"Pläne sind verantwortungslos": Wathlinger kritisieren K+S

Die Pläne für die Abdeckung des Kalibergs in Wathlingen sorgen für Streit. Foto: David Borghoff

Die Bürgerinitiative Umwelt Wathlingen hat die Pläne des Bergbauunternehmens K+S zur Abdeckung des Kalibergs als "verantwortungslos" zurückgewiesen. Die Aktivisten sehen nun Bürgermeister Torsten Harms in der Plicht. Er soll der Aktiengesellschaft Druck machen.

WATHLINGEN. "Schon die wenigen Informationen, die die BI vom Landesbergamt bisher erhalten hat, zeigen eine ganz deutliche Grundwasserversalzung durch die Halde – bei einer Salzhalde, die wasserdurchlässig ist, in den Boden eingesunken sein muss und keine Basisabdichtung besitzt, ist das kein Wunder", sagte BI-Sprecher Holger Müller. "Eine Million Tonnen schwere Abdeckung würde die Halde höchstens noch weiter in das Grundwasser drücken."

Dass die Abdeckung mit Erden und aufbereiteten Baustoffen erfolge, versuche K+S der Bevölkerung schon von Anfang an weiszumachen“, ergänzte die stellvertretende Vorsitzende der BI, Sanna Gutzeit. „Dabei handelt es sich bei den sogenannten Baustoffen in Wirklichkeit um zum Teil erheblich schadstoffbelasteten Schutt und Abfälle aus der Industrie“, sagte Gutzeit.

BI-Sprecher Müller kritisierte zudem, dass K+S auch in Wathlingen das technische Konzept anwenden will, "dass schon in Sehnde seine Untauglichkeit gezeigt" habe. Die BI-Vertreter bezeichneten es als völlig unverständlich, dass die Bürgermeister von Wathlingen und Nienhagen, Torsten Harms und Jörg Makel, davon sprachen, dass eine Verhinderungstaktik wohl nicht zum Ziel führen werde.

Dabei hätte die Gemeinde Wathlingen mit ihren Grundstücken an der Halde ein wirksames Mittel, um Bürger und Umwelt zu schützen, ist Müller überzeugt. „Die BI geht davon aus, dass Bürgermeister Harms diese Grundstücke K+S dennoch unbedingt zur Verfügung stellen will, obwohl die BI gezeigt hat, dass dies aufgrund fehlender Enteignungsmöglichkeit gar nicht notwendig ist", so Gutzeit.

Die Gemeinde besitzt rund um den Berg Straßenparzellen und eine Grundstücksfläche. Damit K+S den Berg wie geplant begrünen kann, braucht der Dax-Konzern diverse Grundstücke am Berg. Mit ihren Flächen dürfte die Gemeinde Wathlingen eine Möglichkeit haben, um Einfluss auf die Verhandlungen mit K+S zu nehmen.

Der Rohstoff-Produzent K+S hatte vergangene Woche beim Niedersächsischen Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie beantragt, die Kalihalde abzudecken und zu rekultivieren. Der Antrag gilt als Meilenstein im Genehmigungsverfahren. Mit dem der Behörde vorgelegten Antrag beginnt nach umfangreichen Vorarbeiten ein bergrechtliches Planfeststellungsverfahren mit Umweltverträglichkeitsprüfung. An ihm wird auch die Öffentlichkeit beteiligt. Ab Mitte Januar soll die öffentliche Auslegung erfolgen.

Nach derzeitiger Planung könnte die Halde nach Konzern-Angaben innerhalb von gut 20 Jahren vollständig abgedeckt und begrünt werden. Harms und Makel hatten angekündigt, dass Wathlingen und Nienhagen in Sachen Kaliberg-Abdeckung eng zusammenarbeiten werden. Beide Gemeinden hätten die gleichen Interessen.

Simon Ziegler Autor: Simon Ziegler, am 18.12.2017 um 18:35 Uhr
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