Abschüsse von Wölfen im Landkreis Celle gefordert

Bei drei Übergriffen in Schmarbeck bei Faßberg haben Wölfe in den vergangenen Wochen bewiesen, dass sie auch über Zäune springen können, um Heidschnucken zu reißen. Am Freitag wurden 13 Heidschnucken auf dem Betrieb von Peter Hinnerk Tewes getötet, 7 weitere mussten eingeschläfert werden, weil sie durch einen Kehlbiss so stark verletzt worden waren. Der Verband Lüneburger Heidschnuckenzüchter fordert nun den Abschuss dieser Wölfe. Unterstützung gibt es aus der Politik.

CELLE. "Dieser Wolf muss geschossen werden", sagt der Celler CDU-Landtagsabgeordnete Ernst-Ingolf Angermann. "Eine andere Lösung sehen wir nicht, wenn wir die Heide erhalten wollen." Es sei der Punkt erreicht, an dem ein klares Zeichen gesetzt werden müsse. Auch Angermanns Parteikollege, der Celler Bundestagsabgeordnete Henning Otte, betonte bei einer Wahlkampfveranstaltung in Rieste bei Bienenbüttel, dass man den Weidetierhaltern beiseite stehen müsse. "Es kann nicht sein, dass sich der Wolf immer weiter unkontrolliert ausbreitet", so Otte. In Rieste war auch Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) zu Gast, der seine Forderung, eine Abschussquote für Wölfe einzuführen, erneuerte. "Dass man nicht bereit ist, in das Wolfsmanagement bestandsbegrenzend einzugreifen, kann ich nicht verstehen", sagte der Minister.

Carl Wilhelm Kuhlmann, Vorsitzender des Verbandes Lüneburger Heidschnuckenzüchter, hat sich mit einem Antrag außerdem an den niedersächsischen Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne) gewandt. Die Forderung: die sofortige Entnahme dieser Wölfe. "Wenn nicht umgehend gehandelt wird, ist die Heidschuckenhaltung in der Lüneburger Heide gefährdet", schreibt Kuhlmann. "Diese Wölfe geben das erlernte Sprungverhalten an ihren Nachwuchs weiter. Durch Abwanderung breiten sich diese Wölfe weiter aus."

Und auch Wenzels Parteikollegen sind nach den Wolfsrissen im Raum Schmarbeck und Niederohe besorgt um die Situation der Heidschnuckenzüchter. "Wir fordern, dass die Nutztierhalter vom Land besser unterstützt werden“, sagt Klaus Glagla, Gemeinderatsmitglied der Grünen in Faßberg. Außerdem müsse eine „schnelle Eingreiftruppe“ des Landes gebildet werden, die sofort nach Auffälligkeiten von Wölfen in Bezug auf Menschen entscheiden kann, wie im Einzelfall zu handeln ist. „Wir Grüne sind offen für die Wiederverbreitung des Wolfes in unserem Raum, wollen aber, dass gegen auffällige Einzelwölfe schneller und entschlossener – bis zur Entnahme – vorgegangen wird“, fordert Glagla.

Tewes, der bei dem Riss am vergangenen Freitag 20 Tiere verlor, sieht seine Heidschnuckenzucht am Ende. Der oder die Wölfe hatten einen 1,20 Meter hohen Zaun, der mit einem Flatterband auf 1,40 Meter erhöht worden war, übersprungen. Den Schaden bezifferte Tewes auf 4500 Euro. "Aber über Geld will ich hier gar nicht reden", sagt der Züchter. "Wir wissen nicht mehr, was wir machen sollen – sind mit unserem Latein am Ende." Neben einem Einzelwolf sei ein 13-köpfiges Rudel in der Region unterwegs. "Unsere Tiere werden so gut wie möglich geschützt, aber die Wölfe finden Mittel und Wege", sagt Tewes. Daher sieht auch er nur eine Lösung – den Abschuss dieser Wölfe.

Christopher Menge Autor: Christopher Menge, am 21.08.2017 um 17:49 Uhr
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