"Fake-Entführung" von Hambührenerin: Verhandlung verschoben

BildunterschriftBildunterschrift Foto: Julian Stratenschulte

Die Berufungsverhandlung im Fall der 19-jährigen Hambührenerin, die ihre eigene Entführung vorgetäuscht hatte, findet doch nicht in der kommenden Woche statt. Das Lüneburger Landgericht sagte auf CZ-Anfrage, dass der Termin verschoben wurde, weil ein Verteidiger verhindert sei. Ein neuer Termin steht noch nicht fest.

HAMBÜHREN. Ende August hatte ein Gerichtssprecher zunächst mitgeteilt, dass am 17. und 18. Oktober verhandelt werden sollte. Die Verhandlung wird wie schon in der ersten Instanz am Amtsgericht Celle nichtöffentlich stattfinden, da die junge Frau in einem Fall noch nicht volljährig war. Neben der inszenierten Entführung ging es im Mai in Celle auch um den Vorwurf, die Hambührenerin habe Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte geleistet. Sie musste sich ferner in zwei Fällen von Sachbeschädigung verantworten.

Mit dem Schritt, in Berufung zu gehen, war allgemein nicht gerechnet worden, da das Urteil des Amtsgerichts von Anfang Mai für die Angeklagte als milde eingeschätzt worden war. Das Gericht hatte entschieden, dass sich die Hambührenerin zwei Jahre lang nichts zu Schulden kommen lassen darf. Wird sie doch wieder straffällig, wird das Strafmaß in einem neuen Prozess festgelegt. Außerdem muss sie sich in therapeutische Behandlung begeben. Ihr wird auch ein Bewährungshelfer zur Seite gestellt, hieß es. Selbst ihr eigener Anwalt hatte sich nach dem Urteil sehr zufrieden geäußert. Bekannt wurde kurz nach dem Urteilsspruch, dass sich die junge Frau einen neuen Anwalt genommen hatte – der dann Berufung einlegte.

Die heute 19-Jährige war Ende November 2016 gefesselt in Boye entdeckt worden. Später räumte sie ein, die Geschichte selbst inszeniert zu haben. Der Fall hatte bundesweit für Schlagzeilen gesorgt. Die junge Frau war mit mehr als 100 Straftaten in Verbindung gebracht worden. Inzwischen ist es deutlich ruhiger geworden. In den vergangenen Monaten wurden keine neuen Vorwürfe öffentlich.

Simon Ziegler Autor: Simon Ziegler, am 12.10.2017 um 21:13 Uhr
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