Müllspielzeug im Celler Bomann Museum macht nachdenklich

Foto: David Borghoff

„WeltSpielZeug – von Ideen, Erfindern, Müll und Kunst“: Im Bomann Museum in Celle hält gerade die neue „Weihnachtsausstellung“ Einzug – so genannt, weil es die traditionelle Familienausstellung ist, die Besucher vor und nach den Festtagen zu einem oder mehreren Ausflügen ins Museum locken soll. CZ-Mitarbeiterin Doris Hennies sprach mit der Kuratorin Kathrin Panne über Konzept, Planung und Ausarbeitung dieser Präsentation rund um selbstgebasteltes Spielzeug von Kindern, Recycling und Upcycling.

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Was bekommt der Besucher zu sehen, wenn er die „Weltspielzeug“-Ausstellung im Bomann Museum besucht?

Der Kern besteht aus einer Wanderausstellung, zusammengestellt vom Kinderhilfswerk „Plan International“, die seit Oktober 2002 durch die Museen Deutschlands tourt. Gezeigt werden Spielzeug-Kreationen von Kindern aus Asien, Afrika und Lateinamerika. Dort bauen Kinder mit großem Geschick und Einfallsreichtum aus Naturmaterial, Reststoffen und Müll ihr eigenes Spielzeug – auch weil sie und ihre Eltern sich kein industriell gefertigtes Spielzeug leisten können. Und es sind Objekte voller Phantasie und Kreativität. Nicht ohne Grund ist der Titel schon worttechnisch in Teilen geschrieben. Es geht um Gegenstände, die sich Kinder aus armen Ländern der Welt aus allerlei Zeug gebastelt haben um zu spielen. Er wird ergänzt durch Info-Stationen und Mitspielbereiche, sowie ein umfangreiches Rahmenprogramm.

Es gibt also so etwas wie eine Erweiterung?

Die ausgestellten Spielzeuge sind beinahe in allen Teilen aus Müll und unnutzbaren Resten hergestellt, da schien es mir nur konsequent, auch das Thema Müll aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu beleuchten. Der steigende Import von Waren aus den Industrienationen sorgt für Verpackungsmüll auch in den Entwicklungs- und Schwellenländern und macht die Entstehung der Spielzeuge erst möglich. Gleichzeitig erzeugt Europa immer mehr Müll und verschifft ihn in diese Länder. Es ist nicht nur interessant, wie diese mit ihrem und unserem Müll umgehen, sondern auch wie wir hier mit unserem Abfall umgehen. Außerdem ist Upcycling auch bei uns gar nichts Neues. In Not- und Krisenzeiten wurden schon immer aus Abfallmaterialien und Kriegsschrott neue Dinge hergestellt und umgenutzt. Auch da haben wir in unserem Fundus gegraben und einiges zutage gefördert.

In ein paar Tagen ist die große Eröffnung und noch immer wird hier mit Nachdruck gebaut und Hand angelegt – sind die Vorbereitungen diesmal so zeitlich knapp bemessen?

Nun ja, wir wollen unsere Ausstellungsräume nie länger als nötig ohne Präsentation lassen. Diesmal ist es allerdings besonders knapp, denn wir haben die Exponate erst vor wenigen Tagen geliefert bekommen – und es handelt sich immerhin um rund 250 Stücke, die ausgepackt, gesichtet und entsprechend präsentiert werden wollen. Da kommt eine Menge zusammen, das organisiert und koordiniert werden muss. Aber wir werden es, wie immer, schaffen.

Doris Hennies Autor: Doris Hennies, am 06.12.2017 um 18:28 Uhr
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