Müdener Talent wechselt zur U11 von Hannover 96

Foto: Mark Weber

So hatte sich das Mark Weber wohl nicht vorgestellt. Der frühere Handballspieler wollte seine Leidenschaft an seinen Sohn Yannic Weber weitergeben. Dem Schüler des Christian Gymnasiums gefiel das Spiel mit dem Ball in der Hand ganz gut. Doch noch lieber hat er den Ball am Fuß. Und die Spielfreude des jungen Fußball-Talents aus Müden, der bis vor Kurzem noch für den ASV Faßberg kickte, macht von sich reden. So das Yannic ab diesem Jahr offiziell zur U11 von Hannover 96 wechselt.

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MÜDEN. „Ich bin glücklich, dass er sein Talent gefunden hat und Spaß hat“, sagt Mark Weber. Doch ein wenig gewundert hat er sich dennoch. „Wenn sie ihr Leben in der Halle verbracht haben und ihr Sohn steht lieber auf dem Platz, ist das schon komisch“, schmunzelt Weber. Doch die Hauptsache sei, er ist glücklich mit dem, was er macht.

Mit dem Vereinssport angefangen hat Yannic im Alter von vier Jahren. Da spielte er für den MTV Müden in der Jugendabteilung der Handballsparte. Bis er 2013 seine Liebe zum Fußball fand und in die Jugendabteilung des ASV Faßberg wechselte. „Ein Kumpel hatte ihn mal zum Training mitgenommen. Von da an war er vom Ball nicht mehr wegzubekommen“, so sein Vater. Schnell zeigte sich bei ihm großes Geschick am Ball. „Er ist sehr dribbelstark, trickreich und hat viel Spielwitz. Außerdem ist er sehr schnell und hat beim Training immer 100 Prozent gegeben“, erklärt sein früherer Trainer vom ASV Faßberg, Michael Bahr. Als wichtiger „Schlüsselspieler“ wird Yannic der Faßberger D-Jugend fehlen. „Aber ich freue mich für ihn. Und dafür erhalten jetzt andere eine Chance und mehr Spielzeit“, sagt der stolze ASV-Coach.

Auch Faßbergs Fußballspartenleiter Carsten Bohne-Vogelsberg freut sich über den Wechsel. „Das zeigt, wie gut die Jugendarbeit bei uns funktioniert.“

Noch ein bisschen besser dürfte die Jugendarbeit bei den Profis von 96 funktionieren. Dort trainiert Yannic künftig dreimal in der Woche für jeweils zwei Stunden. Damit reduziert sich sein aktuelles Trainingspensum. Denn zuvor kam er auf vier Trainingseinheiten in der Woche. So musste er zweimal zum Training beim ASV Faßberg, sowie einmal zum Celler DFB-Stützpunktraining als auch schon zum Probetraining zu 96, um seine Fähigkeiten unter Beweis zu stellen. Nachdem er es nun geschafft hat, zu den „Roten“ zu wechseln, fallen die Sichtungstrainingseinheiten beim Stützpunkt sowie bei seinem alten Verein weg. „Dafür müssen wir jetzt öfter nach Hannover fahren. Aber solange es ihm Spaß macht, ist das auch völlig in Ordnung“, sagt Mark Weber.

Bis jetzt gefällt es dem Zehnjährigen Offensivspieler sehr gut in seinem neuen Verein. „Der Trainer ist sehr nett und die Qualität der Spieler ist besser. Es ist anstrengend aber macht auch großen Spaß“, so Yannic, der bei bei den jungen „Roten“ im Sturm spielt. Wenn es nach ihm ginge, würde er gerne als Profi bei 96 bleiben. Nur Bayern würde ihn noch etwas mehr reizen, gibt er lächelnd zu.

Dass er das Zeug dazu hat, da ist sich Bahr sicher. Zumindest, wenn man sein junges Alter bedenkt und was noch alles passieren kann. „Es kommt auch auf seine Trainer an. Wenn denen seine Spielweise nicht gefällt, dann kann auch alles ganz schnell vorbei sein.“ Zu einer Profikarriere braucht es eben auch noch eine ganze menge Glück. Doch Talent ist auch wichtig. Und das hat Yannic. „Beim Training und den Sichtungsspielen hat man es gesehen. Yannic fällt auf. Der sticht einfach raus“, so Bahr.

Michael Ottinger Autor: Michael Ottinger, am 03.01.2018 um 18:05 Uhr
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