Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Fußball regional 22 Fußballer kicken in Celle für ein Menschenleben
Sport Fußball regional 22 Fußballer kicken in Celle für ein Menschenleben
09:37 19.12.2016
Von Carsten Richter
Celle Stadt

Rund 100 Eintrittskarten waren im Vorfeld und an der Tageskasse verkauft worden, dennoch waren die Ränge im Stadion recht leer. „Da hatten wir uns mehr erhofft“, sagt Heiko Crocoll, stellvertretender Vorsitzender des TuS FC. „Immerhin geht es hier um ein Menschenleben.“

So sehen das auch Ingrid und Klaus Ristedt, die das Spiel von der Tribüne aus verfolgt haben. „Es war mehr als sicher, dass wir kommen. Deshalb haben wir uns auch schon in der vergangenen Woche die Karten gesichert“, sagt Ingrid Ristedt. „Was die Familie durchmachen muss, ist schlimm“, ergänzt ihr Mann Klaus. „Das tut uns sehr leid, auch wenn wir selbst keine Kinder haben.“ Umso weniger verstehen sie, dass das Spiel auf so wenig Resonanz gestoßen ist.

Susanne und Bernd Schwierzeck, Filiz‘ Großeltern, freuen sich dennoch über jeden, der gekommen ist. „Wir hoffen, dass wir Weihnachten mit Filiz verbringen können“, sagt die Großmutter. „Im Sommer wäre bestimmt der Bär los gewesen.“

Das kühle Wetter hat die Fußballer aber nicht abgehalten – gerade die wenig geübten Spieler des FC Landtag kamen ins Schwitzen. „Fußball habe ich tatsächlich lange nicht mehr gespielt, aber als Dauerläufer wusste ich, dass ich das schaffe“, sagt Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende. „Es war selbstverständlich, dass ich mitmache. Neue Spender zu gewinnen, ist wichtig.“

Darum bemühte sich Theresa Barsch von der Deutschen Stammzellspenderdatei. Bei ihr im Vereinsheim konnten sich Interessierte am Sonntag typisieren lassen. „Jeder Einzelne zählt. Was wir als Spender tun, ist ein Klacks im Vergleich zu dem, was die Erkrankten durchmachen.“ Deshalb war das Ergebnis auch völlig nebensächlich. TuS FC gewann 17:2. „Dass wir die beiden Gegentore zugelassen haben, ist eine Frechheit“, scherzt TuS-Co-Trainer Eike Mach – und wird wieder ernst. „Das war heute eine Ehrensache für uns.“