Wietzer Erdölmuseum soll attraktiver werden

Museumschef Stephan Lütgert will das Erdölmuseum weiterentwickeln und neue Besuchergruppen ansprechen. Foto: Michael Schäfer

Ein Theaterprojekt, zwei Sonderausstellungen und die lange geplante Turmsanierung: In diesem Jahr stehen im Wietzer Erdölmuseum einige Projekte an, von denen sich Museumschef Stephan Lütgert auch einen dauerhaften Sprung nach vorne erhofft.

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WIETZE. Das Celler Schlosstheater wird im Mai und Juni ein Stück auf dem Außengelände des Erdölmuseums aufführen. Premiere ist am 19. Mai. In dem Stück mit dem Arbeitstitel „Öl – Schwarzes Gold der Heide“ wird die Geschichte von plötzlichem Reichtum erzählt. Aus Bauern werden um das Jahr 1900 Ölbarone. Das Drehbuch ist an den Roman „Oil“ von Upton Sinclair aus dem Jahr 1927 angelehnt – ein US-Klassiker über die legendäre Zeit der Ölgewinnung.

Das Museum erhofft sich von der Aufführung neben dem großen Bohrturm, dass neue Besuchergruppen angesprochen werden. Das ist auch vor dem Hintergrund sinnvoll, dass die Zahlen im Museum seit Jahren sinken. 2017 kamen weniger als 10.000 Gäste ins Haus. "Der Trend ist noch nicht gebrochen", sagt Lütgert.

Er will das Museum nach und nach attraktiver machen und strebt eine komplette Neugestaltung an. Dauerausstellung, Außengelände und Eingangsbereich sollen erneuert werden. Dazu hat er eine Menge Ideen, wie sich das Museum entwickeln könnte: Er macht sich unter anderem für mehr Veranstaltungen sowie eine Smartphone-App stark.

Die Neugestaltung des Museums wird ins Geld gehen. Die Rede ist derzeit von knapp einer Million Euro. Lütgert will Bundes- und Landesmittel einwerben, um die ehrgeizigen Pläne zu realisieren. Schön wäre es, wenn bis 2020, wenn das Museum sein 50-jähriges Bestehen feiert, einiges bereits umgesetzt würde, sagt er.

Das ist noch Zukunftsmusik, konkreter ist die Sanierung des Wintershall-Bohrturms, auch Turm 70 genannt. Das Vorhaben soll 370.000 Euro kosten, die Finanzierung steht. Die Gemeinde Wietze steuert 100.000 Euro bei, die Leader-Aktionsgruppe "Aller-Leine-Tal" hat den gleichen Betrag in Aussicht gestellt. Der Trägerverein des Museums wird 170.000 Euro übernehmen. Der Verein finanziert den Betrag durch das Vermächtnis eines Wietzer Bürgers. Gerhard Deiders hatte vor seinem Tod 2014 dem Museum eine Immobilie vermacht. Diese wurde verkauft, das Geld sollte explizit in das Außengelände des Museums fließen.

Die Komplettsanierung von Turm 70 – mit dem aufwendigen Korrosionsschutz und der Erneuerung der Besucherplattform – sollte schon 2017 über die Bühne gehen. Jetzt hoffen die Museumsmacher, dass die Arbeiten nach den Theateraufführungen im Juli und August beginnen. Das würde gut passen, schließlich steht der Bohrturm im November seit 30 Jahren auf dem Gelände.

Die Saison im Erdölmuseum beginnt im März. Vom 9. März bis zum 6. Mai wird die Fotoausstellung "Relikte" gezeigt, wobei es um Industrieruinen geht. Vermutlich ab Juli wird die zweite Sonderausstellung präsentiert. Dann stellt Marinemaler Holger Koppelmann Gemälde von Tankern aus.

Simon Ziegler Autor: Simon Ziegler, am 10.01.2018 um 17:07 Uhr
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