Kampf um nächste Celler Sportlergeneration

Peter Binz, Fachdienstleiter des Dezernats Bildung, Jugend, Integration und Bürgerservicebei der Stadt Celle (links), KSB-Vorsitzender Hartmut Ostermann und KSB-Projektleiterin Heelje Ahlbornhaben in der Kita „Schlösschen“ sichtlich Spaß beim Spielen mit den Kindern. Foto: Oliver Knoblich

Das Problem ist erkannt – und wird angepackt. „Wir müssen leider vermehrt feststellen, dass es bei Kindern und Jugendlichen erhebliche Mängel im motorischen Bereich gibt. Diese Kinder gehen dem organisierten Sport dann meist verloren“, erklärt Heelje Ahlborn, Projektleiterin für die Servicestelle für Bewegungs-, Spiel und Sportangebote (BeSS) in Kindertagesstätten, Schulen und Vereinen in der Sportregion Heide. In Kooperation mit der Stadt Celle will sie als Vertreterin des Kreissportbundes (KSB) Celle nun bereits Kids im Alter von drei bis sechs Jahren spielerisch an den Sport heranführen – und damit potenzielle junge Mitglieder für Vereine gewinnen.

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CELLE. Den Anfang macht die Kindertagesstätte „Schlösschen“. „Wir wollen dieses Projekt auch auf weitere Kindergärten in der Stadt ausweiten. Langfristig wäre es natürlich wünschenswert, wenn wir das flächendeckend für den ganzen Landkreis Celle hinbekommen würden“, sagt Ahlborn. Finanziert wird das Sportangebot in der Kita durch die Stadt Celle, allerdings nicht mit öffentlichen Mitteln, sondern über eine Stiftung.

Damit zündet der KSB praktisch die nächste Stufe im Kampf um die nächste Sportlergeneration. Genau genommen ist es eine Vorstufe. Seit bereits rund fünf Jahren versucht die höchste Celler Sportinstitution, über die Koordinierungsstelle „Ganztagsschule & Verein“ junge Menschen für den Sport und einen Eintritt in die Klubs zu begeistern. Der Nachwuchs soll durch von Sportvereinen geleiteten Schul-AGs rekrutiert werden. „Wir drehen an allen Stellschrauben. Bei Ganztagsschülern taucht oftmals das Problem auf, dass sie zwar Spaß am Sport haben, aber ihn nicht auch noch zusätzlich im Verein ausüben wollen, weil sie kaum noch Zeit dafür haben. Im Kindergarten-Alter ist das noch nicht der Fall, insofern erhoffen wir uns, dass diese Kids in Vereine eintreten und dort dann auch bleiben“, erläutert Ahlborn.

Vereinzelt gibt es bereits Kooperationen zwischen Vereinen und Kindergärten beziehungsweise Schulen, hier ist allerdings noch viel Luft nach oben. „Wir müssen alle dafür sensibilisieren, dass auf Grund der gesellschaftlichen Rahmenbedingungen solche Kooperationen praktisch alternativlos los sind, um weiter Mitglieder für Vereine zu gewinnen. Es ist eben nicht mehr so wie zu früheren Zeiten, als Kinder fast automatisch Sport getrieben haben und dann auch in Vereine eingetreten sind“, verdeutlicht Ahlborn.

Mit dem BeSS-Projekt in Celle wollen KSB und Stadt durch verschiedene Bewegungsangebote Kinder mit der Hilfe von qualifizierten Übungsleitern gezielt fördern. „Dabei geht es nicht nur um die Ausbildung körperlicher und motorischer Fähigkeiten, sondern dient auch der ganzheitlichen Entwicklung kognitiver, emotionaler, psychischer und sozialer Kompetenzen der Kinder“, erklärt Ahlborn. Die Einbindung der Eltern sowie der Erzieher sei eine weitere wichtige Zielsetzung: „Das jeweilige pädagogische Personal soll für die Problematik von Bewegungsarmut und Übergewicht sensibilisiert und durch Fortbildungsmaßnahmen geschult werden.“

Letztlich soll diese neue Initiative laut Ahlborn „als Leuchtturmprojekt die Kooperationen zwischen Kindertageseinrichtungen und Celler Sportvereinen forcieren“. Die Zusammenarbeit zwischen beiden Organisationen soll auf den Weg gebracht werden: „Unser Bestreben ist es, ein Netzwerk zwischen dem organisierten Sport und außersportlichen Institutionen zu knüpfen, von dem alle Seiten profitieren.“

Oliver Schreiber Autor: Oliver Schreiber, am 22.12.2017 um 18:14 Uhr
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