Celles "Fantastische Vier" haben Aufstieg im Visier

Weiße Weste: Philipp Floritz, Tobias Hippler, Nils Hohmeier und Cedric Meissner haben mit dem TuS Celle 92 alle neun Hinrundenspiele in der 3. Bundesliga gewonnen. Foto: Michael Schäfer

Die Tischtennis-Asse des TuS Celle 92 haben in der laufenden Saison bisher alle Spiele in der 3. Bundesliga gewonnen. Nach der makellose Hinrunde seiner "Fantastischen Vier" kann Teammanager Dieter Lorenz schon mal für die Zweite Liga planen.

CELLE. Dieter Lorenz wird der Sekt an Silvester besonders gut schmecken. „Das war das bisher beste Jahr, seit ich dabei bin“, blickt der Teammanager der Tischtennis-Asse des TuS Celle 92 voller Zufriedenheit auf 2017 zurück. Und dazu hat der 75-Jährige allen Grund. Nachdem die junge Truppe im Frühjahr denkbar knapp in der Relegation am Aufstieg in die 2. Bundesliga gescheitert war, schicken sich die „Fantastischen Vier“ mit Philipp Floritz, Tobias Hippler, Nils Hohmeier und Cedric Meissner nun an, das Versäumte nachzuholen. Neun Spiele, neun Siege – die Bilanz nach der Hinrunde ist makellos. „Das habe ich so auch nicht erwartet, zumal sich die anderen Mannschaften sehr gut verstärkt haben und die Liga nochmal an Niveau gewonnen hat“, meint Lorenz.

Die Celler mischen die Liga mit nahezu denselben Spielern wie in der Vorsaison kräftig auf. Mit dem Unterschied, dass sich die Talente enorm weiterentwickelt haben und dementsprechend noch stärker geworden sind. Allen voran Meissner, der als Nummer vier gegen die an Position drei spielenden Akteure nur eines von zehn Einzeln verloren hat. Zudem hat der 17-Jährige im Doppel zusammen mit Spitzenspieler Floritz (26), dem besten Spieler der Liga mit einer 15:1-Bilanz, eine weiße Weste (9:0). „Cedric hat sich super entwickelt. Und Philipp ist einfach eine Bank“, lobt Lorenz.

Auch Kapitän Hohmeier (19) ließ an Position drei nicht viel anbrennen (8:1), lediglich sein Doppelpartner Hippler (gemeinsame Bilanz: 7:1) schwächelte nach furiosem Beginn zum Schluss. Der 18-Jährige startete mit 5:1-Siegen, zuletzt verlor er aber fünf von sechs Einzeln. „Tobias hat sehr viele Turniere im In- und Ausland gespielt. Er wirkte zuletzt ein wenig überspielt. Ich bin mir sicher, dass er nach der Weihnachtspause wieder zu seiner alten Stärke zurückfindet“, erklärte Trainer Frank Schönemeier nach dem 6:4-Sieg im letzten Hinrundenspiel gegen Lampertheim. Dies war zugleich das knappste aller Resultate, ansonsten fegten die Blau-Gelben alle von der Platte: zweimal 6:2, viermal 6:1 und zweimal gar 6:0 lauteten die Ergebnisse und waren Zeugnis großer Dominanz.

Aus diesem Grund ist das Ziel für 2018 klar gesteckt: Aufstieg in die 2. Bundesliga. „Ich glaube zwar nicht, dass wir ohne Minuspunkte durch die Saison kommen. Aber wir haben mit drei Punkten Vorsprung auf den Zweiten Fulda eine sehr gute Ausgangsposition und wollen unsere Spitzenposition über die Ziellinie bringen“, sagt Lorenz.

Die Planungen für den Aufstiegsfall laufen im Hintergrund bereits auf Hochtouren. Die aktuelle Mannschaft soll zusammengehalten werden, zudem noch ein weiterer Topspieler verpflichtet werden. Der Etat muss in der 2. Liga noch einmal um rund 10.000 Euro auf 60.000 Euro erhöht werden. Allein schon durch die weiten Reisen und höheren Startgebühren fallen Mehrkosten an. Viele Fahrten würden in den Süden gehen, unter anderem nach Passau und Neckarsulm – Übernachtung in einem Hotel inbegriffen. „Wir drehen da im Moment an allen Schrauben und versuchen, alles so gut es geht schon vorzubereiten. Natürlich haben wir auch einen Plan B in der Tasche, falls es doch nicht klappen sollte. In diesem Fall würden wir die Mannschaft in der Form wohl nicht zusammenhalten können“, erläutert Lorenz. Immerhin: Auch in der 2. Liga könnten die Celler weiter in ihrer geliebten, engen Sporthalle in der Altstädter Schule spielen, da sie alle erforderlichen Bedingungen erfüllt.

Lorenz zur Seite steht mit Klaus-Dieter Engelke eine wichtige Person, die sich um neue Sponsoren kümmert. „Über 80 Prozent unseres Etats besteht aus Sponsoreneinnahmen, daher braucht man solche Leute, um das Ziel 2. Liga realisieren zu können“, so Lorenz. Von 2010 bis 2012 waren die 92er bereits einmal zwei Jahre zweitklassig. „Das ist aber mit der aktuellen Situation nicht zu vergleichen. Damals war die 2. Liga zweigleisig und es gab noch keine 3. Liga, wir gehörten gerade einmal zu den besten Teams im Norden. Momentan sind wir deutschlandweit knapp an den Top 20 dran. Die momentane Mannschaft ist die beste, die ich hier in Celle je gesehen habe“, stellt Lorenz klar.

Daher bleibt das Team in der Rückrunde auch unverändert. Theoretisch hätte Meissner auf Grund seiner überragenden Bilanz eine Position hochrücken und mit Hohmeier tauschen können. Aber die Celler verfahren nach dem Prinzip „Never change a winning team“. Demnach wird wohl auch der vor der Saison neu verpflichtete Japaner Yoshihiro Ozawa, der an Position zwei spielen könnte, auf seinen ersten Einsatz noch warten müssen. Der 23-Jährige bleibt aber eine Option, falls sich einer der „Fantastischen Vier“ längerfristig verletzen sollte. „Wir halten uns das offen. Aber wir sind auch so stark genug, um den Aufstieg zu schaffen“, verdeutlicht Lorenz. In diesem Fall würde 2018 2017 als bisher bestes Jahr seiner inzwischen zehnjährigen Amtszeit ablösen.

Oliver Schreiber Autor: Oliver Schreiber, am 29.12.2017 um 12:30 Uhr
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