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Fußball regional 0:1 bei italienischen Wölfen: Nur Fleißpunkte für MTV Eintracht Celle
Sport Fußball regional 0:1 bei italienischen Wölfen: Nur Fleißpunkte für MTV Eintracht Celle
15:30 22.10.2017
Von Oliver Schreiber
Bester Celler in Wolfsburg: Rechtsverteidiger Daniel Ruchatz (links) – hier imSpiel gegen den MTV Gifhorn – überzeugte sowohl defensiv als auch offensiv. Quelle: Michael Schäfer
Wolfsburg

Die 38. Minute würde Andreas Mikroulis gerne aus seinem Gedächtnis streichen. Bis dato hatte der Torwart des Fußball-Oberligisten MTV Eintracht Celle im Spiel bei Lupo Martini Wolfsburg bärenstark gehalten und sein Team zweimal in höchster Not vor einem Rückstand bewahrt. Doch dann traf der 20-Jährige eine falsche Entscheidung – mit fatalen Folgen. Statt einen zu lang geratenen Steilpass an der Strafraumgrenze einfach wegzuschlagen, versuchte er, den Ball festzuhalten, bekam ihn aber nicht richtig zu fassen. Der heranstürmende Leon Henze spitzelte Mikroulis die Kugel aus der Hand und schob sie über die Linie. Es war der einzige Treffer an diesem verregneten Samstagnachmittag – und die Partie hatte einen tragischen Helden.

„Das ist natürlich bitter. Andreas hat wie schon gegen Gifhorn toll gehalten. Aber wenn einem Torwart ein Fehler passiert, ist es eben meistens gleichbedeutend mit einem Gegentor“, kommentierte MTVE-Trainer Hilger Wirtz den Fauxpas seines jungen Keepers. „Unterm Strich geht die Niederlage aber in Ordnung, Wolfsburg war über 70 Minuten deutlich überlegen. Nichtsdestotrotz waren wir bis zum Schluss im Spiel. Die Jungs waren sehr fleißig und haben das defensiv sehr ordentlich gemacht, aber nach vorne fehlte uns die Durchschlagskraft“, resümierte Wirtz.

In den letzten 20 Minuten agierten die Celler mutiger, gestalteten das Spiel offen und brachten das Gehäuse der italienischen Wölfe (Verein wurde von Gastarbeitern gegründet) zweimal in arge Bedrängnis. Einmal verpasste Hilger von Elmendorff eine scharfe Hereingabe knapp, das andere Mal landete ein Kopfball von Marvin Janke neben dem Tor. „Natürlich kannst du hier mit etwas Glück auch einen Punkt mitnehmen. Zumal wir auch in der ersten Halbzeit eine gute Chance hatten, 1:0 in Führung zu gehen. Aber insgesamt war das nicht zwingend genug, Wolfsburg hatte die klar besseren Chancen“, schilderte Wirtz.

So gab es lediglich Fleißpunkte für die Eintracht-Kicker, die bei der Blau-Weißen Nacht anschließend ihren Frust „wegfeierten“. „Unsere Leistung war okay, wir haben gut dagegengehalten. Aber man muss eben auch die Stärke von Lupo anerkennen. Das ist eine abgezockte Truppe mit Regionalliga-Erfahrung, die am Ende auch um den Aufstieg mitspielen wird“, meinte Wirtz, der Rechtsverteidiger Daniel Ruchatz ein Sonderlob spendete. „Er war sowohl offensiv als auch defensiv sehr stark“, sagte Wirtz, der exakt dieselbe Startformation aufbot wie beim 2:0-Sieg gegen den MTV Gifhorn.

Am kommenden Sonntag steht für die Blau-Weißen ein so genanntes Sechs-Punkte-Spiel gegen Tabellennachbar BV Cloppenburg auf dem Programm. „Vor allem zu Hause müssen wir unsere Punkte holen. Cloppenburg hatte sicherlich ganz andere Ambitionen als nach zehn Spieltagen da unten zu stehen. Aber das zeigt, dass du dir in dieser Hammerliga keine Schwächen erlauben darfst“, erklärte Wirtz. Das weiß spätestens seit Samstagnachmittag niemand besser als Andreas Mikroulis, der tragische Held.