Gedenken an Völkermord an Sinti und Roma in Bergen-Belsen

Völkermord an Sinti und Roma: Mit diesem Bild wurde 1979 zu einer Kundgebung in der Gedenkstätte Bergen-Belsen aufgerufen. Foto: Fremdfotos/eingesandt

Aus Anlass des 75. Jahrestages der Transporte nach Auschwitz erinnern der Niedersächsische Verband Deutscher Sinti, das Forum für Sinti und Roma Hannover und die Gedenkstätte Bergen-Belsen am Sonntag, 4. März, ab 11 Uhr mit einer zentralen Gedenkveranstaltung in Bergen-Belsen an den nationalsozialistischen Völkermord an den Sinti und Roma, dem zwischen 100.000 und 500.000 Menschen zum Opfer fielen. Hauptredner ist Romeo Franz, Geschäftsführer der Hildegard-Lagrenne-Stiftung in Berlin. Für die niedersächsische Landesregierung wird Kultusminister Grant Hendrik Tonne sprechen. Gäste sind bei der öffentlichen Gedenkveranstaltung willkommen.

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LOHHEIDE. Vor 75 Jahren, im März 1943, deportierte die Polizei über 20.000 Sinti und Roma aus dem Deutschen Reich in das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau. Auch auf dem Gebiet des heutigen Landes Niedersachsen trieben die Kriminalpolizei und die Gestapo im März 1943 Sinti und Roma an Bahnhöfen zusammen und pferchten sie in Transportzüge nach Auschwitz. Einer der größten Transporte verließ am 3. März 1943 die Städte Hannover und Braunschweig. Fast alle Häftlinge des „Zigeuner-Familienlagers" in Auschwitz-Birkenau wurden von der SS in den Gaskammern ermordet oder starben an den Folgen von Zwangsarbeit und Hunger.

Im Anschluss wird im Forum der Gedenkstätte die Ausstellung „Von Niedersachsen nach Auschwitz“ eröffnet, die mit Dokumenten und Fotos die Geschichte der Verfolgung der Sinti und Roma im Nationalsozialismus nachzeichnet und verdeutlicht, dass Sinti und Roma auch heute noch vielfach diskriminiert werden. Lange mussten sie auch um die Anerkennung als NS-Verfolgte kämpfen. Ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Bürgerrechtsbewegung der Sinti und Roma und zu ihrer Anerkennung als Verfolgte des Nationalsozialismus war 1979 eine Kundgebung mehrerer Roma-Verbände in der Gedenkstätte Bergen-Belsen unter dem Motto "In Ausschwitz vergast – bis heute verfolgt". Hauptredner waren damals Romani Rose, heutiger Vorsitzender des Zentralrates der Sinti und Roma, sowie die Präsidentin des Europa-Parlamentes und Überlebende des KZ Bergen-Belsen, Simone Veil.

Für die Fahrt zur Gedenkstätte steht ab Celle ein kostenloser Shuttle-Service zur Verfügung. Der Bus fährt um 10.05 Uhr am Bahnhof Celle ab und hält um 10.30 Uhr an der Celler Straße in Winsen. Die Rückfahrt ist für 14.30 Uhr an der Gedenkstätte geplant, die Ankunft in Celle für 15.05 Uhr. Die Gedenkstätte Bergen-Belsen hat zudem eine Broschüre zur Häftlingsgruppe der Sinti und Roma veröffentlicht.

CZ Autor: CZ, am 01.03.2018 um 17:10 Uhr
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