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Fußball regional Am Boden zerstört: TuS Celle FC verliert nächstes Abstiegsduell
Sport Fußball regional Am Boden zerstört: TuS Celle FC verliert nächstes Abstiegsduell
19:32 29.03.2015
Von Oliver Schreiber
Am Boden: Steven Neumann kauert nach der Niederlage - auf dem Rasen des Günther-Volker-Stadions. Der TuS Celle FC schlug aus seiner Überlegenheit gegen Bassen kein Kapital. Quelle: Alex Sorokin
Celle Stadt

Sie schlichen vom Platz wie begossene Pudel. Die Spieler von Fußball-Landesligist TuS Celle FC waren nach der 1:2-Heimniederlage bei Dauerregen gegen den TSV Bassen restlos bedient. „Das ist richtig bitter, weil wir uns sehr viel vorgenommen hatten. Man hat der Mannschaft auch angemerkt, dass sie dieses Spiel unbedingt gewinnen wollte. Daher ist die Enttäuschung riesengroß, das müssen wir jetzt erstmal verdauen“, erklärte Trainer Hilger Wirtz und schüttelte fassungslos den Kopf.

Die Gäste aus Bassen, die durch diesen Dreier bis auf drei Punkte an die Celler herangekommen sind und zwei Spiele weniger absolviert haben, feierten bereits ihren fünften Auswärtssieg – und offenbarten gnadenlose Effizienz. Mit insgesamt drei relevanten Offensivaktionen bezwangen sie den TuS FC, der tatkräftig mithalf.

Wie in der dritten Minute. Nach einer eigenen Ecke verlor Kodo Kadir den Ball, beim anschließenden langen Pass verschätzte sich Innenverteidiger Johann Ehrentraut – und schon war Bassens Florian-Linus Thiel frei durch und vollstreckte. Von diesem frühen Schock erholten sich die Blau-Gelben nur langsam. Bassen beschränkte sich fast komplett auf die Defensivarbeit, die Hausherren fanden kein Mittel, den massiven Deckungsverband zu knacken. Bis zur 32. Minute. Da nahm Kirill Weber eine Hereingabe mit dem Rücken zum Tor an, schirmte den Ball ab und legte ihn zurück auf den heranstürmenden Hilger von Elmendorff. Der schlenzte den Ball ebenso gekonnt wie überlegt aus 17 Metern mit dem linken Fuß ins Eck – sein erster Saisontreffer.

Doch der nächste Schock folgte schnell. Nur vier Minuten später verursachte kollektive Schlafmützigkeit in der TuS-Hintermannschaft den erneuten Rückstand. Die Bassener durften ungehindert den Ball hin- und herpassen, Florian-Linus Thiel schloss erneut erfolgreich ab – 1:2. Auch das war ein Wirkungstreffer, bis zur Halbzeit brachte TuS nichts mehr auf die Reihe. Auffällig waren viele Abstimmungsprobleme auf Grund von mangelnder Kommunikation, die Spieler standen sich teilweise selbst auf den Füßen.

Nach dem Seitenwechsel entwickelten die Celler Dauerdruck Richtung Bassener Tor. Vor allem über die rechte Seite mit Kodo Kadir erzeugte TuS Gefahr, am Ende fehlte aber einmal mehr die Durchschlagskraft. „Wir haben das im Ansatz gut gemacht, aber beim letzten Pass hat dann die Genauigkeit gefehlt. Das zieht sich leider wie ein roter Faden durch unsere Spiele“, meinte Wirtz.

Zweimal kombinierte sich der Gastgeber bis zur Grundlinie durch, auch der Pass in den Rücken der Abwehr durch von Elmendorff beziehungsweise Nils Speckmann war eigentlich goldrichtig – doch im Zentrum stimmten die Laufwege nicht, sodass die Chance im Nirvana verpuffte. Nichtsdestotrotz hatte der TuS FC noch Möglichkeiten zum Ausgleich, unter anderem durch Mathias Winkler und Lennart Steinkuhl. Die größte aber hatten Weber und Nils Rogge in der Nachspielzeit im Anschluss an eine Ecke. Erst landete Webers Kopfball an der Latte, dann köpfte Rogge den Abpraller an den Pfosten. „Das war irgendwie bezeichnend, da fehlte dann eben auch das Glück. So ein später Ausgleich wäre wichtig für die Moral und das Selbstvertrauen gewesen“, so Wirtz. Stattdessen waren die TuS-Spieler am Boden zerstört. Und schlichen wie begossene Pudel vom Platz.