Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Fußball regional Alex Raack aus Celle erzählt eine ganz besondere deutsch-deutsche Geschichte
Sport Fußball regional Alex Raack aus Celle erzählt eine ganz besondere deutsch-deutsche Geschichte
19:57 23.05.2018
Von Christoph Zimmer
Quelle: Uwe Meier
Celle Stadt

Es ist eine Geschichte von der Sehnsucht nach Freiheit, der Rebellion gegen das Regime und der grenzenlosen Liebe zum Fußball – die ihn am Ende sogar seine Ehe und seine Familie kostete. Am 2. Juni lesen Raack (34) und Großmann gemeinsam in Celle aus dem Buch.

Kurz vor dem Bau der Berliner Mauer wird Wolle in Mönchengladbach geboren. Als er zwei Jahre alt ist, ziehen seine Eltern mit ihm nach Dresden. Nach seinem vierten Geburtstag beginnen die Arbeiten an der Mauer. Mit der Schließung der innerdeutschen Grenze zerschlagen sich seine Hoffnungen auf eine Rückkehr in die Bundesrepublik. Hinter dem Eisernen Vorhang ist er von seiner Borussia so weit entfernt wie von keinem anderen Ort auf der Welt. Fast ein Vierteljahrhundert lang.

In Dresden verliebt sich Wolle in die Borussia aus seiner Geburtsstadt. Er sieht Westfernsehen und kriegt von Verwandten regelmäßig Produkte aus der alten Heimat bei Besuchen zugesteckt – darunter Schokolade und ein Schal von Borussia Mönchengladbach. In seiner Jugend, die er in spürbarer Unfreiheit verbringt, wird der Bökelberg, das Stadion der Borussia, für ihn zum Sehnsuchtsort. Günter Netzer, Berti Vogts, Jupp Heynckes und die anderen Spieler der Fohlenelf werden zu seinen großen Idolen.

Bereits als Jugendlicher rebelliert Wolle, wo er nur kann. Er wird zum Rowdy, der Fußball sein Ventil für die Wut auf das Regime. Früh gerät er ins Visier von Polizei und Stasi. Verhöre, Auflagen und Aufenthalte im Gefängnis gehören für ihn zum Alltag.

In Mönchengladbach kennt bald jeder den durchgeknallten Ossi, der sich aus Liebe zum Verein von der Stasi verfolgen lässt. Im Jahr 1981 spielt Borussia Mönchengladbach im Europapokal gegen den 1. FC Magdeburg. Gemeinsam mit seinem besten Freund Botte fährt Wolle bereits einige Tage vor der Begegnung in Magdeburg in die Stadt an der Elbe. Sie geben sich als Westdeutsche aus, geben in ihrem Hotel viel Trinkgeld und machen auf dicke Hose. So landet Wolle im Zimmer von Lothar Matthäus und Armin Veh, die mit der Mannschaft im gleichen Hotel wohnen. Dort erzählen sie ihre wahre Geschichte. Von der Liebe zur Borussia – und ihrem Alltag in der DDR und den Repressalien des Regimes. Als sein Ausreiseantrag 1985 endlich genehmigt wird, zieht es ihn natürlich an den Ort seiner tiefsten Sehnsucht ...

Alex Raack hat die dramatische Geschichte mit Wolfgang Großmann aufgearbeitet. „Mit dem Abstand von mehr als 30 Jahren war er erst jetzt richtig bereit, aus seinem bewegten Leben zu erzählen und seine Vergangenheit aufzuarbeiten“, erzählt der Autor. Die Geschichte von Großmann sei beispielhaft für viele andere Menschen, die sich erst Jahrzehnte nach dem Ende der DDR mit ihren Rollen als Opfer und Täter auseinandersetzen. „Wenn heute ein Auto länger als eine halbe Stunde hinter ihm herfährt, fühlt er sich verfolgt und hält an“, berichtet Raack aus den gemeinsamen Gesprächen. „Das ist ein ganz aktuelles Thema.“

Natürlich geht es in dem Buch auch über Fußball, „als einzigem Ort, wo man in der DDR machen und sagen konnte, was man wollte“, sagt Raack mit Blick auf die verbreitete Protestkultur in den Stadien. „Aus heutiger Sicht ist es absolut absurd, dass man von einem Staatsapparat verfolgt wird, weil man Borussia Mönchengladbach liebt und nicht Stahl Brandenburg.“ Und es ist eine Geschichte für Fußballromantiker. „Dass ein Fan in das Hotelzimmer der Spieler geht und mit ihnen einfach ins Gespräch kommt, gibt es heute nicht mehr, wo Mannschaften und Verantwortliche weitgehend abgeschottet werden.“

Raack arbeitete sieben Jahre bei 11Freunde, dem Magazin für Fußballkultur. Mit der Veröffentlichung der Biografie von Uli Borowka „Volle Pulle – Mein Doppelleben als Fußballprofi und Alkoholiker“ landete er einen Erfolg. Inzwischen ist er selbstständig unterwegs, schreibt Bücher sowie unter anderem für Die Zeit, Spiegel Online und den Kicker. Nach mehreren Jahren in Berlin ist er im Frühjahr nach Celle zurückgekehrt. Gemeinsam mit seiner Freundin und Hund Bruno lebt er in der Innenstadt und geht in der Ü32 des SSV Groß Hehlen seiner großen Leidenschaft nach – dem Fußball.

Empfindliche Strafe für die Jugendfußballer des SC Wietzenbruch: Weil die U18 in einem Kreisligaspiel gleich zwei Kicker ohne Spielerlaubnis eingesetzt hat, muss der Verein eine Geldstrafe in Höhe von 400 Euro bezahlen. Zudem wird die Partie vom 28. April gegen Inter Celle, in der die beiden Spieler zum Einsatz kamen, mit 5:0 Toren für den Gegner gewertet. Die überführten Spieler Benjamin Gerlach und Jean Pierre Raymond Devous werden bis einschließlich 23. Juni gesperrt, der Wietzenbrucher U18-Trainer Timo Liese muss 50 Euro Strafe zahlen und ist bis zum 27. Oktober gesperrt. Die Kosten des Verfahrens trägt der SC Wietzenbruch. So lautet das Urteil des Kreissportgerichts Celle vom vergangenen Donnerstag, das der CZ vorliegt.

Heiko Hartung 23.05.2018

Das Garßener Fußball-Pfingstturnier ist seit 20 Jahren Tradition. Daran erinnerte Ortsbürgermeister Andreas Reimchen, als er am Pfingstsonntag auf der Helmut-Meine-Sportanlage des SV Garßen den Startschuss für den Wettbewerb der Jugendmannschaften gab. „Vielleicht sind ja Teilnehmer aus früheren Jahren heute dabei, um als Eltern ihre Kinder zu unterstützen“, sagte Reimchen. Insgesamt nahmen 37 Mannschaften an der „Talentshow“ teil, um um die begehrten Pokale zu spielen. Die jungen Kicker zeigten dabei den ein oder anderen tollen Trick.

22.05.2018

Normale Fluktuation statt großer Aderlass: Die Mannschaft des MTV Eintracht Celle bleibt auch nach dem Abstieg aus der Fußball-Oberliga schlagkräftig. „Wir sind sehr froh, dass der überwiegende Teil der Truppe unseren Weg weiter mitgehen will. Die Jungs haben nochmal einen enormen Entwicklungsschritt gemacht und können in der Landesliga von den Erfahrungen aus der Oberliga-Saison profitieren“, meint Chefcoach Hilger Wirtz.

Oliver Schreiber 22.05.2018