Celler Landesligisten mit unterschiedlichen Ausgangslagen

Volles Programm in der Landesliga Frauen: (oben links) Oldaus Trisha-May Adam stoppt Wietzes Kristin Skorek; (oben rechts) Toptorjägerin Annabell Colditz (Mitte) von der HSG Lachte-Lutter; (unten links) gegen die Altenceller Abwehr hat jeder Gegner einen schweren Stand; (unten rechts) Wietzes Katrin Häring (Mitte) erzielt durchschnittlich zehn Tore pro Spiel. Foto: Oliver Knoblich (2), Michael Schäfer (2)

In der Handball-Landesliga der Frauen sind zwar noch nicht einmal die Hälfte aller Spiele absolviert. Doch es könnte durchaus sein, dass sich am aktuellen Tabellenbild bis zum Saisonende nichts Grundlegendes mehr ändern wird. Kleinere Verschiebungen könnten allerdings große Bedeutungen haben. Das betrifft aus Celler Sicht insbesondere die beiden Aufstiegsaspiranten SV Altencelle und TSV Wietze. Am anderen Ende der Tabelle braucht die stark abstiegsgefährdete HSG Lachte-Lutter jeden Punkt. SV Garßen und TuS Oldasu-Ovelgöänne stehen auf sicheren Mittelfeldplätzen.

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Celle. SV Altencelle
18:0 Punkte / 1. Platz

„Alles in Butter“ könnte man beim Team von Trainer Thorsten Dralle sagen. Mit 18:0 Punkten steht SV Altencelle momentan an der Tabellenspitze und geht mit „weißer Weste“ ins Jahr 2018.

Beim SVA macht man keinen Hehl daraus, dass man lieber früher als später in die Oberliga aufsteigen würde. Dafür wurde nicht nur die Trainingsarbeit intensiviert und an der Verbesserung der Kondition gearbeitet. Durch die enge Kooperation mit der zweiten Mannschaft hatten talentierte Nachwuchsspielerinnen bereits wiederholt Gelegenheit sich in „der Ersten“ zu beweisen. Das Konzept des überfallartigen Tempohandballs mit starker erster und zweiter Welle verinnerlicht wird beim SVA mehr und mehr verinnerlicht. Auch in Sachen Treffsicherheit und Nervenstärke haben die abwehrstarken Altencellerinnen Fortschritte gemacht.

Besonders auffallenden sind die Ausgeglichenheit des Kaders und die damit verbundene Unberechenbarkeit. „Bei uns spielen alle ein sehr gutes Niveau. Wir sind von keiner Spielerin besonders abhängig. Der Star ist bei uns die Mannschaft“, freut sich Trainer Thorsten Dralle. Gewonnen ist natürlich noch nichts. Vor allem auch deshalb, weil die voraussichtlich entscheidenden Kreis-Derbys gegen den TSV Wietze erst einmal gespielt werden müssen.

TSV Wietze
14:2 Punkte / 3. Platz

Die Grün-Weißen haben die in sie gesetzten Erwartungen bisher deutlich übertroffen. Mit erst acht absolvierten Spielen bei 14:2 Punkten rangiert das Team von Trainer Heiko Schoppmann, der offensichtlich den richtigen Draht zur Mannschaft gefunden hat, auf dem aussichtsreichen dritten Tabellenplatz. Die einzige Saisonniederlage kassierte der TSV Anfang September mit 12:14 ausgerechnet im Nachbarschaftsderby beim TuS Oldau-Ovelgönne. Über diese Schlappe in der ausverkauften Oldauer Sporthalle, bei die TSV-Leistungsträgerinnen ausnahmslos abtauchten, ärgert man sich in Wietze immer noch.

Doch die Wut über diese unnötige Niederlage schien das Schoppmann-Team danach in positive Energie umzusetzen. Es folgten fünf Kantersiege, bei denen die Gegner geradezu überrannt wurden. So stellt der TSV mit durchschnittlich über 30 geworfenen Toren pro Spiel auch den torhungrigsten Angriff der Liga. Richtig eng wurde es erst wieder im Derby beim SV Garßen-Celle II, das man zwar nicht unverdient, aber etwas glücklich mit 23:22 für sich entschied.

Eine der Match-Winnerinnen war hier Katrin Häring, die bisher 81 Saisontore erzielte und mit mehr als zehn Toren pro Spiel die beste Torquote der Liga aufweist. Auch der Wurfgewalt und Durchsetzungskraft von Kristin Skorek (57 Treffer) konnten die Gegner nur selten etwas entgegensetzen. Corinna Cohrs (30 Saisontore) komplettiert den einzigartigen TSV-Rückraum.

