Mutz in acht Jahren Celles Bürgermeister?

Foto: Oliver Knoblich

Wo soll man anfangen, wenn man über Mutz berichtet? Natürlich sind beide Konzerte des Celler Musikers im Schlosstheater ausverkauft. Natürlich hat er mit Anja Ohnhold und Martin Connell zwei sehr gute Sänger dabei. Und seine „Black Eyed Banditz“ mit Tony Mulkes (Gitarre), Sören Schmidt (Bass), Felix Hoffmeyer (Schlagzeug) und Tobias Burmeister (Keyboards) sind wie immer eine Bank. Und: Moritz „Mutz“ Hempel kann sich auch eine gute Portion Klamauk erlauben. Trotzdem steht unter dem Strich ein hervorragender und ernstzunehmender Musiker. Was nicht zuletzt an seiner Authentizität liegt. Mutz ist eben auf der Bühne derselbe Mensch wie im Alltag.

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CELLE. Der rote Vorhang ist noch geschlossen, Mutz kommt mit seiner Gitarre nach vorn. „Gallows of Mine“ von seiner aktuellen Mini-LP „Last Grain of Sand“ erklingt. Und schon mit den ersten Tönen hat Mutz sein Publikum im Griff. Und als sich dann unter den Klängen von „Also Sprach Zarathustra“ Schlagzeug und Keyboards von der Bühnendecke herabsenken, da war auch dem letzten Besucher klar, dass es wieder einmal ein ganz besonderer Konzert-Abend mit Mutz werden würde.

Mit „Last Dime“, dem Opener des Albums „Get Me Nutz“, stiegen die „Banditz“ in den Abend ein. Höhepunkte vor der Pause waren zweifelsohne „Illusions“, das Mutz mit Kollegen bereits als Schüler für die Band „Delivery Van“ geschrieben hat. „Das waren schöne Zeiten, wir wollten die Welt erobern“, schwelgte Mutz in Erinnerungen. Zusammen mit Anja Ohnhold spielte die Band „Son of a Preacherman“, den Hit von Dusty Springfield aus dem Jahr 1969 – wie gemacht für die eindrucksvolle Stimme von Ohnhold.

Der zweite Teil startete – mit einem Shanty. „John Kanaka“ in einer A-Capella-Version mit Mutz, Martin Connell, Florian Hempel und „Maschine“ aus Hamburg. Die vier standen vor dem eisernen Vorhang der Bühne und benutzten diesen als Trommel. Was dann folgte, ist bei einem Mutz-Konzert eher ungewöhnlich: „Ein Freund, ein guter Freund“, „Das kann doch einen Seemann nicht erschüttern“ und schließlich „Auf der Reeperbahn nachts um halb eins.“ Und einer deutlichen Aussage des Musikers Richtung Politik der Stadt Celle. Was denn am 31. Januar 2018 passiert wäre, wollte Mutz wissen. Dabei senkte sich das Original-Schild des an diesem Tag geschlossenen Café Rio‘s von der Decke. Aber Mutz ging einen Schritt weiter: „An diesem Tag hat die Stadt Celle die Jugendpflege in die Tonne gehauen und an den Landkreis abgegeben – das geht gar nicht.“ Und erklärte unter dem Beifall der Fans: „In acht Jahren kandidiere ich für das Bürgermeisteramt.“

Danach stand die Musik wieder im Mittelpunkt. „This Flight tonight“, ein Nazareth-Cover gefolgt von den Mutz-Stücken „Through the Night“ und „My Story“, ein Duett mit Connel. Am Ende saß im altehrwürdigen Celler Schlosstheater niemand mehr.

Jürgen Poestges Autor: Jürgen Poestges, am 04.02.2018 um 17:22 Uhr
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