Nach Rückzug der Stadt Celle: Gemeinden halten an Lüneburger Heide GmbH fest

Foto: Lüneburger Heide GmbH

Die Lüneburger Heide ist als Ausflugs- und Urlaubsziel beliebt. "Der Tourismus boomt in der Heide", sagt Ulrich von dem Bruch. Den Erfolg schreibt er auch der Lüneburger Heide GmbH zu, dessen Geschäftsführer er ist.

CELLE. Zu den Gesellschaftern zählen unter anderem der Landkreis und die Stadt Celle mit dem Ziel, den Tourismus in der Region professionell zu fördern. Nun will sich die Stadt aus der Lüneburger Heide GmbH zurückziehen und die jährlichen Beiträge in Höhe von 50.000 Euro für anderweitiges Marketing nutzen. Mit dieser Entscheidung steht die Residenzstadt im Celler Land ziemlich alleine da: Der Großteil der Kommunen ist von der Arbeit der Lüneburger Heide GmbH überzeugt.

Mehr als 100.000 Übernachtungen hat die Gemeinde Südheide im Jahr 2016 verzeichnet. "Diese Zahl führen wir auf die Tätigkeit der Lüneburger Heide GmbH zurück", sagt Rainer Vogeler, Allgemeiner Vertreter des Gemeindebürgermeisters. Er bezeichnet die Vermarktung durch die Tourismusgesellschaft als "Erfolgsmodell". Die jährlichen Beiträge seien "gut angelegtes Geld".

Auch in der Gemeinde Faßberg ist man voll des Lobes. Die Lüneburger Heide GmbH betreibt die Touristinformation in Müden "mit großer Professionalität", sagt der Allgemeine Vertreter Stephan Fähndrich. Dieses Niveau könne man nur schwer allein erreichen. "Wir sehen auch keinen Vorteil darin, es selbst zu machen", stellt Fähndrich heraus. Als großen Vorteil für die Gemeinde sieht er die Vernetzung: "Die Lüneburger Heide präsentiert sich unter einem Dach als eine Region. So kocht nicht jeder sein eigenes Süppchen." Überlegungen, die Kooperation wie die Stadt Celle aufzukündigen, gebe es nicht.

In Lachendorf profitiere man zwar weniger von der Zusammenarbeit mit der Lüneburger Heide GmbH, trotzdem findet es Bürgermeister Hartmut Ostermann gut, an der Tourismusgesellschaft beteiligt zu sein: "Als Solidargemeinschaft kann man nicht nur auf die Vorteile schauen." Die jährlichen Beiträge seien "überschaubar". Lachendorf bemüht sich, die Anbindung an die Heide mit Radwegen sicherzustellen.

Die Kreisverwaltung ist ebenfalls von der Beteiligung an der Gesellschaft überzeugt. "Nur in einem größeren Verbund kann deutlich auf sich aufmerksam gemacht werden", sagt Kreisdezernent Gerald Höhl. Der jährliche Zuschuss beträgt 100.000 Euro. Ein Ausstieg komme für den Landkreis nicht infrage.

Die Gemeinde Winsen hat sich vor Jahren gegen eine Beteiligung an der Lüneburger Heide GmbH entschieden. "Wir möchten eigenständig handeln", sagt Hauptamtsleiter Dirk Burghardi. Mit Erfolg: Die Wirtschaftsbetriebe Allertal machen gezielt Werbung in Nordrhein-Westfalen, inzwischen entfallen 24 Prozent der Übernachtungen auf Gäste von Rhein und Ruhr. "Die damalige Entscheidung wird als richtig empfunden", sagt Burghardi.

Amelie Thiemann Autor: Amelie Thiemann, am 28.12.2017 um 20:08 Uhr
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