Celler IGS-Rektorin zieht vor Gericht

Bald zwei Jahre ist es her, dass Schüler der Gesamtschule die Toiletten mit Papier verstopft und zum Überlaufen gebracht haben sollen. Aufgeklärt ist der Fall noch immer nicht hundertprozentig. Allerdings hat er ein weiteres Gerichtsverfahren nach sich gezogen. Schulleiterin Meike Kerker wehrt sich mit juristischen Mitteln dagegen, dass Eltern von damals angeblich beteiligten Schülern immer noch "falsche Behauptungen" über sie in die Welt setzen würden.

CELLE. Die Schulklos an der Gesamtschule sollen ständig verstopft gewesen sein. Im März 2016 nun war sich die Schulleitung sicher, die richtigen Täter erwischt zu haben. Die vier Schüler wurden befragt und der Ärger begann erst richtig. Die Eltern behaupteten, Kerker habe die vier Jugendlichen in einem regelrechten Kreuzverhör stark unter Druck gesetzt, angeblich mit der Polizei gedroht, Geldstrafen und DNA-Proben ins Gespräch gebracht. Von Schlafstörungen, Unruhezuständen und Ängsten sprachen die Erziehungsberechtigten.

Rechtsanwalt Ulrich Brock vertritt Kerker. Für ihn ist klar, dass die Schulleiterin sich an die Vorschriften für solche Fälle gehalten hat. Das könnten auch der stellvertretende Schulleiter Sebastian Zeblewski und der Tutor der Schüler bestätigen. Beide hätten, wie es die Regelungen vorsehen, an dem Gespräch mit den Schülern damals teilgenommen. Die Landesschulbehörde hatte seinerzeit Widersprüche der Eltern als unzulässig angesehen.

Im November vergangenen Jahres sollte die Angelegenheit schon vor dem Landgericht Lüneburg geklärt werden. Der Termin wurde verlegt, weil Brock erkrankte. Am Mittwoch, 28. Februar, sollen sich die Streitparteien nun vor Gericht treffen. Brock: "Es geht um eine Unterlassungsklage gegen einen Teil der Eltern. Sie verbreiten ehrenrührige, falsche Behauptungen über Frau Kerker." Der Celler Rechtsanwalt ist sicher, dass das Gericht seiner Argumentation folgen werde.

Als Zeugen sollen der stellvertretende Schulleiter und der Tutor aussagen. Die betroffenen Schüler seien nicht mehr geladen, so Brock, der froh darüber ist, den Kindern diese Prozedur vor Gericht zu ersparen.

Die Schüler waren von Volker Nebelsieck, Anwalt der Eltern, als Zeugen benannt worden. "Mit Zaudern", wie Nebelsieck sagt. "Es sind unsere einzigen Zeugen." Da die Richterin allerdings eine kinderpsychologische Begleitung abgelehnt habe, habe man die Benennung der Schüler als Zeugen wieder zurückgezogen.

"Das ist alles ein furchtbares Kuddelmuddel", so Nebelsieck, der die CZ gestern damit überraschte, dass ihm vom Gericht mitgeteilt worden sei, dass nun auch die anderen Lehrer nicht mehr geladen seien. Außerdem: Nebelsieck will den Termin verlegen: "Die ganze Sache muss noch einmal gründlich aufgearbeitet werden."

Gunther Meinrenken Autor: Gunther Meinrenken, am 27.02.2018 um 03:50 Uhr
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