Fundament fürs Bannetzer Wasserrad

Foto: Lothar H. Bluhm

Das gleißende Licht der riesigen Scheinwerfer an den hohen Gittermasten wirft gespenstische Schatten auf die Szene. Die Aller rauscht über das Wehr, Aggregate brummen, Dieselgeruch zieht in die Nase. Es wird emsig gebaut an der Forschungswasserkraftanlage Bannetze-Hornbostel: Der lange rote Arm des Baggers taucht tief ein in die Baugrube.

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BANNETZE. Da stehen sie also, die dicken stabilen Stahlspundwände, die in den letzten Monaten am Ostufer der Aller neben dem rund sieben Hektar großen Naturschutzgebiet Hornbosteler Hutweide senkrecht in die Erde gepresst wurden. Sie verhindern, dass Wasser in die große Baugrube läuft. Gleichzeitig bilden sie die Begrenzung des Fundamentes für das zwölf Meter breite Stahlwasserrad, das einen Durchmesser von elf Metern haben wird.

Auf der Ostseite der Aller läuft momentan die Endphase des „Bauloses 1“ des Gesamtprojektes. Die Erdarbeiten und das Setzen der Spundwände sind so weit fortgeschritten, dass aus dem Karree der Baugrube das Erdreich ausgebaggert und Wasser abgepumpt werden können. „Der Untergrund für das künftige Wasserrad stellte uns vor besondere Herausforderungen, die es erforderlich machten, zusätzliche Erdanker zu setzen“, sagt Alexander Redenius von der Salzgitter-Mannesmann-Forschung GmbH. So sei es zu Bauverzögerungen gekommen. Jetzt sei aber demnächst das Gießen des Unterwasserbetons im Rahmen dieses Bauloses abgeschlossen. Baulos 1 hat ein finanzielles Volumen von rund 1,8 Millionen Euro.

Insgesamt werden demnächst etwa 2000 Tonnen Unterwasserbeton eingearbeitet. Anschließend folgt die Dichtigkeitsprüfung. „Wir werden danach das gesamte Baufeld räumen und die Baustelle sichern. Parallel bereiten wir die Ausschreibung für das nächste Los vor“, gibt Redenius einen kleinen Einblick in die bautechnische Seite des Projektes. „Es geht also weiter“, versichert der Experte. Allerdings werde mindestens ein halbes Jahr vergehen, bevor wieder Leben auf der Baustelle sei. Radfahrer und Fußgänger können die Allerquerung über Schleuse und Wehr dann wieder zwischen Bannetze und Hornbostel nutzen. In der Zwischenzeit werden nach Redenius Angaben planerische Arbeiten erledigt.

Der zuständige Projektleiter der Technischen Universität Braunschweig, Christian Seidel, geht davon aus, dass übernächstes Jahr das Wasserkraftwerk in Betrieb gehen wird. Rund ein Jahr Verzögerung sei eingetreten, weil es zum Teil sehr lange gedauert habe, bis der letzte Bewilligungsbescheid zur Förderung der europaweit interessanten Anlage vorlag – ohne Bewilligungsbescheid kein Baubeginn und keine Förderung.

Die Forschungswasserkraftanlage soll den Nachweis der technischen Funktion erbringen. Anschließend wird die wirtschaftliche Machbarkeit überprüft, bevor später die Markteinführung einer Kleinserie von Wasserrädern erfolgen soll. „Das technische Wasserkraftpotential in Deutschland ist derzeit erst zu 66,9 Prozent ausgeschöpft. Ungenutzt ist dabei vor allem das Wasserkraftpotential, das im Bereich der niederen Fallhöhen und großen Durchflussmengen liegt“, weiß Seidel.

Lothar H. Bluhm Autor: Lothar H. Bluhm, am 13.11.2017 um 17:44 Uhr
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