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Fußball regional 1. FC Celle: Ein Verein ohne echte Heimat
Sport Fußball regional 1. FC Celle: Ein Verein ohne echte Heimat
18:35 06.12.2017
Quelle: Fremdfotos/eingesandt
Celle

Celle. Sportlich sieht Hurma den jungen Verein, der durchaus beachtlich in der ersten Saison gleich zwei Herren- und ein Damenteam ins Rennen schickte, auf einem guten Weg. Nur eine echte Heimat hat der neugegründete Klub noch nicht.

„Viele haben gesagt, ihr seid ja verrückt. Aber unsere Mannschaften sind immer angetreten und haben sich bisher sehr gut verkauft“, freut sich Hurma. So steht das junge Multi-Kulti-Team der 1. Herren im Halbfinale des B-Pokals und hat sehr gute Chancen, den Aufstieg in die 3. Kreisklasse zu schaffen. „Es ist unser Anspruch, etwas aufzubauen. Mittelfristig wollen wir in die Kreisliga“, sagt der Macher des 1. FC Celle.

Große Sorgen bereitet dem umtriebigen Manager jedoch die mangelnde Infrastruktur des bereits 65 Mitglieder zählenden Vereins. „Dem 1. FC Celle wurde in diesem Jahr für die gesamte Saison der HBG-Platz vollumfänglich zur Verfügung gestellt. Dort findet auch der regelmäßige Trainingsbetrieb statt“, so der Wortlaut einer Pressemitteilung der Stadt Celle vom 24. November. Das klingt gut – ist aber nur die halbe Wahrheit. „Der HBG-Platz ist ein wirklich schönes Trainingsgelände. Leider gibt es dort weder Flutlicht, noch haben wir Umkleidemöglichkeiten, geschweige denn Duschen. Es ist schon ein Wunder, dass insbesondere unser Damenteam das solange mitgemacht hat. Sich im Freien umzuziehen und dann verschwitzt nach Hause zu fahren, ist nicht jedermanns Sache“, so Hurma.

Die denkbare Lösung, die Räumlichkeiten der HBG-Halle zu nutzen, entfällt aus nachvollziehbaren Gründen. „Der Schmutzeintrag durch die „Draußen-Sportart“ Fußball in die Umkleide- und Sanitärräume und die damit verbundenen Mehrkosten für die Reinigung, gestattet die Nutzung durch den 1.FC Celle nicht“, sagt Tore Harmening, Sprecher des Landkreises Celle. Die Kreisverwaltung ist als Schulträger für die HBG-Halle verantwortlich. Aus Ermangelung einer Flutlichtanlage kann der Verein seit Mitte Oktober ohnehin innerhalb der Woche nicht mehr trainieren. „Manchmal treffen wir uns Samstagvormittags zum Training. Aber das ist natürlich nur eine Notlösung. Auf dem verbleibenden Platz des SV Dicle auf der Herrenwiese werden wir abends auch nicht unterkommen“, so Hurma. Er vertraut darauf, dass die Stadt Celle ihr Versprechen einhält, für jeden Verein zu sorgen und auf deren individuelle Bedürfnisse einzugehen. „Die Stadt hat mir erst vor wenigen Tagen Lösungen zugesagt. Wie diese aussehen, steht aber noch in den Sternen“, sagt der Vorsitzende des 1. FC Celle.

Fakt ist, dass diese Lösungen schleunigst her müssen. Neben den ungewissen Trainingsmöglichkeiten ist auch zu klären, wo der Verein in der Rückrunde seine Punktspiele austragen soll. „Die Resonanz ist groß. Wir hätten bei vernünftigen Rahmenbedingungen kein Problem, noch ein drittes Herrenteam, eine Ü32-Mannschaft sowie Jugendmannschaften zu melden. Die jetzigen Verhältnisse schrecken jedoch ab. Das kann man keinem zumuten“, bedauert Hurma, der die Hoffnung auf Besserung jedoch keinesfalls aufgeben will.

Von Jochen Strehlau