Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Fußball regional Ballermann statt Ball am Mann
Sport Fußball regional Ballermann statt Ball am Mann
15:18 05.06.2012
Von Heiko Hartung
So kennt man den Ballermann auf Mallorca. Die TuS-Spieler haben allerdings gewisse Verhaltensregeln mit auf die Reise bekommen. Quelle: Archiv CZ
Celle Stadt

Die Sonne steht sengend über El Arenal, riesige Sangria-Eimer kreisen, vom Alkohol enthemmte Menschen torkeln zwischen den Tischen der Strandbars am Ballermann, aus den Musikboxen dröhnen Jürgen-Drews-Schlager – und mittendrin die Landesliga-Fußballer vom TuS Celle FC. „Ich gönne den Jungs die Tour, aber der Zeitpunkt für die Mannschaftsfahrt nach Mallorca hätte nicht ungünstiger liegen können“, sagt Celles Trainer Uwe Hicksch. Schließlich spielt seine Elf am kommenden Sonnabend um 16 Uhr im Stadion von Arminia Hannover gegen den SV Bavenstedt um den Aufstieg in die Oberliga.

Am vergangenen Sonntag hob der Flieger ab Richtung Partyinsel. Mit an Bord neun TuS-Spieler: Kapitän Marvin Stieler, Torwart Eike Mach, Benjamin Zeising, Nils Speckmann, Oliver Purcha, Timo Premper, Nils Rogge, Lars Lutschewitz und Yalcin Ozan – fast alles Stammspieler. Sie fehlen in zwei Trainingseinheiten dieser Woche. „Eine optimale Vorbereitung sieht anders aus“, sagt Hicksch.

„Die Reise wurde schon im vergangenen Jahr gebucht. Da war nicht abzusehen, dass wir so eine sensationelle Saison spielen“, sagt der Trainer und macht das Beste aus der „unglücklichen Situation“: „Strandläufe, Radtouren, ein wenig Ballarbeit – die Spieler haben von mir einen detaillierten Trainingsplan mitbekommen“, berichtet Hicksch. Dazu gehören Anweisungen, nicht in der prallen Sonne zu brutzeln, viel Wasser zu trinken und nicht bis zum Morgengrauen durchzufeiern. Zudem hat er den Urlaubern ein Versprechen abgenommen: Ab dem heutigen Mittwoch herrscht Alkoholverbot am Ballermann – zumindest für die TuS-Spieler unter der insgesamt 17-köpfigen Reisegruppe, die unter anderem von Physiotherapeut Jianni Evagelopoulos und Ex-TuSler Florian Köther komplettiert wird. Letzterer ist Arzt – so ist zumindest die medizinische Versorgung gesichert.

„Ich vertraue meinen Jungs hundertprozentig“, sagt Hicksch. „Außerdem sind einige sowieso Antialkoholiker – die werden ja nicht plötzlich anfangen zu saufen, nur weil da 40 Becher Bier auf dem Tisch stehen.“ Trotzdem gab es vom Coach eine klare Ansage: „Wenn wir gegen Bavenstedt mit einer halben Alki-Truppe auflaufen und acht Dinger kassieren, kann sich die Mannschaft einen neuen Trainer suchen – und das wissen die Jungs auch“, spricht Hicksch Klartext. Doch soweit wird es nicht kommen, ist er sich sicher. Donnerstagabend geht der Flieger zurück, am Freitag um 11 Uhr werden die Mallorca-Urlauber in Celle auf dem Trainingsplatz stehen. Hicksch: „Dann schaue ich jedem ganz tief in die Augen.“