Celler IGS: Unverständnis bei Eltern

Schon vor dem eigentlichen Start des Info-Abends an der Gesamtschule erkundigten sich Eltern und ihre Kinder nach den Angeboten und Besonderheiten der IGS wie Logbuch und Lernbüro. Foto: Oliver Knoblich

Das Interesse an der Celler Gesamtschule scheint ungebrochen. Nur ein paar Tage, nachdem der Schulausschuss des Landkreises mit den Stimmen der CDU, WG, FDP und AfD empfohlen hat, den Antrag der IGS auf eine gymnasiale Oberstufe abzulehnen (die endgültige Entscheidung fällt der Kreistag am 19. Dezember), kamen am Dienstag etwa 500 Eltern mit ihren Kindern zum Info-Abend ins Schulzentrum Burgstraße. „Es war sogar noch ein wenig voller als bei unseren Veranstaltungen in den Vorjahren“, sagte der stellvertretende Schulleiter der Integrierten Gesamtschule (IGS) Celle, Sebastian Zeblewski, im aus allen Nähten platzenden Forum des Schulzentrums.

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CELLE. Im Wechsel hatten Schüler, IGS-Schulleiterin Meike Kerker und Zeblewski die Besonderheiten der Gesamtschule vorgestellt. Auf den Antrag auf eine gymnasiale Oberstufe ging Kerker dabei nur kurz ein. Die Schulleiterin erklärte, dass man an der IGS alle bis zur 10. Klasse möglichen Abschlüsse machen könne. „Wir haben einen Antrag auf eine gymnasiale Oberstufe gestellt. Eigentlich macht man das erst mit den 9. Klassen, aber wir können bereits im 8. Jahrgang nachweisen, dass wir genug Schüler für eine Oberstufe hätten“, so Kerker. Auf die ablehnende Empfehlung des Schulausschusses ging Kerker nur indirekt ein: „Wir sind auf dem Weg, der steinig ist, aber wir sind optimistisch.“

Bei den Eltern war die mehrheitlich negative Haltung der Kreispolitik gegenüber einer gymnasialen Oberstufe dafür umso stärker Thema. Aus Gesprächen mit Erziehungsberechtigten zeichnet sich ab, dass die Befürchtung des IGS-Schulelternratsvorsitzenden Carsten Rusitschka durchaus eintreffen könnte. Er hatte Ende vergangener Woche im Gespräch mit der CZ gemutmaßt, dass beim Fehlen einer gymnasialen Oberstufe, die seiner Meinung nach laut Schulgesetz eigentlich der Regelfall an Gesamtschulen sein sollte, die Kinder, die ein Gymnasium besuchen könnten, der IGS immer mehr fernbleiben könnten.

Mit solchen Gedanken beschäftigt sich auch Tobias Breitenfellner aus Winsen. „Wir überlegen uns schon, unseren Sohn hier anzumelden. Ohne Oberstufe ist das aber schwer. Schön wäre es, wenn er bis zum Abitur an der Gesamtschule bleiben könnte“, meinte der Vater, der sich noch sehr gut daran erinnern kann, als zu seiner Schulzeit die Realschüler zur Oberstufe an sein Gymnasium kamen und große Probleme hatten mit der Umstellung. Einen solchen Wechsel nach der 10. Klasse auf ein Gymnasium und den damit verbundenen Schwierigkeiten möchte er seinem Sohn gerne ersparen. Zumal an der IGS ein vollkommen anderes Lernsystem vorherrsche.

„Dass der Landkreis die Gesamtschule nicht unterstützt ist sehr enttäuschend. Wir haben uns da sehr große Hoffnungen gemacht“, fuhr Breitenfellner fort. „Wenn doch immer mehr Eltern mit ihren Kindern an die Gesamtschule wollen, dann ist das doch das Schulsystem der Zukunft.“

Auch bei den Eltern, die ihr Kind schon auf die IGS schicken, ist die Enttäuschung über die Empfehlung des Schulausschusses deutlich zu spüren. Eine von ihnen ist Katrin Byrne, die zwei Söhne an der Celler Gesamtschule hat. Sie war am Dienstag vor Ort, um den älteren zur Schule zu bringen, weil er wie viele andere an der Präsentation mitgewirkt hat. „Es ist hier eine ganz tolle Lernweise und tolle Gemeinschaft hier. Mein ältester Sohn stand zwischen Realschul- und Gymnasialniveau, mittlerweile arbeitet er in allen Fächern auf Gymnasialniveau. Es wird bestimmt schwierig sein, aber ich bin davon überzeugt, dass wir eine gymnasiale Oberstufe bekommen werden.“

Gunther Meinrenken Autor: Gunther Meinrenken, am 15.11.2017 um 16:55 Uhr
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