Wietzer Rathaus: "Jetzt ist der Weg frei"

Nach dem Bürgerentscheid ist vor dem Bau des Wietzer Rathauses: Kurz nach dem Referendum richten sich die Blicke der Verantwortlichen auf die weiteren Planungsschritte für die Realisierung des neuen Verwaltungssitzes. Vier Firmen wollen das Millionen-Projekt in die Tat umsetzen. Noch in dieser Woche sind die Bieter-Gespräche geplant, sagte Bürgermeister Wolfgang Klußmann. Der Zuschlag könnte bis Ende März erteilt werden. Das Unternehmen, das ausgewählt wird, soll alles aus einem Guss machen: Planung, Bau, Zwischenfinanzierung.

WIETZE. Entscheidend wird es schon Mitte März. Die Gemeinde hofft, dann einen Fördermittel-Bescheid zu erhalten. „Ich bin weiterhin sehr guter Hoffnung, dass wir Fördermittel bekommen“, sagte Klußmann. Insgesamt geht es um 1,1 Millionen Euro – für den Bürgersaal, den Umbau der Schule und das Außengelände.

Wenn die Fördermittel-Zusagen auf dem Tisch liegen und ein Unternehmer ausgewählt ist, dürfte der Bauantrag gestellt werden. Baubeginn ist vermutlich in der zweiten Jahreshälfte. Die Fertigstellung des neuen Verwaltungssitzes zwischen Schule und Rewe-Markt an der B214 ist Ende 2019 geplant.

Klußmann sagte zuletzt, dass alle abgegebenen Angebote „im Rahmen dessen liegen, was wir vorher geschätzt haben“. Als der Gemeinderat vor einem Jahr seinen Beschluss zum Bau des Rathauses inklusive Bürgersaal gefasst hatte, war von Kosten von acht Millionen Euro die Rede. Dazu kommen die Ausgaben für den Umbau der Schule, der mit weiteren zwei Millionen Euro angesetzt war.

Der Bürgerentscheid habe beim Rathaus-Bau zu keiner zeitlichen Verzögerung geführt, heißt es seitens der Verwaltung. Das hängt mit den Fördermitteln zusammen. Eine Zusage wäre auch ohne Bürgerbegehren nicht früher möglich gewesen, erläutert der Bürgermeister. Und weil ohne Fördermittel-Zusage keine Aufträge vergeben werden können, ändert sich am Zeitplan nichts. Dazu kommt: Die Firmen waren mit Blick auf das Bürgerbegehren gebeten worden, zweigleisig zu planen – mit und ohne Bürgersaal. Gleichwohl ist der Ausgang des Bürgerentscheids eine wichtige Wegmarke für die weiteren Planungsschritte. „Vom Grundsatz her ist jetzt der Weg frei“, so Klußmann.

Beim Bürgerentscheid hatten am Sonntag 1193 Personen oder 58,6 Prozent für den kleinen Ratssaal gestimmt. Das notwendige Quorum wurde aber nicht erreicht. Mindestens 20 Prozent der Wahlberechtigten hätten beim Bürgerentscheid für die kleine Rathaus-Lösung stimmen müssen. Am Ende fehlten genau 146 Stimmen. Die Wahlbeteiligung lag bei 30,6 Prozent.

Das Bürgerbegehren hat die Gemeinde Wietze etwa 10.000 Euro gekostet – für Personalaufwand, Wahlzettel, Portokosten und Co. Eine Diskussion übers Geld wollte Klußmann aber nicht führen: „Die Kosten dürfen dabei kein Argument sein. Demokratie kostet Geld. Wenn das eine Gesellschaft nicht aushält, ist es um die Gesellschaft schlecht bestellt.“

Simon Ziegler Autor: Simon Ziegler, am 13.02.2018 um 05:05 Uhr
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