Drei Engel für Debbie: Schöne Bescherung zum Nikolaustag

Freuen sich über die Entlassung der drei kerngesunden Drillinge: (von links) Oberärztin Juliana Gekas, Mutter Deborah Kreimer mit Milea, Chefarzt Professor Martin Kirschstein und Vater Tim Kreimer mit den beiden Jungs Emil und Oskar. Foto: Christian Link

Die Drillinge Emil, Oskar und Milea Kreimer haben zwar schon vor acht Wochen das Licht der Welt erblickt, doch am Nikolaustag durften die Frühchen endlich zum ersten Mal mit ihren Eltern nach Hause nach Hambühren. Die Wonneproppen sind in der Neugeborenenstation des AKH Celle sorgsam aufgepäppelt worden und wiegen jetzt mehr als doppelt so viel wie noch bei der Geburt. "Drillinge sind auch für unsere erfahrenen Schwestern und Ärzte eine Herausforderung", sagt Chefarzt Michael Berghorn. Umso mehr freut sich der Geburtshelfer darüber, dass sich die Kleinen so prächtig entwickelt haben.

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CELLE. Mit so viel Nachwuchs hatte das Ehepaar Kreimer eigentlich nicht gerechnet. Erst in der 14. Schwangerschaftswoche erfuhren die beiden Hambührener, dass sie Drillinge bekommen werden. "Das war schon ein Schock", erinnert sich Mutter Deborah. "Ein Schock mit Freude", verbessert Vater Tim, "denn zunächst hieß es, dass es Zwillinge werden". Und ganz am Anfang hätten die beiden sogar nur mit einem Kind gerechnet. Für dieses hatten sie sogar schon ein Babyzimmer eingerichtet. "Dann haben wir noch ein zweites und ein drittes Bett gekauft. Und den nötigsten Bedarf auch gleich dreimal", sagt die 28-jährige "Debbie".

Am 12. Oktober sind die Drillinge schließlich im Allgemeinen Krankenhaus (AKH) Celle zur Welt gekommen. Dieser Geburtstermin sei sorgfältig ausgesucht worden, erklärt Kinderklinik-Chefarzt Professor Martin Kirschstein: "Da muss man den richtigen Zeitpunkt finden. Eine Geburt darf kein Unfall sein." – "Es war etwas plötzlich, aber ich habe es durch die Nacht geschafft", sagt Deborah Kreimer.

Im Entbindungszimmer herrschte reges Treiben. "Jeder Drilling hatte ein komplettes Team, da waren mindestens 10 Leute immer dabei. Das war schon eine unglaubliche Logistik", sagt Kirschstein. Oberärzte, Assistenzärzte, Schwestern und Hebammen waren stets vor Ort. „Jede Geburt bleibt für uns etwas ganz Besonderes, aber eine Drillingsgeburt ist das Wunder einer jeden Geburt gleich drei Mal kurz hintereinander. Auf so etwas bereiten wir uns sehr gut vor", erläutert Geburtshilfe-Chefarzt Michael Berghorn.

Als erster Drilling erblickte die kleine Milea das Licht der Welt. Bei ihrer Geburt um 10.51 Uhr wog sie gerade mal 1200 Gramm. Danach folgten im Minutentakt Bruder Emil (1400 Gramm) und Geschwisterchen Oskar (1315 Gramm). "Den Drillingen ging es immer gut. Sie hatten nur die typischen Frühchen-Keime. Für uns Eltern war das aber schwierig, weil man irgendwann anfängt zu googeln und sieht, was alles passieren kann", berichtet Vater Tim. Chefarzt Kirschstein ist sogar äußerst zufrieden: "Die hatten keine Infektion, die haben einen Durchmarsch gemacht."

Nach acht Wochen liebevoller Betreuung konnte der 26-Jährige aber gestern seine drei Babys aus dem AKH abholen – kerngesund und deutlich kräftiger als bei der Geburt: Milea wog bei der Entlassung stolze 2670 Gramm, Emil 3190 und Oskar sogar 3210.

"Die brauchen sich gegenseitig", sagt Mutter Deborah: "Sobald nur einer allein liegt, fangen sie alle an zu weinen. Es wird schwer, die irgendwann zu trennen." Genauso gerne wie unter einander schmusen die drei Geschwisterchen aber auch mit ihren Eltern. Zudem zeigen sich schon die ersten charakterlichen Unterschiede. "Oskar ist der Entspannteste, der ist immer am Pennen. Milea ist auch sehr gelassen. Emil ist verfressen: Der hat immer Hunger und ist ständig am Nölen", hat die Mutter festgestellt.

Die Namenswahl stellte die Eltern vor keine Probleme. "Einen Mädchennamen hatten wir schon immer", sagt Deborah Kreimer. "Und dann durfte sich jeder noch einen Jungennamen aussuchen", ergänzt Ehemann Tim. Die beiden freuen sich schon sehr darauf, sich endlich mit den Kindern zu Hause einleben zu dürfen. "Ich musste ab der 25. Woche nur noch liegen. Es ist auch für mich schön, erstmal kein Krankenhaus zu sehen", sagt Mutter Deborah. Eine enge medizinische Betreuung werden die drei Babys aber trotzdem erhalten: "Nächste Woche haben wir schon den ersten Kinderarzttermin."

Dass die Drillinge ihr Leben mächtig umkrempeln werden, ist den frisch gebackenen Eltern klar. Die 28-Jährige nimmt es aber gelassen: "Eigentlich wollten wir ja zunächst nur ein Kind – zum Üben und Reisen. Aber dann machen wir jetzt eben an der Ostsee Urlaub." Auf die Frage, ob denn weiterer Nachwuchs geplant ist, antwortet Papa Tim ganz spontan: "Nein." Nach einem strengen Blick von Mama Deborah relativiert er das aber ganz schnell wieder: "Erstmal nicht. Erstmal wollen wir die drei in die richtige Spur bringen."

Christian Link Autor: Christian Link, am 06.12.2017 um 19:34 Uhr
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