Winserin trifft Wolf: "Irgendwie spooky"

Anja Wickbold hat die Fotos vom vermeintlichen Wolf in Winsen mit ihrem Handy geschossen. Foto: Schäfer/Wickbold/Montage: CZ

Es ist das große Thema in Winsen: Die Fotos, die an der Kindertagesstätte Allerstraße einen Wolf zeigen sollen, haben sich über die sozialen Medien rasend schnell verbreitet. Nachdem die CZ am Freitag über den Vorfall berichtet hatte, hat sich Anja Wickbold gemeldet. Die 42-Jährige war dem Tier am Mittwochmorgen begegnet. Es sind ihre Smartphone-Fotos, die über WhatsApp und Facebook in ganz Winsen verbreitet wurden. Vor allem wegen der Nähe zu Grundschule und Kita wurde sehr emotional diskutiert.

WINSEN. Gegenüber der CZ schilderte sie am Freitag, was passiert ist. Sie wolle die Fakten darstellen, weil das Thema in der Gemeinde so hohe Wellen geschlagen habe, sagte Anja Wickbold. Es gehe ihr nicht darum, Partei für Wolfsbefürworter oder Gegner zu ergreifen. Sie war gegen 8.45 Uhr im Pastorengarten unterwegs. "Ich ging zu meinem Auto, als ich plötzlich ein großes Tier gesehen habe", sagte sie. "Der Wolf hat mich kurz angeschaut, ist aber nicht auf mich zugelaufen. Ich habe sofort gedacht, das ist ein Wolf", so die Winserin. Das Tier sei weitergelaufen und auf dem Grundstück eines Landwirtes verschwunden.

Dann kam ein Mann mit Fahrrad vorbei. Die beiden unterhielten sich. "Er sagte mir, er habe gerade einen Wolf verfolgt", berichtet Wickbold. Nach Aussagen des Mannes habe das Tier kein Halsband und keine Marke getragen. Das spreche dafür, dass es ein Wolf und kein wolfsähnliches Tier war. Die Winserin stieg ins Auto und rief ihren Mann an, um ihm zu erzählen, was gerade passiert war.

Dann fuhr sie über den Küsterdamm in Richtung Bannetzer Straße. Plötzlich tauchte das Tier wieder auf. "Der Wolf lief neben meinem Auto her, er ging in den Friedhofsweg. Ich war total aufgeregt." Das war in der Nähe der Grundschule. Wickbold entschied sich, an dem Tier dranzubleiben. Sie machte mehrere Fotos mit dem Smartphone. Das Tier ging über die Allerstraße, an der dortigen Kindertagesstätte vorbei in Richtung Campingplatz. "Es war total schräg, so etwas zu erleben", schilderte Anja Wickbold die Begegnung. Bedrohlich habe sie die Situation nie empfunden – im Auto sowieso nicht, auch davor im Pastorengarten nicht.

Die Winserin rief die Polizei an, die kurz darauf in der Allerstraße auftauchte. Später verschickte die 42-jährige Ergotherapeutin die Fotos an ein paar Freundinnen. Dass sie eine solche Welle auslösen wird, daran dachte sie nicht. Denn eine der Freundinnen postete das Foto in einer Facebook-Gruppe. Von diesem Zeitpunkt an war das Bild in der Welt. Und wurde immer weiterverbreitet. Anja Wickbold, die eine Tochter hat, entdeckte schließlich in der WhatsApp-Gruppe ihrer Grundschulklasse ihr eigenes Foto. Jemand anderes hatte es dort gepostet. Am Donnerstagabend war sie mit ihrer Tochter beim Schwimmtraining. Sie sah andere Eltern mit ihren Smartphones. Die Eltern zeigten sich gerade das Bild aus der Allerstraße.

Anja Wickbold ist sich sicher, dass sie einen Wolf getroffen hat. Die tänzelnde Bewegung, Farbe, Größe – all das lässt sie vermuten, das Raubtier getroffen zu haben. "Es war seltsam, einen Wolf mitten im Ort gesehen zu haben – irgendwie spooky", sagte sie mit dem Abstand von zwei Tagen.

Simon Ziegler Autor: Simon Ziegler, am 15.12.2017 um 19:07 Uhr
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