So will der hochmotivierte Final-Four-Teilnehmer in 2018 damit weitermachen, womit er in diesem Jahr aufgehört hat – nämlich mit Siegen. Die erste Hürde, die bereits am 7. Januar zu überspringen ist, ist allerdings extrem hoch. Dann kommt mit dem HV Lüneburg einer der Meisterschaftsanwärter in die Wietzer Sporthalle.

SV Garßen-Celle II
12:8 Punkte / 5. Platz

Qualitativ deutlich verbessert und mit großem Kader startete das Team von Trainer Felix „Fixel“ Michelmann in die Saison. Dieser Start hätte mit 10:0 Punkten aus den ersten fünf Spielen gar nicht besser sein können. Siege, die die Hoffnung aufkeimen ließen, in dieser Saison ganz oben mitmischen zu können. Doch den ersten Dämpfer erhielt der SVG II nicht ganz unerwartet beim 21:29 in Lüneburg. Anschließend zeigte sich, dass die vorherigen Siege gegen Liga-Abstiegskandidaten trügerisch waren. Gegen Tabellenführer SV Altencelle war man beim 19:25 mehr oder weniger chancenlos und die völlig überflüssige 25:26-Heimniederlage gegen den MTV Embsen brachte die Garßenerinnen dann vollends aus der Erfolgsspur ab.

So steht der SV Garßen-Celle mit 12:8 Punkten im Niemandsland der Tabelle und wird aller Voraussicht nach mit dem Ausgang der Meisterschaft nichts mehr zu tun haben. Das Team um die Leistungsträgerinnen Jolanda Bombis-Robben, Jennifer Mummert und Katrin Zymmek wird dennoch im kommenden Jahr nichts unversucht lassen, den einen oder anderen „Großen“ zu ärgern.

TuS Oldau-Ovelgönne
10:8 Punkte / 6. Platz

Beim Aufsteiger ist man mit dem bisher Erreichten mehr als zufrieden. Das Team von Trainer Frederick Hövermann steht mit 10:8 Punkten auf dem guten 6. Tabellenplatz und sollte angesichts der bisher gezeigten soliden Leistungen mit dem Abstieg nichts mehr zu tun bekommen.

Dabei haben sich die Oldauerinnen mit ihrer „rustikalen“ Spielweise bei ihren Gegnern nicht immer beliebt gemacht. Aber Kampf und Härte ist in Oldau eben Trumpf. „Für Schönspielerei gibt es keine Punkte. Der Zweck heiligt auch manchmal die Mittel“, meint der engagierte TuS-Coach, dessen Spielerin Trisha-May Adam mit bisher zehn Zwei-Minutenstrafen den Liga-Spitzenwert hält. Wenn auch beim Aufsteiger im Angriff (nur 172 Tore) noch Luft nach oben ist, so kann sich dieser auf seine Abwehr um die starke Torfrau Inja-Marleen Adam immer verlassen.

HSG Lachte-Lutter
4:16 Punkte / 10. Platz

„Der Klassenerhalt kann nur über eine außergewöhnliche Kraftanstrengung erreicht werden“, hatte HSG-Trainer Holger Heinrich vor der Saison prognostiziert. Er scheint recht zu behalten: Denn die Lachendorferinnen stecken tief im Abstiegskampf. Die Probleme der HSG sind der sehr kleine Kader, die damit verbundene leichte Berechenbarkeit und das Leistungsgefälle im Team. Zu groß ist die Abhängigkeit von den Leistungsträgerinnen Celina Friedhoff, Helke Weber und natürlich Annabell Colditz. Letztere führt mit beachtlichen 88 Treffern die Landesliga-Torschützenliste an und „erfreut“ sich deshalb häufiger Manndeckung.

Trotz aller Schwächen und Widrigkeiten setzte die HSG kürzlich mit einem überlegenen 30:16-Heimsieg gegen den direkten Konkurrenten HG Winsen (Luhe) ein deutliches Ausrufungszeichen im Abstiegskampf. Fünf Mannschaften scheinen die zwei Absteiger unter sich auszumachen. Und da sollte die HSG doch die Qualität haben mindestens den 10. Tabellenplatz, den das Team zur Zeit innehat, zu erreichen.

Jochen Strehlau Autor: Jochen Strehlau, am 27.12.2017 um 16:45 Uhr
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