Neubau in Erinnerungsstätte Luftbrücke in Faßberg soll mit Fördermitteln finanziert werden

Die geplanten Gebäude sollen die Form eines "Fassberg Flyers" haben. Foto: Fremdfotos/eingesandt

Insgesamt 539.112 Tonnen Kohle haben britische und amerikanische Flugzeuge in den Jahren 1948 und 1949 in das blockierte Berlin geflogen. Der Fliegerhorst Faßberg, auf dem es täglich bis zu 450 Starts und Landungen gab, war einer der Eckpfeiler der Luftbrücke. Die Erinnerung an die historische Bedeutung wird durch die Erinnerungsstätte Luftbrücke Berlin in Faßberg wach gehalten, doch die bisherigen Museumsgebäude reichen nicht mehr aus. Der Förderverein plant daher schon seit längerer Zeit einen Neubau. Jetzt kommt Bewegung in das 600.000-Euro-Projekt. Der SPD-Landtagsabgeordnete Maximilian Schmidt hat den Förderverein darauf hingewiesen, dass bis zu 90 Prozent der Kosten über Fördermittel finanziert werden könnten.

FASSBERG. „Ich bin davon überzeugt, dass mit diesem Projekt nicht nur eine erhebliche kulturelle, geschichtliche und zugleich pädagogische Aufwertung des Standortes Faßberg erfolgen würde – zugleich ergäbe sich am Ort ein neues Angebot, das hervorragend für kulturelle Veranstaltungen genutzt werden könnte“, sagt Schmidt, der die Erinnerungsstätte gemeinsam mit der SPD-Bundestagsabgeordneten Kirsten Lühmann Ende August besucht hat. „Konkret habe ich dabei darauf hingewiesen, dass eine Förderung aus dem ZILE-Rahmen – Zuwendungen zur integrierten ländlichen Entwicklung des Landes Niedersachsen – möglich sein könnte“, so Schmidt. Besonders wertvoll könnte hierbei die zeitgleiche Inanspruchnahme der Kofinanzierungshilfen des Landes Niedersachsen sein, diese steht Kommunen wie der Gemeinde Faßberg zur Verfügung, die als Bedarfszuweisungskommunen vor besonderen Herausforderungen bei Investitionen stehen. Allerdings sei es hierfür nötig, dass die Gemeinde selbst in ein Förderverfahren einsteigt. Daher beschäftigt sich nun der Gemeinderat mit dem Projekt.

Die Pläne sehen vor, dass die Ausstellungsflächen durch den Bau einer weiteren Nissenhütte mit einer Fläche von 150 Quadratmetern und eines multifunktionalen Besucher- und Empfangsgebäude mit einer Grundfläche von ebenfalls 150 Quadratmetern erweitert werden. Beide Gebäude sollen baulich und funktional zur Einheit „Kultur-, Tourismus- und Besucherzentrum“ verbunden werden und die Form eines „Fassberg Flyers“ haben. Sie beziehen sich somit schon äußerlich auf ihr inhaltliches Anliegen.

„Ziel ist es, auch andere Ausstellungen nach Faßberg zu ziehen“, sagt der Vorsitzende des Fördervereins Paul Hicks. „Zudem wird der Neubau barrierefrei sein.“ In der Nissenhütte sind Wechselausstellungen zur Luftbrücke Berlin und eine Ausstellung zur Gemeinde Faßberg geplant. „Hier sollen auch Ausstellungen zu anderen Themen, zum Beispiel die Bedeutung der Heidelandschaft für die Menschen in der Region über mehrere Jahrhunderte gezeigt werden“, sagt Hicks. Auch externen Anbietern solle der Raum zur Verfügung gestellt werden. „Kulturschaffende werden hier eine Plattform finden, sich und ihre Kunst der Öffentlichkeit zu präsentieren“, sagt Hicks, der bei einem positiven Förderungsbescheid die letzten zehn Prozent der Kosten über weitere Förderer finanzieren möchte. „Da haben wir schon welche im Boot“, so Hicks.

Derzeit kommen etwa 8000 Menschen pro Saison zwischen April und Oktober in die Erinnerungsstätte in Faßberg. Höhepunkt der Ausstellung auf einer Fläche von insgesamt knapp 4000 Quadratmetern ist der Rosinenbomber, mit dem während der Berlin-Blockade die Millionenstadt aus der Luft versorgt wurde. Die Erinnerungsstätte ist das einzige Museum in Deutschland, das die Berliner Luftbrücke umfassend darstellt.

Christopher Menge Autor: Christopher Menge, am 12.09.2017 um 19:05 Uhr
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