Bachs komplettes Weihnachtsoratorium in der Celler Stadtkirche

Johann Sebastian Bachs „Weihnachtsoratorium“ ist neben den Weihnachtsliedern, die man selbst in der Kindheit gesungen hat, für viele der Inbegriff dessen, was man musikalisch mit Weihnachten verbindet. „Jauchzet frohlocket“, dieser Eingangschor ist fast so bekannt wie Beethovens „Freude schöner Götterfunken“. Der Celler Juventis Jugendchor und die Stadtkantorei werden unter der Leitung Stephan Doormanns in der Celler Stadtkirche am Samstag und Sonntag, 9. und 10. Dezember, das sechsteilige Werk aufführen. Das gab es lange nicht mehr in Celle.

CELLE. Selbst Freunde und Kenner klassischer Musik kennen oft nur die ersten drei Kantaten. Von der Existenz der zweiten drei Kantaten wissen zwar viele, aber gehört haben diese in ihrer Gesamtheit nur eine Minderheit. Das mag an der Gesamtdauer von knapp drei Stunden liegen. Oder auch daran, dass der Probenaufwand immens ist, wenn man das Stück mit einem Laienchor aufführen will. Kein Wunder also, dass meist nur drei Kantaten aufgeführt werden. Doormann bedauert das: „In der Folge reduziert sich für manche Hörer diese wunderbare Komposition in ihrer Erinnerung oft auf das „Jauchzet, frohlocket“ – der große musikalische wie inhaltliche Bogen aber, den Bach vom ersten bis zum letzten Satz spannt, kommt unter die Räder. Auch wenn die Handlung nur den Zeitabschnitt von Jesu Geburt bis zu seiner Anbetung durch die Weisen aus dem Morgenlande und ihrer Abreise umfasst, gelingt es Bach durch die Gesamtanlage des Stückes, uns eine umfassende Deutung der christlichen Theologie und ihrer Bedeutung für das Leben eines jeden einzelnen Menschen zu vermitteln.“

Bachs theologisches Credo des Werkes sieht Doormann darin, „dass hier Gott vom Himmel auf die Erde herab kommt und damit uns Menschen den Weg von der Erde in den Himmel hinauf eröffnet. Das ist der Grund überschwänglicher Dankbarkeit, Jubel und Freude. Und das ist es, was Bach uns mit seinem Werk schenkt.“

Ziel der zweifachen Aufführung des Stückes durch die beiden Chöre, diverser Solisten und dem Orchester „La Festa Musicale“ ist es, so Doormann, „dass sich die Sogwirkung des Gesamtwerkes in all ihrer Kraft und generationenübergreifend entfalten kann.“ Ermöglicht wird das zweimal zu erlebende Doppelkonzert durch die Kooperation der Celler Stadtkantorei und des Juventis Jugendchores am KAV-Gymnasium. Während die einen das Werk schon oft gesungen haben, ist es für andere die erste aufregende Begegnung mit dieser Komposition.

Der Juventis Jugendchor singt die Teile 1, 3 und 5 und die Kantorei die Teile 2, 4 und 6. Aufgeteilt ist das Konzert in zwei Hälften, die jeweils um 15 und 18 Uhr beginnen. „Diese wechselnde Abfolge von Traditionschor und Schulchor soll“, so Doormann, „zwei Perspektiven des Singens dieser Musik in einem Konzert erlebbar machen.“

Reinald Hanke Autor: Reinald Hanke, am 01.12.2017 um 12:03 Uhr
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