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Fußball regional Bei ESV Fortuna Celle platzt der Knoten
Sport Fußball regional Bei ESV Fortuna Celle platzt der Knoten
20:10 22.09.2013
Von Heiko Hartung
ESV Fortuna in schwarzen Trikots bot eine gute Leistung gegen Immenbeck.ESV Fortuna in schwarzen Trikots bot eine gute Leistung gegen Immenbeck. Celles Lisa Zimmermann (schwarz) jubelt über das 1:1 von Vivien Wittrin (nicht im Bild). Quelle: Gert Neumann
Celle Stadt

Größer hätte der Kontrast nicht sein können: Nach der niederschmetternden 0:4-Pleite am vergangenen Wochenende gegen Werder Bremen II ließen die Fortunen-Spielerinnen die Köpfe hängen, gestern gab es nach Abpfiff eine Welle für die knapp 90 Zuschauer – und ein Mannschaftsfoto als Erinnerung an den ersten Sieg in der Fußball-Regionalliga der Frauen. Mit einem 2:1-Erfolg gegen den Vorjahresvierten Eintracht Immenbeck hat der Aufsteiger viele Sympathien zurückgewonnen, die die Elf vor Wochenfrist noch mit einem ängstlichen Auftritt verspielt hatte.

„Wir wollten zeigen, dass wir es können. Der nötige Kampfwille war endlich da“, sagte Vivien Wittrin hinterher. Die 21-Jährige hatte besonderen Grund zum Jubel, gelang der flinken Flügelspielerin im dritten Spiel doch endlich das heiß ersehnte erste Fortunen-Tor der Saison. Und dann gleich ein ganz kurioses: „Eigentlich sollte das eine Flanke werden“, gibt Wittrin zu. Doch ihr Schuss fast von der Torauslinie rutschte ihr über den Spann und senkte sich tückisch am kurzen Pfosten ins Immenbecker Tor (29. Minute). Die Gästekeeperin Bargsten sah dabei nicht gut aus.

Das Tor war umso wichtiger, weil Immenbeck nach einer guten Viertelstunde, in denen die beiden noch sieglosen Mannschaften auf Augenhöhe agiert hatten, in Führung gegangen war. Nach einem Ballverlust in der Vorwärtsbewegung schaltete Eintracht-Stürmerin Ferreira Rocha am schnellsten und ließ Sina Lautenbach im Fortunen-Tor keine Chance – 0:1 (16.).

Doch Celle ließ sich gestern von dem Rückschlag nicht von seinem Weg abbringen. Die Laufbereitschaft und die Zweikampfhärte war über 90 Minuten vorhanden und auch die Nervosität und Verkrampftheit der vergangenen Woche waren einer gewissen Souveränität gewichen. Auch wenn spielerisch noch viel Luft nach oben ist.

Immenbeck, das ohne ihre Trainerin Cornelia Hillenbrand (Fortbildung) und mit einem Minikader von nur 13 Spielerinnen an die Kampstraße gekommen war, hatte durch einen Kopfball von Fabienne Stejskal die erste Chance der zweiten Hälfte. Die Drittliga-Torjägerin der Jahre 2009, 2010 und 2011 war aber die meiste Zeit bei Fortunas Maike Dralle gut aufgehoben. Und was die defensive Mittelfeldspielerin passieren ließ, wurde von der Fortunen-Viererkette, in der sich Innenverteidigerin Saskia Knorr Bestnoten verdiente, abgefangen.

In der Folge drängte Celle auf den Führungstreffer, erspielte sich ein Übergewicht im Mittelfeld – nur die klaren Torchancen blieben aus, weil der letzte Pass nicht ankam. ESV-Stürmerin Jana Völker versuchte es deshalb mit zwei Fernschüssen (56. und 61.), die aber am Tor vorbeisegelten. Erst als Völker es mit einem überlegten Flachschuss probierte, platzte der Knoten und der Ball „kullerte“ zum Siegtreffer ins Tor (70.).

Immenbeck stellte in der Schlussphase in der Abwehr auf eine Dreierkette um, verstärkte die Offensive. Dadurch ergaben sich Räume für Celle, die Lena Schielke und die eingewechselte Laura Kantert aus aussichtsreicher Position nicht nutzten, um die Führung auszubauen. Doch das war nach dem Schlusspfiff der guten Schiedsrichterin Astrid Harde völlig egal. „Der Sieg war verdient. Die Einstellung hat gestimmt, wir waren ganz anders drauf als gegen Bremen“, analysierte Dralle.

Durch den ersten Saison-Erfolg verlässt Celle die Abstiegszone, klettert ins Tabellenmittelfeld. „Die ganz dicken Brocken haben wir fürs erste hinter uns“, blickt Trainer Klaus Much zuversichtlich auf die kommenden Wochen, in denen der Spielplan vermeintlich schwächere Gegner für Fortuna bereit hält.