Raser machen Celler Schülern flotte Beine

Um die Bushaltestelle „Nadelberg“ zu erreichen, nutzen viele Schulkinder morgens die Querungshilfe an der Hannoverschen Heerstraße. Im Nacken haben sie die Rechtsabbieger, die vom Mondhagen losdüsen, um schnell Lücken zu schließen. Foto: Oliver Knoblich

Um die Bushaltestelle „Nadelberg“ zu erreichen, nutzen viele Schulkinder morgens die Querungshilfe an der Hannoverschen Heerstraße. Im Nacken haben sie die Rechtsabbieger, die vom Mondhagen angerauscht kommen, um schnell Lücken zu schließen.

WESTERCELLE. Morgens kurz vor acht Uhr ist viel los an der Hannoverschen Heerstraße. Schulkinder kreuzen die Straße, um ihren Bus zu erreichen. Die Fahrzeugschlange von der Tangente kommend in Richtung Hannover reißt nicht ab. Daher haben es die Autofahrer besonders eilig, die aus dem Wohngebiet am Mondhagen kommen. Die Rechtsabbieger lauern auf die nächste Lücke und wollen so schnell wie möglich vom Fleck kommen. Doch dann wird es oft knapp für die Fußgänger, die die Querungshilfe nehmen.

„Mich hat es selbst fast erwischt. Doch ich konnte meinen Hund gerade noch auf die Querungshilfe ziehen“, erzählt Hartmut Heppner. „Nur wenn die Fußgänger rennen oder die Autofahrer stark bremsen kann hier ein Unfall vermieden werden.“ Seiner Meinung nach ist der Überweg zu dicht am Mondhagen. Er fragt sich, warum die Stadt an dieser Stelle keine „Drückerampel“ installieren kann – so wie an der Blumläger Schule.

Bereits vor fast einem Jahr informierte Heppner die Stadtverwaltung über die Gefahrenstelle. Langsam verliert der Celler die Geduld. Denn erst Ende Juli fuhren dort Polizei- und Krankenwagen vor. Heppner fragt: „Wie lange die Stadt noch die Augen verschließen möchte?“

Stadtsprecher Wolfgang Fischer klärt auf: „Nach Aussage der Polizei befuhr der jugendliche Fahrradfahrer den linken Radweg in Richtung Innenstadt. Obwohl er das aus Richtung Innenstadt herannahende Auto hätte sehen müssen, ist er einfach die Absenkung des Radweges zur Querungshilfe herunter und direkt vor das Auto gefahren.“ Beim Zusammenstoß wurde der Jugendliche verletzt und ins Krankenhaus gebracht. Fischer betont: „Nach Zeugenaussagen ist der Radfahrer ohne Verzögerung einfach vors Auto gefahren. Die Regelmissachtung ist als menschliches Fehlverhalten einzustufen.“

Querungen habe es an dieser Stelle schon immer gegeben, erläutert Fischer. Die Ampeln seien zu weit entfernt und würden deshalb nicht angenommen. „Zebrastreifen über zwei parallele Fahrstreifen in gleicher Richtung sind unzulässig“, so der Sprecher. Denn, wenn ein Fahrzeug halte, könne auf der Parallelspur der Überweg nicht eingesehen werden. Eine weitere Ampel sei mit den „Nachbarampeln“ nicht koordinierbar und würde zu mehr Rotlichtverstößen und Stau führen. „Folglich würde die Verkehrssicherheit nicht verbessert, sondern verschlechtert“, betont Fischer. Er appelliert an die Vernunft aller Verkehrsteilnehmer: „Die Verkehrssicherheit hängt ganz wesentlich davon ab, ob die für alle Verkehrsteilnehmer geltenden Regeln befolgt werden. Regelmissachtungen kann man nicht baulich lösen.“

Dagny Siebke Autor: Dagny Siebke, am 11.08.2017 um 19:10 Uhr
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