Adaption von „Peter Pan - das Musical“ fasziniert Celler Publikum

Foto: Oliver Knoblich

In der Congress Union wurde am Samstag insgesamt ein vergnüglicher Nachmittag geboten. Vor allem die freche Fee "Tinker Bell" (gespielt von Ann-Christin Pape) überzeugte das junge Publikum bereits von der ersten Sekunde an. Der Versuch, eine Vielzahl an Ansätzen in das Musical einzubauen, bremste die Geschichte allerdings zum Teil aus.

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CELLE. Wer kennt sie nicht, die Erzählung vom frechen Jungen, der nie alt werden will und seine Schar von „verlorenen Jungs“ auf Nimmerland? Zum wirklichen Verständnis für die Musical-Variante „Peter Pan“, die am Samstag in der Celler Congress Union präsentiert wurde, war das Kennen auf jeden Fall von Vorteil, denn die einzelnen Szenen, die auf der Bühne vom Ensemble des „Liberi“ -Theaters für Kinder dargeboten wurden, waren jede für sich genommen gut umgesetzt, bildeten aber zusammengenommen nicht wirklich eine nachvollziehbare Geschichte.

So war es auch wenig verwunderlich, dass trotz allerlei Jux und Tollerei auf der Bühne der Funke zu dem in weiten Teilen sehr jungen Publikum nicht so recht überspringen wollte. Der Star des Abends, dem die Kinderherzen schon vom ersten Moment wirklich zugeflogen sind, war „Tinker Bell“ – die freche Fee im Glitzerkleid, herrlich keck gespielt von Ann-Christin Pape. Ihr sah man den Trotz und den Schalk schon in Mimik und Bewegung an und damit wirkte sie präsenter als all ihre Kollegen.

Die übrigen Darsteller haben ihre Sache durchaus gut gemacht. Ein wildverwegener Peter Pan (Sasha Bornemann), eine liebevoll naive Wendy (Rebecca Hofbauer) und Laura Reinhardt (besonders überzeugend als Mrs. Darling), Tobias Ziebold (unter anderem als Seeräuber Smee) und Marlon Hangmann (auch als grimmiger Käpt'n Hook) in ihren Mehrfachrollen wurden ihren Figuren durchaus gerecht, wirkten aber alle ein bisschen zurückgenommen. Dass manches etwas blässlich „rüberkam“, hatte wohl etwas mit dem Versuch zu tun, eine Vielzahl von möglichen Ansätzen unter einen Hut zu bekommen: Da standen sich Disneys Vorlage, eine Kinder ansprechende Spaßumsetzung und künstlerisch „ernstzunehmende“ Musicalumsetzung gegenseitig ein bisschen im Weg.

Dazu kam der unterschwellige Transfer der Botschaft von „Selbstverantwortlichkeit und Mut, Sorglosigkeit der Kindheit und die Bedeutung von Familie und Freundschaft“ – vor allem auch in den Liedtexten. Alles zusammen hat den Mitfeierspaß und das persönliche Mitfiebern bei einer Geschichte, in die man eintaucht und die einen gefangen mitnimmt, ausgebremst.

Trotzdem hatten Jung und Alt mit dem Musical einen vergnüglichen Nachmittag. Marlon (8) aus Celle war mit seinen beiden jüngeren Geschwistern samt Eltern in der Vorstellung und verriet: „Am tollsten hat mir das Fechten von Peter Pan und Käpt'n Hook gefallen, das sah richtig echt aus“. Lisa-Marie (6) war mit ihrer Großmutter aus Nienhagen angereist und fand es prima, dass die freche Tinker Bell den Jungs und Wendy immer Streiche gespielt hat und so ein Kleid mit Glitzer und Flügeln wünscht sie sich für den kommenden Kinderfasching. Lars (10) aus Celle sah die Vorstellung eher pragmatisch: „Ich kenn ja die Geschichte und ich find sie auch gut gespielt, nur das Tanzen hätte nicht sein müssen. Aber toll fand ich das Umbauen in den Pausen, dass man aus den einzelnen Teilen immer wieder was anderes machen konnte.“

Doris Hennies Autor: Doris Hennies, am 03.12.2017 um 17:56 Uhr
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