Über Zaun gesprungen: Wolf reißt 20 Heidschnucken in Schmarbeck

Foto: Anne Friesenborg

Betroffenheit im Wolfsbüro, der Celler CDU-Landtagsabgeordnete Ernst-Ingolf Angermann spricht von einer ganz neuen Dimension und Hinnerk Peter Tewes sieht seine Heidschnuckenzucht am Ende: In der Nacht zu Freitag sind in Schmarbeck-Sanden bei Faßberg 13 Schafe getötet worden, 7 weitere mussten am Freitag von einer Tierärztin eingeschläfert werden, weil sie durch einen Kehlbiss so stark verletzt worden waren. Tewes und der Wolfsberater Volkhard Pohlmann sind sich sicher: Es war der Wolf.

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SCHMARBECK. Pohlmann hat DNA-Proben genommen und alles mit Fotos dokumentiert, sein 25-seitiges Protokoll leitet er nun an das Wolfsbüro Hannover weiter. Mit einem Ergebnis ist allerdings erst in einigen Wochen zu rechnen, da das zuständige Institut nach Aussage von Bettina S. Döhr, Pressesprecherin des Wolfsbüros des Niedersächsischen Landesbetriebes für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz, derzeit sehr viele Proben analysiere. Dabei könnte das Ergebnis alles verändern. "Ein Fall, in dem der Wolf den Grundschutz überwunden hat, ist uns bisher nicht bekannt", sagte Döhr.

Doch in Schmarbeck scheint der Wolf über den 1,20 Meter hohen Elektrozaun mit 5000 Volt Spannung sowie zusätzliches 20 Zentimeter hohes Flatterband gesprungen zu sein, um die Schafe im Nachtpferch zu töten. Hunger scheint dabei nicht das Motiv des Raubtieres gewesen zu sein – lediglich der Bock war etwas angefressen.

"Möglicherweise haben junge Wölfe ihren Jagdtrieb ausgelebt und im Blutrausch die Schafe aus Spaß getötet", sagte Pohlmann. Schäfer Hans Stolz kamen gestern Morgen auf jeden Fall die Tränen, als er die toten und verwundeten Tiere fand. Sie waren in dem ganzen Pferch, in dem 70 Muttertiere und ein Bock untergebracht waren, verteilt. Bereits im Juli waren bei zwei Angriffen fünf Schafe aus der Herde gerissen worden.

"Die Wölfe springen über Zäune – da kann sich keiner gegen wehren", sagte Tewes resignierend. In zwei Jahren gehe sein Schäfer in Rente und von ihm eingegangene Verpflichtungen für den Naturschutz liefen aus. "Wenn sich nichts ändert, werde ich dann aus der Zucht aussteigen", so Tewes. "Allerdings hat der Wolf bis dahin vermutlich alle Tiere tot gebissen."

Christopher Menge Autor: Christopher Menge, am 19.08.2017 um 08:20 Uhr
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