Mongolisches und Jazziges im Celler Gajah

Das mongolisch-persische Trio Sedaa spielte im ausverkauften Gajah an der Celler Schuhstraße. Foto: Oliver Knoblich

Sedaa, das mongolisch-persische Trio, dessen Leiter in Hannover lebt, ist nicht nur in der Region bekannt. Die drei Musiker haben bereits weltweit gastiert mit ihrer Musik, die so schwer zu verorten ist zwischen mongolischen und orientalischen Klängen einerseits, aber eben auch einer stark europäischen Färbung durch durchaus gängigen hiesigen Jazz und Rock andererseits. Nun gastierte Sedaa bereits das zweite Mal im Celler Gajah. Und mal wieder war der liebevoll zum Minikonzertsaal umgemodelte Verkaufsraum an der Schuhstraße bestens besucht. Das Publikum durfte sich an einer Musik erfreuen, in der verschiedene Formen des Gesangs im Mittelpunkt standen. Da passte der Name des Ensembles bestens: Sedaa bedeutet im Persischen nämlich nichts anderes als Stimme.

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CELLE. Die in ihrer mongolischen Heimat als Sänger ausgebildeten Nasaa Nasanjargal und Naraa Naranbaatar entführten das Publikum gemeinsam mit dem iranischen Vielinstrumentenspieler Omid Bahadori in eine Welt zwischen Orient und mongolischer Steppe. Die Grundlage ihrer Kompositionen bilden mit traditionellen Instrumenten erzeugte Naturklänge und so uralte wie uns vollkommen unbekannte Gesangstechniken ihrer Vorfahren, bei denen ein Mensch mehrere Töne zugleich erzeugt. Da ist zum einen eine ganz eindringliche Form des Kehlgesangs, bei der man immer das Gefühl hat, dass der Sänger Muskeln einsetzt, von der Menschen, die diese Technik nicht beherrschen, gar nicht wissen, dass sie überhaupt existieren. Dieser Gesang wirkt in seiner Obertonschärfe fast schon aufdringlich. Als ergänzende Klangfarbe zu anderen Klangquellen erweist sich dieser Gesang aber als hervorragend abrundende Ergänzung des ganz besonderen Klangcharakters dieses Trios. Noch extremer wirkt der sogenannte Untertongesang, bei dem menschliche Töne in einer Tiefe hörbar gemacht werden, wie man sie normalerweise nie zu hören bekommt. Diese Untertöne haben eine leichte Schwebung und vibrieren somit ein wenig, was den Stücken mit Untertongesang eine Klangfarbe verleiht, die man so kaum je mit anderen Tonerzeugern erleben kann. Auch nicht elektronisch erzeugt.

Dazu spielen die Sänger noch zwei Varianten einer mongolischen Pferdekopfgeige. Der Eine ein zweisaitiges hohes Instrument in der Lage einer Bratsche, der Andere eine Art archaischen Kontrabass. Beide Instrumente klingen eher wie Vorformen unserer westlichen Instrumente. Oder sie wurden von den beiden Künstlern eben genau auf diese Weise gespielt. Dazu kam noch der persische Musiker mit einer Gitarre und ein wenig Schlagzeug sehr unterschiedlicher Art. Dieser Musiker war derjenige von den dreien, der am meisten im Jazz zu Hause ist. Und das zeigte er auch in ein paar Gitarrensoli. Da glaubte man sich fast in eine Szenebar in einer Jazzhochburg versetzt. Für den rhythmischen Drive war derselbe Musiker zuständig. Und für die zumindest anfangs originelle, unterhaltende und erhellende Moderation auch. Ein gelungener Abend.

Reinald Hanke Autor: Reinald Hanke, am 05.02.2018 um 18:06 Uhr
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