Landkreis Celle schreibt Rettungsdienst neu aus und plant Verlegung von Wache

Ein Gutachten empfiehlt, in Zukunft drei Rettungswagen in Celle, jeweils zwei in Lachendorf und Winsen sowie jeweils einen in Eschede, Beckedorf und Hermannsburg bereitzustellen. So soll jeder Ort im Landkreis Celle innerhalb von 15 Minuten erreicht werden können.

Der Umzug einer Wache, eine neue Ausschreibung des Rettungsdienstes und die gesamte Versorgung des Kreisgebiets unter eigener Regie: In diesem Jahr wird es im Bereich des Rettungsdienstes gleich mehrere Änderungen geben. Besonders profitieren sollen davon die Bürger in Hohne, Spechtshorn und Unterlüß, die bisher nicht schnell genug versorgt werden konnten. Außerdem sollen zehn statt bisher neun Rettungswagen für den Notfall bereit stehen.

CELLE. "Die Standorte der einzelnen Rettungswachen müssen so platziert sein, dass jeder Einsatzort innerhalb von 15 Minuten erreicht werden kann", erklärt die Pressesprecherin des Landkreises Celle Manuela Gollnisch. Der Gesetzgeber schreibt vor, dass bei 95 Prozent der Einsätze diese Frist eingehalten werden muss. "Da noch zwei Minuten für die Notrufbearbeitung und die Ausrückzeit gerechnet werden müssen, liegt die Fahrzeit, die zur Verfügung steht, bei maximal 13 Minuten", sagt Gollnisch.

Doch von den Wachen in Wienhausen beziehungsweise Beckedorf konnten diese Fristen für Fahrten nach Hohne und Spechtshorn beziehungsweise Unterlüß nicht immer eingehalten werden. Das geht aus einem Bedarfsplangutachten hervor, das der Landkreis Celle in Auftrag gegeben hat. Daher schlagen die Gutachter eine Verlegung der Wienhäuser Wache nach Lachendorf vor. Außerdem soll ein Fahrzeug aus der Station in Beckedorf nach Hermannsburg verlegt werden. Die Rettungswache in Winsen soll innerhalb des Ortes verlegt werden. Mit Hilfe dieser Verschiebungen erwartet der Gutachter, dass die Hilfsfrist wieder im gesamten Landkreis im vorgegeben Rahmen von 15 Minuten liegen wird.

"Um die Fahrzeiten genau zu ermitteln, hat es vor einiger Zeit eine Testbefahrung des gesamten Straßennetzes gegeben", sagt Gollnisch. "Die Zeiterfassung umfasste über 1000 Kilometer Straße." Auf Grundlage dieser Befahrung sei jetzt noch einmal eine Simulation vorgenommen worden, um die aktuellen Fahrzeiten zu ermitteln. Zudem wurde das Einsatzaufkommen eines Jahres ausgewertet. "Die Vorschläge werden im noch zu erstellenden Bedarfsplan aufgenommen. Im Februar soll darüber politisch entschieden werden", sagt Gollnisch.

Nicht fortgesetzt werden soll die Zusammenarbeit mit den Nachbarlandkreisen Uelzen und Gifhorn. „Da sich das Einsatzaufkommen erhöht und die Sicherstellung der rettungsdienstlichen Leistungen aus den Nachbarkreisen nicht mehr vollständig gewährleistet ist, will der Landkreis künftig das gesamte Gebiet wieder in eigener Regie abdecken", sagt Landrat Klaus Wiswe.

Unabhängig von dem Bedarfsplan wird auch der Rettungsdienst in diesem Jahr neu ausgeschrieben, weil die bisherige Beauftragungszeit am 30. September ausläuft. Der Gesetzgeber sieht hier in regelmäßigen Abständen Neuvergaben vor. Das letzte Mal wurden diese Leistungen 2008 beauftragt. Bis auf Beckedorf, wo der Rettungsdienst Marquardt zuständig ist, liegt die Verantwortung beim Deutschen Roten Kreuz (DRK).

"Inzwischen hat sich das Vergaberecht für rettungsdienstliche Leistungen auf nationaler und europäischer Ebene so verändert, dass der Landkreis zur Sicherheit eine Anwaltskanzlei eingeschaltet hat, um Handlungsempfehlungen zu erarbeiten und das Verfahren zu begleiten", berichtet Gollnisch. Die Gutachter hätten ein förmliches Vergabeverfahren empfohlen. Dieses wird derzeit vorbereitet. Dafür ist die Festlegung der Standorte wichtig, weil entschieden werden muss, wie viele Rettungsfahrzeuge wo bereit stehen müssen. Finanziert wird der Rettungsdienst des Landkreises Celle vollständig durch die Krankenkassen.

Christopher Menge Autor: Christopher Menge, am 02.01.2018 um 18:02 Uhr
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