Nach WM-Aus hofft Nadal auf 2018: «Weiß, was ich tun muss»

Rafael Nadal (l) unterlag zum Auftakt David Goffin und gratuliert dem Sieger nach dem Spiel. Foto: John Walton Foto: John Walton

London (dpa) - Eine heroische Kampfansage kam Rafael Nadal nach seinem Rückzug von den ATP Finals nicht über die Lippen. Der erfolgreichste Tennisspieler des Jahres konnte nicht mehr, sein rechtes Knie schmerzte, auf seinen ersten WM-Titel muss er weiter warten.

«Wir hoffen, dass wir gut damit umgehen, die richtige Pause machen, gut damit arbeiten und versuchen, zum Beginn der nächsten Saison, bereit zu sein», sagte der 31-Jährige in London.

Sein Ziel sei es, auch 2018 in der Weltspitze mitzuspielen. Der Rückschlag sei «nichts Neues», meinte der Erste der Weltrangliste, dessen Karriere schon häufig durch Verletzungen unterbrochen war. «Ich weiß, was ich tun muss.»  

Tief enttäuscht, aber gefasst erklärte er seinen Rückzug von der Tennis-WM in London. Zuvor hatte er am Montagabend sein Auftaktmatch gegen den Außenseiter David Goffin verloren. Nadal hatte dabei immer wieder Probleme, kämpfte sich aber mehrfach spektakulär ins Match zurück.

Er hätte auch bei einem Sieg aufgegeben, das habe er während des Spiels wegen der Schmerzen entschieden, betonte er. Noch zwei Matches in der Gruppenphase der ATP-WM zu spielen, das habe er nicht verdient. «Ich hatte eine großartige Saison», sagte er, weinen müsse er nicht. 2017 war der 16-malige Grand-Slam-Turniersieger endlich wieder konstant fit, gewann unter anderem die US Open und zum zehnten Mal sein Lieblingsturnier, die French Open in Paris.

Eine große Überraschung ist sein Rückzug nicht, weil Nadal bereits bei seinem letzten Turnier vor den Finals an Schmerzen gelitten hatte und ausgestiegen war. Sein derzeit stärkster Konkurrent Roger Federer hatte schon vor dem WM-Beginn Nadals möglichen Rückzug als «großen Verlust» bezeichnet.

Der 36-jährige Schweizer ist nun der WM-Topfavorit. Zudem ist der Zweite der Weltrangliste auch der letzte Superstar, der bei der Veranstaltung der besten acht Profis des Jahres dabei ist. Einige Topspieler wie Novak Djokovic und Andy Murray hatten ohnehin wegen Verletzungen die Finals verpasst.

Auf den vielen Postern rund um die Londoner Arena dominieren überlebensgroße Bilder des Schweizers und des Spaniers, ein Showdown der Routiniers war erwartet worden, doch daraus wird nichts mehr. Nachrücker Pablo Carreno Busta hat die Strahlkraft seines Landsmanns Nadal natürlich nicht. Der 26-Jährige hat in seiner Karriere bislang drei Turniere gewonnen, Nadal 75.

Eine Chance ist der Rückzug indes nicht nur für Busta, sondern auch die vielen anderen jungen Turnierteilnehmer. Nadals Bezwinger, der Belgier Goffin, hat gute Chancen auf den Sieg in der Gruppe A. Auch der Rumäne Grigor Dimitrow hat sich mit seinem Auftakterfolg gegen Dominic Thiem aus Österreich in eine aussichtsreiche Position gebracht. Der Erste und Zweite der beiden Vierergruppen erreichen jeweils das Halbfinale.

Auch der Deutsche Alexander Zverev könnte von Nadals Aus profitieren. Er spielt in der Gruppe B mit Federer. Sollte der drittbeste Profi des Jahres den Sprung in die Runde der letzten vier Spieler schaffen, würde dort eine deutlich lösbarere Aufgabe warten als ein zuvor mögliches Duell mit Nadal.

Nikolai Huland, dpa Autor: Nikolai Huland, dpa, am 14.11.2017 um 13:37 Uhr
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