Kaliberg-Begrünung: Demo am Wathlinger Rathaus

"Keine Grundstücke für K+S": Rund 30 Bürger protestierten am Wathlinger Rathaus gegen die Pläne des Dax-Konzerns. Foto: Holger Müller

Die geplante Begrünung des Kalibergs schlägt in Wathlingen weiterhin hohe Wellen. Am Montag demonstrierte die Bürgerinitiative Umwelt Wathlingen mit etwa 30 Personen am Rathaus. Dort fand am Abend eine Beratung des Bauausschusses statt. Dabei ging es um einen Antrag der Grünen, wonach die Gemeinde dem Bergbaukonzern K+S keine eigenen Grundstücke für die Abdeckung des Kalibergs zur Verfügung stellen soll.

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WATHLINGEN. Eine Entscheidung wurde am Montag im Ausschuss nicht getroffen. Nach Auskunft der Vorsitzenden Beatrix Thunich (FDP) wurde einstimmig beschlossen, "erst dann eine Entscheidung zu treffen, wenn konkrete Pläne von K+S vorliegen". Außerdem soll anwaltlich geklärt werden, ob die Gemeinde enteignet werden könnte, sollte sie die Grundstücke am Kaliberg nicht zur Verfügung stellen. "Dabei geht es um Information, nicht um Konfrontation zu K+S", betonte Thunich gegenüber der CZ.

Bürgermeister Torsten Harms sagte, dass vor einer Entscheidung zu den Grundstücken erst die rechtlichen Konsequenzen klar sein müssten. Zudem sei noch nicht endgültig ausgemacht, ob die Grundstücke der Gemeinde im Rahmen der Kaliberg-Abdeckung überschüttet würden.

Die Gemeinde besitzt rund um den Berg Straßenparzellen und eine Grundstücksfläche. Damit K+S den Berg wie geplant begrünen kann, braucht der Dax-Konzern diverse Grundstücke am Berg. Mehrere Privatleute haben für ihre Grundstücke bereits Vorverträge mit K+S abgeschlossen, die Gemeinde hat das noch nicht getan. Denkbar ist, dass sie einen Hebel in der Hand halten will, um Einfluss auf die Verhandlungen mit K+S zu nehmen.

Vor der Sitzung verteilten Mitglieder der Bürgerinitiative ein Schreiben an die Ratspolitiker, um sie an "ihre historische Verantwortung zu erinnern". Die Abdeckung stelle keine nachhaltige Lösung für die Umweltprobleme dar, die durch die Halde verursacht werden, heißt es in dem Brief von BI-Sprecher Holger Müller. "Die Sackungen in Sehnde haben kürzlich gezeigt, dass die dortige Haldenabdeckung nicht dauerhaft funktioniert." Außerdem wiederholt die Bürgerinitiative den Vorwurf, dass das Landesbergamt (LBEG) noch immer keine vollständige Akteneinsicht gewährt habe. "Viele Fragen sind unbeantwortet, viele Informationen fehlen", kritisiert Müller, "deshalb darf man die Grundstücke jetzt nicht veräußern". Die Bürgerinitiative spricht sich für den Versatz der Halde in das Bergwerk aus. Müller: "Dort ist nach unserer Kenntnis Platz genug. Dass ein Teil geflutet ist, stellt kein grundsätzliches Hindernis dar."

Bürgermeister Harms lobte das Engagement der BI: "Wir sind aber der falsche Ansprechpartner, weil wir auf der Seite der Bürger stehen. Die BI müsste bei K+S oder dem Landesbergamt demonstrieren."

Simon Ziegler Autor: Simon Ziegler, am 15.08.2017 um 18:09 Uhr
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