Celler Feuerwehr rettet Frau aus Lebensgefahr

Foto: Oliver Knoblich

Mehr als 130 Einsatzkräfte bekämpfen Dachstuhlbrand: Dicke Rauchschwaden legen sich über die Heese – bis zur Bahnstrecke zieht sich dieser dunkle Teppich durch den Stadtteil.

HEESE. Aus den Fensterscheiben des Busses, der als vorübergehender Zufluchtsort bereitsteht, blicken die Anwohner der Birkenstraße auf ihr Wohnhaus – Flammen schlagen in die Höhe. Für viele muss es schnell gehen, als das Feuer sie gestern in der Mittagszeit überrascht, manche tragen nur Hausschuhe.

„Als wir eingetroffen sind, stand der Dachstuhl des Mehrfamilienhauses vollständig in Flammen“, sagt Feuerwehrsprecher Florian Persuhn. Eine Bewohnerin wurde von den Einsatzkräften aus ihrer Wohnung gerettet. Die durch den Großalarm verständigte Celler Hauptwache rückte aus – zusammen mit den Feuerwehren aus Westercelle und Hambühren. Mehr als 130 Einsatzkräfte waren im Einsatz, um das Feuer, das bereits auf die Dachstühle der angrenzenden Gebäude übergegriffen hatte, zu löschen. „Zur Brandursache und zur Höhe des entstandenen Sachschadens können im Moment keine Angaben gemacht werden“, sagt Polizeisprecher Guido Koch. Brandermittler der Celler Polizei haben die Ermittlungen aufgenommen. Während des Einsatzes wurde die Fuhrberger Straße weiträumig abgesperrt und der Verkehr umgeleitet.

Seelsorger kümmern sich um die betroffenen Menschen, dazu gehören Kinder, die evakuiert wurden. Gegenüber des Reihenhauses steht ein Anwohner, seine Augen verfolgen den Einsatz der Feuerwehrkräfte, die von den Drehleitern aus gegen die Flammen kämpfen. „Das hätte auch uns treffen können“, sagt der Anwohner, dessen Name nicht genannt werden möchte. Seine Wohnung grenzt direkt an das betroffene Gebäude an. „Nur eine Wand trennt uns“, sagt er. Er könne immer noch nicht verstehen, was hier passiere.

Erst das Verhalten eines Autofahrers habe den Nachbarn stutzig gemacht. „Der hat ganz wild gewunken und nach oben gezeigt.“ Im Hausflur sei ihm dann der beißende Geruch des Feuers entgegengekommen. „Unser Dachboden war voller Qualm.“ Er habe zuerst gedacht, dass der Brandherd direkt über seiner Wohnung liege. Unter Schock ist er aus dem Haus gerannt. „Ohne Schuhe, keine Jacke und die Katze vergessen“, erklärt er. Eine Jacke hat er von der Nachbarin gegenüber bekommen, nun reicht sie ihm einen Tee an der er seine Hände wärmt. Einige der Anwohner seien nicht im Haus gewesen, als der Brand losging. „Die werden einen Schreck bekommen, wenn sie dieses Bild hier sehen.“ Kater Findus wurde von den Einsatzkräfte gerettet.

Rolf Schmidt schaute sich gerade einen Film im Fernsehen an, als ihn ein lauter Knall zusammenzucken ließ. „Ich dachte, dass das ein Silvesterböller war.“ Dann sah er den Qualm. „Raus hier, hat mein Sohn gesagt.“ Sein Nachbar, Karsten Jänicke, suchte sofort seinen Freund. „Ich habe mir Sorgen um ihn gemacht, dass etwas Schlimmeres passiert ist“, so Jänicke. Mit Blick auf die Betroffenen, die im Bus warten, sagen die beiden einstimmig: „Hoffentlich können wir alle bald wieder in unsere Wohnungen zurück.“

Katharina Baumgartner Autor: Katharina Baumgartner, am 04.01.2018 um 18:24 Uhr
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