Für Problemwölfe wird´s ernst im Landkreis Celle

Foto: Carsten Rehder

Wann wird ein Wolf zum Problem für den Menschen? Wann darf das Raubtier getötet werden? Das Land Brandenburg hat diese Fragen in einer neuen Wolfsverordnung, die Anfang dieses Jahres in Kraft getreten ist, klar geregelt. Demnach sollen Wölfe, die sich nicht vergrämen lassen oder die sich aggressiv gegenüber dem Menschen verhalten, getötet werden. Und nicht nur das: Jeder Wolf, der zweimal trotz der vorgeschriebenen Schutzzäune Nutztiere reißt, soll geschossen werden. Zieht Niedersachsen nach?

CELLE. "Ich habe große Sympathien für diese Verordnung", sagt der Celler CDU-Landtagsabgeordnete Jörn Schepelmann. "Sie enthält klare Kriterien, wann ein Wolf abgeschossen werden muss." Auch im niedersächsischen Umweltministerium werde derzeit mit Hochdruck an einer eigenen Verordnung gearbeitet.

Im vergangenen Jahr waren dem Wolfsbüro zehn Nutztierschäden im Landkreis Celle gemeldet worden. "Davon waren vier eindeutig dem Wolf zuzuordnen", sagt Pressesprecherin Bettina Dörr. Für Aufsehen hatte vor allem ein Fall in Schmarbeck gesorgt, bei dem ein Wolf oder mehrere Wölfe 13 Heidschnucken rissen, obwohl diese in einem mit einem 1,20 Meter hohen Elektrozaun mit 5000 Volt Spannung sowie zusätzlich 20 Zentimeter hohem Flatterband in einem Nachtpferch untergebracht waren. 7 weitere Heidschnucken mussten wegen der Bissverletzungen eingeschläfert werden.

Während bei drei Fällen noch nicht feststeht, ob der Wolf die Tiere gerissen hat, war Lupus in zwei Fällen eindeutig nicht der Verursacher. Ein Fall ist unklar. 2016 waren nach Aussage des Wolfsbüros vier der acht gemeldeten Nutztierschäden im Landkreis Celle eindeutig dem Wolf zuzuordnen.

"Wir sind definitiv an einem Punkt angekommen, an dem gehandelt werden muss", betont Schepelmann. Er verweist auf einen Fall in Winsen, wo ein Wolf direkt an der Kindertagesstätte Allerstraße vorbeigelaufen sein soll. "Der Mensch darf sich nicht unwohl fühlen."

Drei Punkte sollen daher angegangen werden. "Ab dem 1. Februar soll je ein Wolf aus den auffälligen Rudeln in Cuxhaven, Munster und Goldenstedt besendert werden", sagt Schepelmann. "Wir müssen wissen, wie sich die Rudel verhalten, und die gefährlichen Tiere erschießen." Zum anderen sei es dringend notwendig, dass mehrere Institute die DNA-Proben auswerten. Dabei gehe es nicht um Schnelligkeit, sondern auch um Glaubwürdigkeit.

"Ein ganz wichtiger Punkt ist außerdem, dass das Monitoring verstärkt werden muss", sagt Schepelmann. Wenn sich die EU 2019 mit dem Schutzstatus des Wolfes beschäftigt, müsse das mit aktuellen Zahlen geschehen. In Niedersachsen steigt die Zahl der Wölfe seit Jahren. Nach Angaben des Umweltministeriums gab es zum Stichtag 30. April 2017 im Land zehn Wolfsrudel, vier Wolfspaare und zwei Einzeltiere. Im November waren es schon 14 Wolfsrudel, zwei Wolfspaare und zwei Einzeltiere. Bundesweit lag die Zahl der Rudel laut Bundesamt für Naturschutz im Oktober bei 60 Rudeln, 13 Wolfspaaren und 3 territorialen Einzeltieren.

Christopher Menge Autor: Christopher Menge, am 12.01.2018 um 16:37 Uhr
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