Schlosstheater Celler erfreut über Gastspielanfragen

Dirk Böther vom Celler Schlosstheater ist bei Gastauftritten in Siegen zu sehen. Foto: Alexs Sorokin

Dass Celle mit dem Schlosstheater nicht nur eine attraktive Spielstätte, sondern auch ein tüchtiges Ensemble und einen abwechslungsreichen Spielplan zu bieten hat, ist unter den Theaterfreunden längst bekannt.

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CELLE. Gastspielanfragen aus dem weiteren Umfeld zeigen die Strahlkraft des Theaters. Zudem sind Gastspiele auch über den Landkreis hinaus eine schöne Möglichkeit, neben den wirtschaftlichen Gesichtspunkten ein neues Publikum anzusprechen. Genau dies möchte Intendant Andreas Döring mit seinem Team erreichen.

Im Schnitt sind es schon zwischen zwanzig und fünfzig Gastspiele inklusive der Schulvorstellungen von Stücken für Jugendliche, die eigens an Schulen eingeladen werden. In diesen Wochen wird „Flasche leer“ an mehreren Schulen in Celle und im Umland gespielt, die „Kleine Hexe“ wird auch in Soltau und Gifhorn aufgeführt werden. Anfragen für die „Landpartie“ gibt es auch über die Kreisgrenzen hinaus und im Apollo-Theater in Siegen ist das 2015 in Celle uraufgeführte Zwei-Personenstück „Kein Schönes Land (?)“ des türkischen Autors Mehmet Gürcan Daimagüler mit den Schauspielern Dirk Böther, der zur Zeit als Nathan auf der Bühne des Schlosstheaters steht, und dem ehemaligen Ensemblemitglied Rasmus Max Wirth sogar im Abonnement zu erleben. CZ-Mitarbeiter Hartmut Jakubowsky sprach mit Dirk Böther über seine Eindrücke.

Sie spielen „Kein schönes Land (?)“ weiterhin zusammen mit Rasmus Max Wirth. Was bedeutet Ihnen das Stück?

Wir hätten es nicht als vernünftig angesehen, das Stück jetzt anders zu besetzen. Ich war sehr überrascht festzustellen, dass mir dieses Stück doch sehr am Herzen liegt, mehr als vor einem halben Jahr als es schon ein wenig verblasst war. Ich mag das Stück, weil ganz viel an persönlicher Arbeit darin steckt. Es ist einerseits die persönliche Lebensgeschichte von Daimagüler, aber andererseits auch für mich eine persönliche Geschichte, weil sein Lebenslauf meine eigene Kindheit und Jugend mit abdeckt.

Wie nähert man sich einer so umfangreichen Rolle, wenn man abends gleichzeitig noch in einem anderen Stück auf der Bühne steht?

Man nähert sich der Figur wie jeder anderen auch, wobei es als Unterschied so unwahrscheinlich viel Material gibt. Daimagüler selbst hat sich bewusst herausgehalten und uns freie Hand gelassen, weil er der Meinung war, dass das Theater seinen eigenen uneingeschränkten Blick auf die Dinge behalten müsse.

Wie ist es zu dem Kontakt mit dem Theater in Siegen gekommen?

Das ist über den Protagonisten des Stückes gekommen, der Kontakte zu den Veranstaltern der in Siegen stattfindenden Biennale im Mai diesen Jahres hatte. Das Motto in diesem Jahr war der Begriff „Heimat“. Das Stück beschäftigt sich ja durchaus mit dem Gefühl, sich fremd im eigenen Land zu fühlen und auch mit dem Bekenntnis zu Deutschland als seinem Heimatland.

Die Medien haben ja sehr positiv berichtet

Das stimmt. Die Leute haben viel geklatscht und sind aufgestanden. Das freut mich natürlich. Das letzte Mal haben wir das Stück zweimal im September gespielt, die nächsten Aufführungen finden im März an drei aufeinander folgenden Tagen statt. Das ist sehr angenehm.

Empfinden Sie diese Aufgaben eher als Belastung oder als Herausforderung?

Ich empfinde das für mich persönlich als Bereicherung. Eine Figur erarbeitet zu haben und die nächste weiter zu entwickeln, ist das, was mich in dem Beruf wahrscheinlich kreativ am Leben erhält. Das ist einerseits natürlich anstrengend, macht aber andererseits auch großen Spaß. Im September habe ich am Sonntag in Siegen gespielt, stand am Montag in Celle als Nathan auf der Bühne und war am Dienstag wieder in Siegen zu Gast.

Empfinden Sie die Einladung nach Siegen als Auszeichnung?

Auf jeden Fall ist es eine Anerkennung. Dass es gut ankommt und die Leute berührt, ist schon etwas, das einen freut. Aber es geht ja nicht nur um die schauspielerische Leistung, sondern auch um den Inhalt.

Was war in Siegen anders als in Celle? Reagiert das Publikum anders?

Bei der ersten Aufführung hatte ich schon den Eindruck, dass es einige Zeit gedauert hat, ehe das Publikum „aufgetaut“ war. Irgendwie gab es eine gewisse Distanz. Aber die Aufgeschlossenheit des Abo-Publikums war in Siegen letztlich nicht anders als in Celle.

Wie wird es weitergehen?

Das ist noch nicht geklärt, aber wenn von ande-
rer Seite angefragt wird, würden wir das sicher möglich machen.

Hartmut Jakubowsky Autor: Hartmut Jakubowsky, am 03.11.2017 um 08:58 Uhr
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