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Fußball regional Abenteuer Oberliga für MTV Eintracht Celle beendet
Sport Fußball regional Abenteuer Oberliga für MTV Eintracht Celle beendet
15:29 06.05.2018
Von Oliver Schreiber
Quelle: David Borghoff
Celle Stadt

Die Enttäuschung hielt sich allerdings in Grenzen, da die Lage bereits vor der Partie gegen Uphusen nahezu aussichtslos war. „Wir haben unsere Situation immer realistisch eingeschätzt. Dass wir in dieser Liga an unsere Grenzen kommen würden, war uns von vornherein klar. Ich kann den Jungs keinen Vorwurf machen. Sie haben sich alles abverlangt und sich unabhängig von der Tabellensituation voll reingehängt. Für den Klassenerhalt hätte wirklich alles passen müssen. Das war leider nicht der Fall“, resümierte Cheftrainer Hilger Wirtz gewohnt sachlich und pointiert.

Nichtsdestotrotz wäre der Verbleib in der fünfhöchsten deutschen Spielklasse möglich gewesen. Knackpunkt war der – durch die vielen Spielausfälle verspätete – misslungene Start in dieses Jahr. „Wir haben da einfach zu wenig Punkte geholt. Selbst wenn wir ebenbürtig oder sogar besser waren. Da fehlte uns die Kaltschnäuzigkeit und Abgezocktheit. Aber woher soll die auch kommen? Erfahrung kannst du nicht trainieren. Das sind alles Lernprozesse. Die Jungs werden aus dieser Saison eine Menge für ihre Zukunft mitnehmen“, erklärt Wirtz.

Den größten Dämpfer gab es am Osterwochenende. Eintracht wollte mit zwei Heimsiegen den Anschluss ans rettende Ufer schaffen – doch es reichte gegen SV Atlas Delmenhorst (1:5) und TuS Sulingen (2:2) nur zu einem mickrigen Punkt. „Wir hatten uns viel vorgenommen, am Ende stehst du fast mit leeren Händen da. Das war eine große Enttäuschung. Ab diesem Zeitpunkt war es fast unmöglich, den Bock noch umzustoßen“, blickt Wirtz zurück. In den Englischen Wochen zeigte der MTVE zuletzt, dass er zumindest konditionell voll auf der Höhe war und punktete kontinuierlich – zu spät. Diesen Energieleistungen mussten sie Tribut zollen. „Wir kriechen auf den Zahnfleisch. Verletzungen waren leider auch ein ständiger Wegbegleiter“, sagte Wirtz.

Gegen insgesamt enttäuschende Uphusener boten die Celler vor allem in der ersten Halbzeit eine starke Leistung. Bis zum Tor kombinierten sie oftmals ansehnlich, dann fehlte aber die Übersicht und die Präzision beim finalen Pass. So blieb es bei vielen guten Ansätzen und Beinahe-Chancen. Bei der Defensivarbeit zogen alle mit, sodass Uphusen offensiv erst nach dem Seitenwechsel stattfand.

Bis zum Schluss stemmte sich die Wirtz-Elf mit viel Engagement und konsequentem Zweikampfverhalten gegen stärker werdende Gäste. Die verloren zunehmend die Nerven. Yagmur Morata sah nach einer Tätlichkeit die Rote Karte (88.). Philipp Rockahr hatte Glück, dass der Schiedsrichter gleich zweimal ein Nachtreten gegen Tim Struwe übersah. „Das Remis geht in Ordnung. Angesichts unserer starken ersten Halbzeit hätten wir eine Niederlage nicht verdient gehabt“, meinte Wirtz.

Den Schlussspurt haben die Oberliga-Fußballer des MTV Eintracht Celle etwas zu spät angesetzt. Trotz zuletzt drei Spielen in Folge ohne Niederlage mit dem 4:2-Erfolg am vergangenen Wochenende gegen TuS Bersenbrück als Highlight, ist die Konkurrenz im Tabellenkeller fast uneinholbar enteilt. Selbst bei optimaler Punktausbeute in den drei noch verbleibenden Spielen – Samstag um 17.30 Uhr daheim gegen den Turnerbund Uphusen sowie bei SC Spelle-Venhaus und zum Saisonfinale gegen SVG Göttingen 07 – wird es für den Klassenerhalt wohl nicht mehr reichen. „Wir sind ja keine Träumer und uns dessen schon länger bewusst. Ich finde es aber überragend, wie die Jungs mit dieser Situation umgehen. Da lässt sich keiner hängen. Das zeigt, dass diese Truppe eine tolle Einstellung und Mentalität besitzt“, erklärt Cheftrainer Hilger Wirtz.

Oliver Schreiber 04.05.2018

Wenn man den Strich in der Tabelle der Fußball-Landesliga, der die Trennlinie zwischen Abstiegszone und Ligamittelfeld markiert, mit einem Drahtseil vergleicht, dann tanzen die Spieler des VfL Westercelle schon ziemlich lange auf dem schmalen Grat über dem Abgrund. Im Verlauf der Saison drohte der Liganeuling zwar schon einige Male abzugleiten, aber mit einem Fuß behielten sie wie ein Seiltänzer bislang immer die Balance und zogen sich wieder nach oben. Damit das auch kommende Woche noch so ist, sollte am Sonntag (Anpfiff 15 Uhr) bei Blau-Weiß Bornreihe möglichst gepunktet werden.

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03.05.2018