"Schlechter Silvesterscherz": 29-Jähriger rast mit Auto in Hauswand

Foto: Audrey-Lynn Struck

Kristin Werner feierte gerade den Beginn des neuen Jahres, als ihr Telefon klingelte. Am Apparat war die Polizei. Es ging um Werners Haus, das sie in Wathlingens Ortsmitte vermietet. Ein 29-Jähriger war gegen 1.30 Uhr mit seinem VW-Bus in das Gebäude gerast, die Unfallursache unklar. "Das war schon ein Schock", erinnert sich die Hauseigentümerin.

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WATHLINGEN. Sofort fuhr die Wathlingerin zu dem Wohngebäude an der Kreuzung Schulstraße/Uetzer Weg, wo bereits 15 Feuerwehrleute, 12 Helfer des Technischen Hilfswerkes (THW) und zwei Streifenwagen der Polizei die Arbeit aufgenommen hatten. Erst vor Ort wurde Werner dann das tatsächliche Ausmaß des Verkehrsunfalls bewusst. "Ich habe es mir nicht so schlimm vorgestellt", sagt die 28-Jährige. Sie habe damit gerechnet, dass vielleicht die Hausecke abgebrochen wäre. "Dass der Wagen frontal gegen die Wand geprallt und so weit in das Haus hinein gefahren ist, hätte ich nicht gedacht." Vom Unfallfahrer fehlte zunächst jede Spur. Der 29-jährige Wathlinger hatte mit seinem Wagen Fahrerflucht begangen, war aber bereits kurz danach von der Polizei aufgegriffen worden. Eine erste Atemalkoholkontrolle ergab einen Wert von etwa ein Promille. Die Ermittlungen dauern an.

Der alkoholisierte Fahrer war mit dem Wagen in die Wohnung von Werners Neffen, der erst seit etwa einem Monat in dem Gebäude wohnt, gefahren. Bei dem Unfall wurde die neue Küche vollständig zerstört. "Da konnte man nichts mehr retten", so Werner. Immerhin war ihr Neffe mit seiner kleinen Tochter zum Unglückszeitpunkt nicht zu Hause. Auch die anderen Mieter des Fünf-Parteien-Hauses feierten auswärts, sodass niemand verletzt wurde.

Die Feuerwehr und das THW stützten die Fassade des Gebäudes ab und verschlossen das klaffende Loch mit Planen und Holzplatten. Da beim Unfall ein Heizkörper mit herausgerissen wurde, wurden Strom und Gas vorübergehend abgestellt. Noch in der Nacht informierte Werner die Mieter darüber, dass sie vorerst nicht in ihre Wohnungen zurückkehren könnten. "Die waren sehr erschrocken. Einige haben zuerst gedacht, dass das ein schlechter Silvesterscherz ist", erzählt sie.

Auch einige Anwohner brachten den Unfall zunächst mit dem Silvester-Trubel in Zusammenhang. "Der laute Knall klang für mich wie ein Böller. Deshalb hab ich mir gedacht: Bleib mal besser liegen", erzählt ein Nachbar. So drehte er sich einfach um und schlief weiter. Seine Frau und Kinder zog es hingegen nach draußen. Sie beobachteten aus nächster Nähe, wie die Einsatzwagen anrückten. "Als wir das große Loch gesehen haben, haben wir nur gedacht: Krass", sagt die Nachbarin.

So könnten auch die Gedanken der Wathlinger Feuerwehrleute ausgesehen haben, als sie zum direkt neben der Wache liegenden Gebäude gerufen wurden. "Das war schon ein spezieller Einsatz, gerade in der Neujahrsnacht", sagt Olaf Rebmann, Sprecher des Kreisfeuerwehrverbandes Celle.

Die gröbsten Unfallschäden sind mittlerweile beseitigt worden. Gestern waren Handwerker und Elektriker vor Ort, um die Statik zu überprüfen. Auch ein Maurer soll die Unfallstelle noch inspizieren und das Loch schließen. Die Mieter können voraussichtlich in den kommenden Tagen wieder nach Hause.

Audrey-Lynn Struck Autor: Audrey-Lynn Struck, am 02.01.2018 um 19:32 Uhr
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