiben jedoch nicht. Dass das Museum ein Besuchermagnet wäre, davon ist Lange überzeugt: "Wir können mit unseren Modellen die Lego-Geschichte für alle Jahrzehnte abbilden. Das ist unser Alleinstellungsmerkmal."

Wichtig sei auch, das Unternehmen Lego mit ins Boot zu holen. Dafür würden Lange und Berg sogar persönlich nach Dänemark fahren. "Ich würde alles versuchen, um dieses Projekt zu 100 Prozent auszuloten", sagt Berg. Auch Lange möchte wissen: Geht's oder geht's nicht? "Sonst müssen wir weiter suchen", sagt der Escheder.

Zurzeit steht das größte Lego-Museum Europas in Prag. Lange war bereits da und hat sich das Angebot angeschaut. Selbstbewusst sagt er: "Wir könnten mehr."

Amelie Thiemann Autor: Amelie Thiemann, am 13.08.2017 um 12:49 Uhr
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