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Fußball regional 250 Kilometer bei sengender Hitze
Sport Fußball regional 250 Kilometer bei sengender Hitze
17:00 06.06.2011
Beim Massenstart zum Marathon des Sables durch die marrokanische Wüste sind knapp 1000 Teilnehmer dabei. Quelle: Benoît Wishaupt
Faßberg

Benoît Wishaupt, französischer Soldat am Standort Faßberg, hat den berühmt-berüchtigten Marathon des Sables in Marokko gelaufen. Im April überwand der Stabsgefreite die Strapazen des 250 Kilometer langen Laufs in sieben Etappen durch die marokkanische Sahara.

Bei der Frage, warum er sich an dem Abenteuer Marathon des Sables versuchen wollte, antwortet Wishaupt: „Es gibt Momente, in denen die verrücktesten Träume verwirklicht werden wollen. Man muss nur den Mut dazu aufbringen.“ Für die Naturschönheiten der Wüstenregion hatte Wishaupt zunächst keinen Blick: Er hatte mit der Hitze, der Sonne und dem Sand zu kämpfen. Außerdem hatte Wishaupt seinen 12,5 Kilogramm schweren Rucksack zu tragen, der unter anderem mit Nahrungsmitteln für sieben Tage, einer Signalpfeife und einem Signalspiegel sowie Wasser gefüllt war.

Nachdem Wishaupt das ärztliche Attest und das EKG am Start vorgelegt hatte, bekam Wishaupt die Startnummer 433 sowie Salztabletten und eine Notfallrakete ausgehändigt. Am 3. April fiel in Dar Kaoua der Startschuß für den Lauf ins Ungewisse. Es folgten tägliche Etappen von 30 bis 40 Kilometern in sengender Hitze und vor allem im Sand. Dieser fand trotz der Gamaschen seinen Weg unter die Fußsohlen. Blasen, die aufplatzten, waren das Ergebnis. „Die Schmerzen sind so stark, dass man nicht mehr an die vor einem liegenden Kilometer denkt, sondern nur noch an diese Blase, die einem das Gefühl gibt, man laufe auf Glasscherben“, beschreibt Wishaupt. „Doch diese hügelige Landschaft, die großartigen Dünen und die besondere Stimmung lassen sogar die größten Schmerzen mit der Zeit vergessen.“

Die längste Etappe über 82 Kilometer führte über zwei Tage hinweg. Umso größer waren nach einem 250 Kilometer langen Leidensweg die Freude und vor allem der Stolz auf das Erreichte bei der Zielankunft in Tazzarine: Am 9. April landete Wishaupt mit einer Zeit von 53 Stunden, 3 Minuten und 43 Sekunden auf dem 559. Platz unter knapp 1000 Teilnehmern. Damit lag er fast 32 Stunden hinter dem marokkanischen Sieger. „Bei solchen Wettkämpfen ist das Ergebnis nebensächlich“, so Wishaupt. Wichtig sei es, dabei gewesen und ins Ziel gekommen zu sein. Wie ein Sprichwort aus der Sahara sehr treffend sage: „Du kommst mit einer anderen inneren Einstellung aus den Dünen heraus als du hineingegangen bist“. Wishaupt ist davon zutiefst überzeugt - wie auch seine Eltern Blandine und Marcel, die den Wettkampf über das Internet verfolgten.

Der 33-jährige Wishaupt dient seit 15 Jahren bei der französischen Armee als Berufssoldat im Nachschubwesen. Seit drei Jahren ist der gebürtige Elsässer Wishaupt bei der Deutsch-Französischen Ausbildungseinrichtung TIGER (DFTA) in Faßberg stationiert. Insbesondere im Judo und Laufen hat sich der begeisterte Sportler Meriten erworben. Seit gut einem Jahr trainiert Wishaupt mit einem deutschen Kameraden deutsche und französische Kinder in der G-Jugendfußballmannschaft des Sportvereins Beckedorf.

Der Standort Faßberg beglückwünschte Wishaupt bei seiner Rückkehr zu der „grandiosen Leistung“ und wünschte ihm „viel Erfolg bei den zukünftigen sportlichen und dienstlichen Herausforderungen“: Wishaupt verlässt Mitte des Jahres die DFTA und wird nach Paris versetzt.

André Froehlicher

und Paul Hicks

Von Paul Gerlach