TuS Bergen überrascht gegen MTV Müden

Umkämpftes Derby: Müdens Steffen Müller (am Ball) und die beiden BergerDominik Blancbois (links) und Niklas Pechmann schenkten sich nichts.  Foto: Oliver Knoblich

Am 11. Spieltag der Handball-Landesliga der Männer verlor der MTV Müden in der Hermannsburger Örtzetalhalle doch etwas überraschend das Derby gegen TuS Bergen mit 30:31 (14:16). Damit bleibt Müden Dritter, hat nun aber schon sechs Punkte Rückstand auf Tabellenführer HSG Heidmark. Und TuS Bergen feiert mit 12:10 Zählern auf Rang sieben einen versöhnlichen Jahresabschluss.

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HERMANNSBURG. Kein Wunder, dass die Trainer unterschiedlichen Gemüts waren. Markus Haydl vom MTV war genervt: „Im Allgemeinen war das von der Intensität her eher ein Freundschaftsspiel als ein echtes Derby. Mir hat bei unserer Mannschaft der Siegeswille und der Kampfgeist über weite Strecken gefehlt.“

Sein Berger Pendant Daniel van Frayenhove hingegen war verständlicherweise hoch erfreut: „Das war eine kämpferisch starke Leistung. Auch, wenn wir zum Schluss etwas Glück gehabt haben, war der Erfolg nicht unverdient. Wir haben von der ersten Minute an um jeden Zentimeter Boden gekämpft und wollten den Sieg mehr als Müden.“

Dabei begann die Partie ausgeglichen. Kein Team setzte sich so recht ab. Dennoch und etwas überraschend lag Bergen auch ohne Torjäger Wilken Rodehorst zur Halbzeitpause mit zwei Toren vorne. Im zweiten Durchgang änderte sich wenig. Müden hatte so seine Probleme, die langen Angriffe der Gäste zu verteidigen. „Irgendwie wuselte sich Bergen immer Richtung Tor“, wunderte sich Haydl.

Die beiden TuS-Rückraumspieler Andreas Brodde und Felix Becker trafen zudem nach Belieben, bei Müden hielt in Sachen „Scheibenschießen“ nur Schützenkönig Nico Parpart mit. So setzten sich die Gäste in der 40. Minute tatsächlich sogar mit vier Treffern ab, es stand 19:23. Müden fand auch jetzt nicht wirklich in die Partie. Die Abwehr funktionierte nie, die Keeper bekamen auch kaum eine Hand an den Ball.

Und doch schaffte Müden in den Schlussminuten den Ausgleich, als Maximilian Friedhoff das 29:29 erzielte. Steffen Müller glich 42 Sekunden vor dem Ende erneut aus. Doch der glücklichste Mensch der Partie war dann Becker, der fünf Sekunden vor Schluss den Deckel auf die Partie schraubte – mit dem Siegtreffer.

„Schade, dass haben wir uns heute selbst zuzuschreiben“, ärgerte sich Haydl, während van Frayenhove sein Glück immer noch nicht fassen konnte: „Alle Spieler haben alles gegeben, daher kann ich auch keinen herausheben. Endlich mal ein Derbysieg. So haben wir doch noch ein schönen Ausklang des Jahres.“

MTV Müden: Nissen, Jablonski, Pickhardt – Parpart (11), S. Müller (5), Laubenstein, D. Hüsken (je 4), Friedhoff (3), von Bothmer (2), Kohlmeyer (1), Bock, Worthmann, Eilmes.

TuS Bergen: Brandl, T. Schack, Lühmann – Bothe (2), Jabangwe, Becker (7), Brodde (9), Schulz (2), Blancbois (4/1), Heins, Pechmann (5), Brockmann (1), Brammer (1).

Stefan Mehmke Autor: Stefan Mehmke, am 18.12.2017 um 18:16 Uhr
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