Hornburger Synagoge findet Würdigung in Celler Pendant

Foto: Doris Hennies

Es ist eine besondere Form der Zusammenführung, die mit der aktuellen Ausstellung „Hornburg und seine jüdische Gemeinde“ derzeit in der Celler Synagoge stattfindet: In ein zwar einst geplündertes, jedoch noch immer bestehendes jüdisches Gotteshaus kommt eine Ausstellung, die – unter anderem – eine intakte Einrichtung einer Synagoge repräsentiert. So finden Raum und Ausstattung, beides für das Verständnis jüdischen Glaubens und jüdischer Geschichte wesentlich, eine gemeinsame Würdigung, ohne tatsächlich zusammengehört zu haben.

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Celle.

Der erste Beleg für die Ansiedlung von Juden in Hornburg ist datiert auf das Jahr 1642. In den folgenden knapp zwei Jahrhunderten wuchs und gedieh die jüdische Gemeinde. Vor mehr als 250 Jahren weihten die Hornburger Juden schließlich eine eigene, mit prächtiger Innenausstattung versehene Synagoge ein. Die Gemeinde war dem Oberrabbinat Halberstadt unterstellt, beschäftigte zeitweise jedoch einen eigenen Rabbiner. Aufgrund von Landflucht im Laufe des 19. Jahrhunderts verkleinerte sich die jüdische Landgemeinde wieder. Mit dem Tod des letzten weiblichen Gemeindemitglieds in Hornburg, Amalie Schwabe, im Dezember 1923 hörte die Jüdische Gemeinde – weit vor der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten – auf zu existieren.

1924 wurde das baufällige, seit 1882 nicht mehr für Gottesdienste genutzte Gebäude abgetragen. Die Innenausstattung aber wurde durch Karl Steinacker, den Direktor des Vaterländischen Museums in Braunschweig (heute: Braunschweiger Landesmuseum), unter anderem mit Hilfe des Grafikers Efraim Moses Lilien vor der Zerstörung gerettet. Mit Unterbrechungen ist sie seitdem in dem ehemaligen Benediktinerkloster Hinter Aegidien zu sehen.

Im Jahr 2016 jährte sich die Einweihung der ehemaligen Synagoge in Hornburg zum 250. Male. Aus diesem Anlass widmet sich eine Wanderausstellung der Geschichte der Jüdinnen und Juden in Hornburg und gibt Einblicke in deren Kultur und Religion. Mitgewirkt und ergänzt bei der Ausstellung hat unter anderem der Verein zur Förderung der Bet-Tfila-Forschungsstelle für jüdische Architektur in Europa an der Technischen Universität Braunschweig. Zu sehen sind, neben vielen Dokumenten, Dokumentationen und Fotos, auch mehrere maßstabgetreue Modelle ehemaliger Synagogen mit ihrer ursprünglichen Einrichtung und Ausstattung.

Öffnungszeiten der Synagoge Im Kreise 24 in Celle: Dienstag bis Donnerstag von 12 bis 17 Uhr, am Freitag von 10 bis 15 Uhr und am Sonntag von 12 bis 17 Uhr.

Führungen sind über das Stadtarchiv Celle, Telefon (05141) 124700, oder über die Touristinformation Celle, Telefon (05141) 90 9080, zu erfragen.

Doris Hennies Autor: Doris Hennies, am 24.11.2017 um 22:41 Uhr
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