Malina Krause aus Eicklingen engagiert sich für "Ingenieure ohne Grenzen"

Foto: Fremdfotos/eingesandt

Entwicklungshilfe in Afrika, sagt Malina Krause, laufe leider häufig so ab: „Da kommen auf einmal Leute mit dem Lkw, bohren einen Brunnen, fahren wieder weg – und niemandem im Dorf ist klar, was genau das eigentlich soll.“ Die 28-Jährige weiß, wovon sie spricht. Seit gut eineinhalb Jahren arbeitet die Eicklingerin ehrenamtlich bei den „Ingenieuren ohne Grenzen“, einer gemeinnützigen Hilfsorganisation, die weltweit im Bereich der technischen Entwicklungszusammenarbeit aktiv ist. „Zusammenarbeit, das ist für uns das zentrale Stichwort“, betont Krause. „Wir setzen auf den Wissenstransfer vor Ort. Nachdem wir abgereist sind, müssen die Menschen ja alleine mit dem neuen Brunnen oder der neuen Abwasserentsorgung klarkommen. Sie müssen eventuelle Reparaturen ausführen und das Projekt auch finanziell tragen können.“

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EICKLINGEN. Krause studiert Maschinenbau in Hannover und ist durch die Universität auf die örtliche Regionalgruppe von „Ingenieure ohne Grenzen“ aufmerksam geworden. „Ich wollte mich gerne im Uni-Umfeld engagieren“, erklärt sie, und fügt mit einem kleinen Schmunzeln hinzu: „Das Ehrenamt ist mir quasi in die Wiege gelegt worden – mein Vater ist nämlich Vorsitzender vom TuS Eicklingen, seit ich denken kann.“

Bei den „Ingenieuren ohne Grenzen“ unterstützt die 28-Jährige nun den Auf- und Ausbau grundlegender Infrastruktur in Afrika, Südostasien und Südamerika – stets in enger Zusammenarbeit mit lokalen Partnern und den Menschen vor Ort. „Ein Großteil unserer Arbeit wird aber von Deutschland aus erledigt“, erläutert Krause. „In einzelnen Regionalgruppen kümmern wir uns um die Umsetzung verschiedenster Projekte – von Wasser- und Sanitärversorgung über Versorgung mit erneuerbaren Energien bis hin zum Hoch- und Brückenbau.“ Jede der rund 30 Regionalgruppen muss die Finanzierung ihrer Projekte selbst stemmen. „Die Spenden, die wir dafür brauchen, sammeln wir lokal“, sagt die Eicklingerin.

Etwa 15 Ehrenamtliche bilden den harten Kern der Hannoveraner Gruppe von „Ingenieure ohne Grenzen“, die derzeit mit einem Projekt zur Verbesserung der Wasserversorgung im Dorf Minziiro in Uganda befasst ist. „Die Menschen dort haben nur unzureichenden Zugang zu sauberem Wasser, weil sie es aus Seen, Tümpeln oder Bächen holen, die zum großen Teil verkeimt sind“, berichtet Krause. „Oft müssen sie auch Strecken über mehrere Kilometer zurücklegen, um überhaupt an die Wasserstellen zu gelangen.“ Die „Ingenieure ohne Grenzen“ wollen deshalb in Minziiro nicht nur Brunnen bohren, sondern auch ein System installieren, das das Wasser zu den verstreut lebenden Einheimischen bringt. „Die meisten Teile, die wir dafür benötigen, kaufen wir auf lokalen Märkten. Uns geht es nicht darum, Hightech-Lösungen zu realisieren, sondern darum, was die Menschen vor Ort brauchen, und womit sie letztlich auch umgehen können.“

Zu jedem Projekt gehört deshalb eine ausführliche Erkundungsphase, in deren Verlauf zwei bis drei Ehrenamtliche in die betreffende Region reisen und die Durchführbarkeit in Kooperation mit lokalen Akteuren gründlich prüfen. Auch Krause war Anfang dieses Jahres schon in Afrika im Einsatz: „Zwar nicht in Uganda, dafür aber in Liberia“, erzählt sie. „Bei dem Projekt ging es darum, die Abwasserentsorgung eines Krankenhauses zu sanieren.“ Es sei schon ein klein wenig abenteuerlich gewesen, erinnert sich die 28-Jährige. „Man wohnt mittendrin, in einem Gästehaus ohne fließend Wasser und ohne regelmäßigen Strom. Es ist ein relativ einfaches Leben, aber man kann sich eigentlich ganz gut darauf einstellen.“ Die positive Ausstrahlung und die Hoffnung der Menschen dort, trotz der widrigen Lebensumstände, haben die Studentin tief beeindruckt. „Es war gar nicht so leicht, zurückzukommen und zu sehen, in welchem Überfluss wir hier leben.“

Christina Matthies Autor: Christina Matthies, am 27.12.2017 um 17:26 Uhr
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