K+S beantragt Kaliberg-Abdeckung in Wathlingen

Foto: Alex Sorokin

Der Rohstoff-Produzent K+S hat beim Niedersächsischen Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie beantragt, den Wathlinger Kaliberg abzudecken und zu rekultivieren. Ziel des Planfeststellungsantrages ist eine umweltverträgliche Lösung, um langfristig die Entstehung salzhaltiger Haldenwässer signifikant zu reduzieren, sagte K+S-Sprecher Ulrich Göbel.

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WATHLINGEN. Die Einrichtung gilt als wichtiger Schritt im langen Genehmigungsverfahren der Haldenabdeckung. Eingereicht hat den Antrag die K+S-Baustoffrecycling GmbH, eine Tochterfirma des Dax-Konzerns. Für die Rekultivierung der Halde Niedersachsen sei das technische Konzept vorgesehen, das seit mehr als 20 Jahren an der Halde Friedrichshall in Sehnde eingesetzt werde. Dort wird die Halde vollständig mit Erden und aufbereiteten Baustoffen abgedeckt. "Die oberste Rekultivierungsschicht wird dauerhaft begrünt und ermöglicht einen natürlichen Kreislauf der Niederschläge. Nach vollständiger Rekultivierung fallen dann keine hochmineralisierten Haldenwässer mehr an, so dass die Bergbaufolgen der ehemaligen Kaliproduktion nachhaltig beseitigt werden", sagte Göbel.

Mit dem jetzt der Behörde vorgelegten Antrag beginnt nach umfangreichen Vorarbeiten ein bergrechtliches Planfeststellungsverfahren mit Umweltverträglichkeitsprüfung. An ihm wird auch die Öffentlichkeit beteiligt. Nach derzeitiger Planung könnte die Halde nach Konzen-Angaben innerhalb von gut 20 Jahren vollständig abgedeckt und begrünt werden.

Mit dem Antrag werde das Projekt nun konkret dargestellt und mit Gutachten und Untersuchungen belegt, sagten die Bürgermeister von Wathlingen und Nienhagen, Torsten Harms und Jörg Makel, in einer gemeinsamen Pressemitteilung. Ab dem 16. Januar soll die öffentliche Auslegung erfolgen. Die Gemeinden Nienhagen und Wathlingen seien jetzt aufgefordert, im Rahmen der Anhörung ihre Anregungen und Bedenken vorzutragen.

Harms und Makel betonten, dass beide Gemeinden in Sachen Kaliberg-Abdeckung die gleichen Interessen verfolgten. Man wolle in den Fragen des Schutzes der Bevölkerung und der Verkehrsbelastung eng zusammenarbeiten. Beide Gemeinden haben zwei Anwälte beauftragt, die die Planfeststellungsunterlagen durcharbeiten werden. „Wir gehen derzeit nicht davon aus, dass eine Verhinderungstaktik zum Ziel führen wird. Daher werden wir uns konstruktiv und engagiert dafür einsetzen, die Auswirkungen für Bürger und Umwelt so gering wie möglich zu halten“, werden Harms und Makel in der Mitteilung zitiert.

Die beiden Gemeinden werden gemeinsam mit der Samtgemeindeverwaltung eine Stellungnahme erarbeiten, die konkrete Forderungen enthält. Die Fragen der Verkehrslenkung, der störungsfreie und transparente Betriebsablauf am Kaliberg und das Konzept der Nachnutzung würden dabei eine zentrale Rolle spielen.

K+S hatte im Jahr 2014 bekannt gegeben, den Wathlinger Kaliberg begrünen zu wollen. Mit dem Beginn des Planfeststellungsverfahrens war eigentlich viel früher gerechnet worden. In Wathlingen hatte sich eine Bürgerinitiative gegründet. Die BI Umwelt Wathlingen ist gegen die Abdeckung. Sie spricht sich für den Versatz der Halde in das Bergwerk aus.

Simon Ziegler Autor: Simon Ziegler, am 14.12.2017 um 13:56 Uhr
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