Klavier-Duo der Sonderklasse kommt nach Celle

Evgeni Koroliov und Ljupka Hadzigeorgieva (von links) eröffnen die neue Saison des Kammermusikrings. Foto: Barbara Frommann

Evgeni Koroliov ist schon seit Jahrzehnten einer der hochkarätigsten Geheimtipps in der Fachwelt. Unvergessen ist die Aussage des Komponisten György Ligeti, dass er, wenn er eine einzelne CD mit auf eine Insel nehmen könnte, diejenige von Bachs „Kunst der Fuge“ in der Interpretation von Koroliov wählen würde. Spätestens damit war Koroliov so unumstritten anerkannt wie kaum ein anderer Pianist unserer Zeit. Höchste Anerkennung genießt zudem das Klavier-Duo Koroliov, das er schon seit über vierzig Jahren zusammen mit seiner Frau Ljubka Hadzigeorgieva bildet.

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CELLE. Koroliov versucht immer „nur“ dem
Wesen der Musik auf die Spur zu kom-
men. Sich selbst in den Vordergrund zu spielen, das ist nicht sein Ding. Lange Jahre unterrichtete er als Professor in seiner Wahlheimat Hamburg: „Meine Tätigkeit als Lehrer verstand ich immer rein als musikalische Erziehung.“ Und er ergänzt: „Sie war nicht auf Karriere ausgerichtet.“ Ihn interessiert bis heute nur die Kunst. Und er möchte einfach in innerlich freier Verfassung gute Konzerte spielen.

Der begnadete Musiker Koroliov spricht ganz offen darüber, wie er diese oder jene Musik empfindet. Und wie er meint, mit ihr umgehen zu müssen. „Wissen sie, ich spiele immer nur Musik, mit der ich leben kann.“ Das meint er wörtlicher, als man das gemeinhin liest. Die Musik, die er im Konzert spielt, die gehört für ihn zu seinem Leben wie das Atmen. Sie muss ihn irgendwann einmal so angesprochen haben, dass er nicht mehr ohne sie kann. Das war immer schon ganz viel Bach, inzwischen ist es auch Mozart, Beethoven, Schubert, Chopin, aber auch Strawinsky. Wenn Koroliov das Gefühl hat, dass er einer ganz bestimmten Musik nicht so gerecht werden kann, wie er sich das selbst vorstellt, dann spielt er sie nicht. Und er verweigert sich auch Marktmechanismen, die von ihm Dinge verlangen, die er nicht liefern will. Keine gestylten Fotos, keine Exklusiv-Ausgaben, keine Aufnahmen oder Konzerte mit Stücken, die gerade „in“ oder zumindest populär sind. „Das zweite Klavierkonzert von Johannes Brahms, ein wunderbares Stück, aber ich hatte immer das Gefühl, dass andere musikalisch damit mehr anfangen können als ich. Dann muss ich das doch nicht spielen. Und außerdem: Ich musiziere inzwischen kaum mehr mit Orchester, weil mir heute das gemeinsame Proben mit dem Orchester meist nur in zu geringem Umfang ermöglicht wird.“ Außerdem: Koroliov reist nicht gerne. Er scheint die Vertrautheit und die eigene innere Ruhe zu brauchen, um so gut zu musizieren, dass es den eigenen Ansprüchen genügt.

In Celle spielen Koroliov und seine Frau ein Feinschmeckerprogramm: Zunächst spielt Evgeni Koroliov alleine die dreistimmigen Sinfonien von Bach, dann die F-Dur-Sonate KV 332 von Mozart und zum Schluss und gewissermaßen als Hauptwerk das dreivertelstündige Grand Duo von Schubert, ein Stück, das möglicherweise eine Sinfonie hätte werden sollen. All das sind Stücke, die selten im Konzertsaal erklingen, obwohl alle drei von höchstem Rang sind.

Reinald Hanke Autor: Reinald Hanke, am 22.09.2017 um 10:41 Uhr
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