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Fußball regional Beim TuS Celle FC muss Knoten endlich platzen
Sport Fußball regional Beim TuS Celle FC muss Knoten endlich platzen
16:50 24.10.2017
Von Uwe Meier
Celle

Celle. Trainer Thomas Crocoll gibt auch zu, dass das ein Fehler war und „wir unsere Ziele vor der Saison falsch kommuniziert haben“. Derzeit geht beim Celler Traditionsklub der Blick weniger in Richtung obere Tabellenhälfte, sondern vielmehr in die andere Richtung. Mit sieben Punkten steht der TuS FC auf einem Abstiegsplatz. Die Alarmglocken fangen leise an zu schrillen.

Nach der 0:3-Niederlage gegen SG Scharmbeck-Pattensen sowie der dabei gezeigten „desolaten Vorstellung“ seines Teams hatte Crocoll zwischenzeitlich sogar über seinen Rücktritt nachgedacht. Von dieser Ankündigung ist der er inzwischen abgerückt. „Das ist damals aus der ersten Enttäuschung heraus geschehen“, sagte er heute. „Wer verliert schon gern. Und das auf eine Art und Weise, bei der kein Aufbäumen der Spieler zu erkennen war.“ Letztlich habe er aber gewusst, auf was er sich einlässt, als er das Amt zur neuen Saison beim TuS FC übernommen habe. Und außerdem würde es mit der Einstellung seiner Spieler insgesamt stimmen. Die Leistung gegen Scharmbeck sei nur eine Momentaufnahme gewesen. „Wir spielen einen guten Fußball“, ist Crocoll überzeugt. Das sei ihm auch von gegnerischen Trainern bestätigt worden. „Wir haben keine Spielkrise, sondern eine Ergebniskrise.“

Dass es nicht so wie erhofft läuft, sieht der TuS-Coach zu einem größeren Teil in der fehlenden Erfahrung der Spieler begründet. Die Unsicherheit, die auf dem Team lastet, würde durch den öffentlichen Druck noch weiter erhöht. „Der hilft der jungen Truppe nicht weiter“, so Crocoll.

Aber was wurde denn nun falsch kommuniziert? Offenbar wurde beim TuS FC die Erwartungshaltung an das Team wohl zu hoch geschraubt. „Wir haben im Kader mehr oder weniger einen Totalumbruch vollzogen. Es war klar, dass das nicht ohne blaue Flecken und Dellen abgehen kann“, erklärt der TuS-Coach und verweist darauf, sechs wichtige, weil erfahrene Spieler verloren zu haben. Das sei aus wirtschaftlichen Gründen zwar nicht ganz freiwillig geschehen, sei aber mehr oder wenige alternativlos gewesen. Es mussten halt Kosten eingespart werden. Auch im Trainerstab sei diesbezüglich mächtig zurückgerudert worden. Das erklärt wohl auch zu einem Teil, weshalb Torjäger und Co-Trainer Andreas Gerdes-Wurpts, der ohnehin schon einige Begegnungen verletzt oder gesperrt verpasst hatte, am vergangenen Spieltag urlaubsbedingt seine Prioritäten anders gesetzt hatte und nicht zur Verfügung stand.

Dennoch ist sich Crocoll sicher, eine schlagkräftige Truppe beisammenzuhaben. Ein weiteres Problem nur: Das Verletzungspech hat bei den Celler gleich mehrfach unerbittlich zugeschlagen. „Wir haben 23 Mann im Kader, von denen 15 oder 16 gutes Bezirksliganiveau haben. Doch wir hatten noch nicht ein einziges Mal die komplette Riege zusammen“, bedauert Crocoll. Hinzu kommt noch das Torwartproblem. Stammkeeper Mathis Peters, der dem Celler Team in der vergangenen Saison so manchen Punkt gerettet hatte, hat dem Verein kurzfristig den Rücken gekehrt. Sein Ersatz auf der Position der Nummer eins, Malte Hörner, ist verletzt. Mangels weiterer Alternativen steht derzeit mit Tim Cewe ein etatmäßiger Feldspieler zwischen den Pfosten.

Dass sich daran etwas ändern muss, ist dem Coach klar. Platzen lassen könnten diesen Knoten am besten Erfolgserlebnisse – Siege eben. Am liebsten schon am kommenden Sonntag beim Tabellenelften SV Bendestorf. Es wäre der erste Sieg seit ziemlich genau zwei Monaten.